VDI Förderpreis honoriert praxisnahe Forschung

35. Förderpreis des VDI Kölner Bezirksverein e.V. geht an Bergisch Gladbacher Medientechnologin

Nora Schulte aus Bergisch Gladbach gewinnt ersten Preis für die Entwicklung einer Methode zur Verbesserung der Bildqualität bei digitalen Reproduktionen. Ihre Forschungen werden in der Praxis den Arbeitsablauf des Fotodienstleisters CEWE optimieren.

Köln/Bergisch Gladbach. Zum 35. Mal hat der VDI Kölner Bezirksverein e.V. am Donnerstag, 12. Oktober 2017, Förderpreise für herausragende Abschlussarbeiten ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge verliehen. Dabei konnten die Preisträger neben Geldpreisen erstmals auch einen „Förderpreis-Award“ mit nach Hause nehmen. Mit der Förderpreisverleihung will der VDI alljährlich Nachwuchsingenieure ins Rampenlicht bringen und dabei den Erfahrungsaustausch zwischen den jungen Absolventen und erfahrenen Profis anregen.

In diesem Jahr hatten Professoren aus den im Einzugsgebiet des Kölner Bezirksvereins liegenden Hochschulen insgesamt 13 mit der Note 1 bewertete Bachelor- und Masterarbeiten ihrer Studierenden eingereicht. Die drei Preisträger überzeugten die VDI-Jury insbesondere mit praxis- und anwendungsrelevanten Lösungsansätzen. So ging der 1. Preis (dotiert mit 2.000 Euro) an Nora Schulte, die mit ihren Forschungen den Workflow des Fotodienstleisters CEWE optimieren konnte. In Zusammenarbeit mit der CEWE Stiftung & Co. KGaA hat sie an der Technischen Hochschule Köln eine Methode entwickelt, mit der bei digitalen Reproduktionen die Bildqualität verbessert werden kann, ohne dabei das Datenvolumen zu stark zu vergrößern. „In meiner Arbeit habe ich eine Möglichkeit gefunden, das natürliche Bildrauschen, das in jedem Foto zu finden ist, für eine einwandfreie digitale Reproduktion der Bilddaten zu nutzen“, erklärt sie. Nora Schulte hat bereits vor ihrem Studium der Medientechnologie eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton absolviert und war einige Jahre als Coloristin in der Filmpostproduktion tätig. „Das Studium war logische Konsequenz zur Weiterbildung in meinem Berufsfeld“, sagt sie. Das Thema ihrer Bachelorarbeit entstand durch ein Praktikum bei der CEWE Stiftung, die ihr Studium vier Semester lang mit einem Stipendium unterstützte.

Gesponsert und überreicht wurde ihr der Preis von Stefan Weber (Bosch Thermotechnik GmbH Buderus Deutschland), der in seiner Laudatio Schultes Zielstrebigkeit lobte.

Den 2. Preis (1.000 Euro) erhielt Jens Menzen, der in seiner Masterarbeit an der Rheinische Fachhochschule (RFH) eine Methode entwickelte, mit der Produktanforderungen frühzeitig als parametrischer 3D-Bauraum visualisiert und analysiert werden können. Angewandt wurde die Methode in der Automobilbranche im Bereich der Karosserieentwicklung. Der 3. Förderpreis (500 Euro) ging an Angelina Derr, die sich in ihrer Masterarbeit (ebenfalls an der RFH Köln) mit dem Risikomanagement im industriellen Anlagengeschäft befasst hat. Die Preisverleihung fand diesmal unter dem Motto „Ingenieure – Kompetenz für unsere Zukunft“ am Flughafen Köln Bonn statt, wo Flughafen-Chef Michael Garvens und Udo Nuß, Geschäftsbereichsleiter Bau/Technik des Köln Bonn Airport, den rund 150 geladenen Gästen einen Einblick in die technischen Entwicklungen und Arbeitsplätze am Standort gaben. Dabei wiesen sie auf ein vom VDI entwickeltes Stellenportal für Ingenieure hin, dass sie ab 2018 mit dem VDI Kölner Bezirksverein füllen wollen, um gemeinsam an der Nachwuchsförderung zu arbeiten. Entsprechend unterstrich Horst Behr, kommissarischer Vorsitzender des Kölner Bezirksvereins, in seiner Rede die Bedeutung des Ingenieurwesens, um gesellschaftliche Herausforderungen wie Energiewende und Ressourcenverknappung technisch zu meistern: „Von Ingenieuren wird heute viel erwartet. Sie lösen nicht nur die Probleme von heute, sondern auch die von morgen“. Der Nachwuchs, so Behr, sei dabei unsere große Chance.

Bildunterschrift:  

(v.l.): Horst Behr (kommissarischer Vorsitzender des VDI Kölner Bezirksverein e.V.), Karl-Heinz Spix (Vorsitzender), Preisträgerin Nora Schulte und ihr Laudator Stefan Weber (Buderus).                  Foto: Katrin Hauter

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