Autoliv und die BMW Group präsentieren Nachtsichtsystem im Fahrzeug

(Stockholm, Schweden, 13. September 2005) --- Autoliv Inc. – weltweit führender Hersteller von Sicherheitssystemen für Fahrzeuge – hat zusammen mit der BMW Group ein Fahrerassistenzsystem entwickelt, das den Fahrer in die Lage versetzt, nachts bis zu 300 Meter weit zu sehen, im Vergleich zu knapp 100 Metern mit herkömmlichem Abblendlicht. Das System wird im Herbst diesen Jahres unter dem Namen BMW Night Vision in der BMW 7er Reihe eingeführt und zum ersten Mal im September auf der IAA 2005 in Frankfurt präsentiert werden.

Der Schlüssel zu der überzeugenden Leistung des Systems liegt in der Fähigkeit der Kamera, Wärme zu sensieren, die von Objekten oder Lebewesen ausgeht. Das System ist so sensibel, das es in absoluter Dunkelheit, ohne jegliche Beleuchtungsquelle, “sehen” kann. Damit ist das Sichtfeld weder abhängig noch beschränkt auf den Lichtschein von Scheinwerfern.Auf eine Infrarotlichtquelle, wie sie bei anderen auf Infrarot basierenden Nachsichtsystemen eingesetzt wird, kann ebenfalls verzichtet werden. Die Autoliv Ferninfrarot-Kamera ermöglicht dem Fahrer nicht nur weiter zu sehen als mit einer traditionellen Nahinfrarot-Kamera, er kann außerdem auch die Umgebung der Straße wahrnehmen und so Kinder oder Tiere, die auf die Straße laufen könnten, rechtzeitig bemerken. Die Kamera hat einen Weitwinkel von ca. 36 Grad, genug um das normale Sichtfeld eines Menschen abzudecken. Zusätzlich verfügt sie über eine digitale Zoomfunktion, die manuell vom Fahrer bedient werden kann oder automatisch über Tachometer und Lenkrad gesteuert wird. Bei der automatischen Steuerung beispielsweise zoomt das Tachometer bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h das Display selbstständig auf 24 Grad und vergrößert Objekte in der Entfernung. In einer Kurve wird das wiedergegebene Bild mit dem Lenkvorgang automatisch um 6 Grad nach links oder rechts geschwenkt – so kann der Fahrer einem kurvigen Straßenverlauf und dessen angrenzenden Bereichen problemlos folgen. Kein Risiko, geblendet zu werden Da das System nicht auf Beleuchtung angewiesen ist, blendet es weder andere Verkehrsteilnehmer, noch kann es selbst durch andere geblendet werden. Das ermöglicht dem Fahrer, bei Abblendlicht genauso gut zu sehen wie bei Fernlicht. Dieser Umstand macht Nachtfahrten wesentlich komfortabler. Natürlich werden Nachfahrten damit auch sicherer: Laut U.S. Statistiken sind Fahrten bei Dunkelheit im Durchschnitt 2 – 3-mal risikoreicher als Fahrten bei Tageslicht. In Europa allein verlieren jedes Jahr 20.000 Menschen bei nächtlichen Unfällen ihr Leben, 560.000 Menschen werden verletzt. Abgestimmt, um Fußgänger zu erkennen Das System eignet sich besonders für die Erkennung von Lebewesen, z.B. Fußgänger, Fahrradfahrer oder Tiere und Kinder, die auf die Straße laufen. Da die Kamera besonders empfindlich auf die Infrarot-Wellenlänge von Menschen und Tieren reagiert, sind die warmen Körper deutlich als helle Flecken auf dem Display zu erkennen. Auch dieser Vorteil ist der Tatsache zu verdanken, dass das System nicht auf Reflektion, sondern auf der Sensierung von Wärmeabstrahlung basiert. Das System erkennt Fußgänger sogar in schwierigen Situationen, z.B. wenn sie am Straßenrand im Licht des entgegenkommenden Verkehrs verschwinden. Ein bedeutender Vorteil in Anbetracht der Tatsache, dass das Risiko, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, für Fußgänger bei Nacht 4-mal höher liegt als bei Tag. Auch Infrarot-Systeme, die die Reflektion von Infrarot-Lampen nutzen (Nahinfrarot), können helfen, solche Unfälle zu verhindern. Ferninfrarot-Systeme wie das von Autoliv, das im BMW 7er zum Einsatz kommt, sind für diesen Zweck jedoch besonders effektiv. Gemäß amerikanischen Untersuchungen ermöglichen sie dem Fahrer, Fußgänger bereits bei einer durchschnittlichen Entfernung von 165 Metern zu detektieren, verglichen mit nur 65 Metern mit Nahinfrarot-Kameras. Das war der ausschlaggebende Grund, den Autoliv und die BMW Group bewogen haben, ein System auf Basis von Ferninfrarot zu entwickeln. Etablierte Technologie in neuem Einsatz Das von Autoliv und der BMW Group entwickelte Nachsichtsystem basiert auf einer Technologie für Infrarot-Kameras, wie sie in anderen Gebieten bereits zum Einsatz kommt (z.B. Fliegerjets). Um einen Einsatz dieser teils recht aufwändigen und auch teuren Technologie im Fahrzeug zu ermöglichen, waren eine ganze Reihe von Anpassungen notwendig. . Mehrere Firmen in Nordamerika und Europa waren an diesem umfassenden mehrjährigen Neudesign beteiligt. Details hierzu finden Sie in einem separaten Dokument speziell für die Fachpresse (www.autoliv.com). Das Ergebnis ist ein, robustes System, mit einer Kamera zirka halb so groß wie die Hardware, die 1999 auf dem Markt war, als Autoliv das Projekt startete. Maße: 58 mm Höhe, 55 mm Breite, 68 mm Tiefe (Ausmaß von ungefähr 2 Kartenspielen). Das Gewicht wurde auf weniger als 400 Gramm reduziert. Einstieg in die aktive Sicherheit Das Nachtsichtsystem ist das erste Produkt eines neuen Autoliv Entwicklungsbereichs: der aktiven Sicherheit. In diesem Geschäftsfeld untersucht das Unternehmen weitere Systeme wie Radarssensorik oder Stereokamera. Bereits heute untersucht Autoliv, inwieweit eine nächste Generation des Nachtsichtsystems in der Lage sein wird, gefährliche Situationen wie nahende Fußgänger und Tiere selbstständig zu erkennen und den Fahrer zu warnen. Auch das ist mit einem System, das die Wärmeabstrahlung sensiert, einfacher, als mit einem System, welches auf Reflektion basiert. Kontakt für Fragen: Autoliv Inc: Jan Carlson, Vice President Engineering, Tel: +46-8-587 20 656, jan.carlson@autoliv.com BMW AG: Frank Schlöder, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Produktkommunikation, Tel: +49 89 382 20840, frank.schloder@bmw.de

Abonnieren