Gemeinsame Presseinformation von Autoliv und Infineon Technologies -- Autoliv nutzt Chips von Infineon in innovativen Gurtstraffersystemen fürs Auto

(Stockholm, Schweden und Neubiberg – 28. Oktober 2008) – Autoliv, der weltweit größte Zulieferer von Fahrzeug-Sicherheitssystemen, setzt in seiner neuen Generation von Gurtstraffersystemen ausschließlich Leistungshalbleiter von Infineon ein. Autoliv hält mehr als ein Drittel am Weltmarkt für Sicherheitsgurte. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mehr als 110 Millionen Gurtsysteme verkauft. Davon war etwa die Hälfte mit herkömmlichen, nicht reversiblen pyrotechnischen Gurtstraffern ausgestattet.

Autoliv verwendet in seiner neuen Generation von Gurtstraffersystemen „Active Seatbelts“ einen Elektromotor mit Elektroniksteuerung, der den Sicherheitsgurt je nach Belastung während der Fahrt automatisch lockerer lässt oder strafft. Melden die Sicherheitssysteme des Fahrzeugs einen drohenden Zusammenstoß, werden die Sicherheitsgurte innerhalb von Millisekunden vor dem drohenden Aufprall gestrafft, was bei Fahrzeuginsassen die Gefahr von Rippenbrüchen und anderen Verletzungen senkt. Leistungshalbleiter müssen den Elektromotor dazu kurzfristig mit der notwendigen Energie und damit relativ hohen Stromstärken versorgen. Autoliv setzt dafür auf Infineons Produktfamilie NovalithIC™, die die Steuerung und Stromversorgung des Elektromotors übernimmt. Bei Autoliv läuft zurzeit die Produktion der „Active Seatbelt“-Systeme an, die vorerst im Premium-Fahrzeugsegment zum Einsatz kommen werden.

Innovative aktive Gurtstraffer für mehr Sicherheit und Komfort
Aktive Gurtstraffer erhöhen neben der Sicherheit auch die Bequemlichkeit der Fahrzeuginsassen. Die Sicherheit erhöhen sie, da sie die Rückhaltekräfte des Gurtes entsprechend der Aufprallintensität und dem Insassengewicht regulieren können und damit die Verletzungsgefahr senken. Bequemer als heutige Sicherheitsgurte sind sie, da sie sich einfacher anlegen lassen und sich automatisch durch leichtes Nachstraffen an die Sitzposition des Insassen anpassen. Im Gegensatz zu herkömmlichen
pyrotechnischen Gurtstraffersystemen minimieren diese Gurtstraffer auch bei Kurvenfahrten die Wirkung der Zentrifugalkräfte.

„Die Kombination aus unserer jahrelangen Erfahrungen im Bereich innovativer Sicherheitssysteme und Infineons Kompetenz bei Halbleitern hat zur Entwicklung des neuen Konzepts von aktiven Gurtstraffern geführt“, sagte Steve Rode, President von Autoliv Electronics. „Wir haben uns für unseren langjährigen Zulieferer Infineon entschieden, weil das Unternehmen einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard für die Automobilbranche bietet.“

„Halbleiter, die die Sicherheit von Autos verbessern, gehören zu Infineons Kernkompetenzen. Wir unterstützen die Ziele der EU, die Zahl der Verkehrsunfälle bis zum Jahr 2010 zu halbieren. Wir wollen immer intelligentere Chips entwickeln, die Fahrzeuge sicherer, komfortabler und energieeffizienter machen“, sagte Claus Geisler, Senior Vice President and General Manager der Automotive Division bei Infineon Technologies. „In unseren NovalithICs verbinden wir unsere Expertise bei Chipfertigung und fortschrittlichen Montage-Technologien mit Chip-On-Chip- und Chip-By-Chip-Konzepten.“

Potenzial für Leistungshalbleiter: Bis zu 70 kleine Elektromotoren pro Fahrzeug
Zwischen 40 und 50 kleine Motoren sind schon heute durchschnittlich in einem Mittelklasse-Wagen im Einsatz, unter anderem für Lenkrad- und Sitzverstellung, Fensterheber und Schiebedach. Im Premium-Segment sind es etwa 70 Motoren pro Fahrzeug. Laut dem aktuellen Marktbericht des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Strategy Analytics vom Mai 2008 belegt Infineon weltweit Rang zwei bei Chips für die Automobilelektronik und hält 9,4 Prozent am Weltmarkt von insgesamt 19,3 Milliarden US-Dollar.

Technische Informationen zum NovalithICTM
In seinem Gehäuse von etwa einem Quadratzentimeter kombiniert der NovalithICTM drei ICs: zwei Leistungshalbleiter und einen Logikchip zur Steuerung und Überwachung der Leistung. Das macht Infineon durch fortschrittliche Chip-On-Chip- und Chip-By-Chip-Technologien möglich. Die NovalithICTM -Familie stellt eine voll integrierte Hochstrom-Halb-Brücke für Motorsteuerungen dar. Dabei belegen die Komponenten nur die Hälfte der bisher für Motorsteuerungen erforderlichen Leiterplattenfläche und sind für Stromstärken bis zu 70 A ausgelegt. Die Ausgangsleistung variiert kontinuierlich in Abhängigkeit von der jeweiligen Anwendung, wodurch der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent sinkt. Da der Durchlasswiderstand des NovalithICTM typischerweise nur 16 mOhm und sein Ruhestrom nur 7 µA beträgt, arbeitet er mit einer hohen Energieeffizienz. Die NovalithICs sind im umweltfreundlichen bleifreien Gehäuse erhältlich. Abgesehen vom Gurtstraffer eignen sie sich für den Einsatz in den unterschiedlichsten Motorsteuerungen im Auto wie etwa Benzinpumpe, Scheibenwischer, Standheizung oder Klimalüfter und auch für industrielle Anwendungen wie batteriebetriebene Bohr- oder Schleifmaschinen. Die NovalithICs in Autolivs Gurtstraffersystemen sind bleifrei.

Weitere Informationen zu Infineons Leistungshalbleitern für die Automobilindustrie und zu den NovalithICs unter www.infineon.com/automotive, www.infineon.com/automotivepower und www.infineon.com/novalithic

Weitere Informationen zu den aktiven Gurtstraffersystemen „Active Seatbelts“ von Autoliv finden Sie hier: www.autoliv.com/whatwedo/seatbelts/activeseatbelts

Diese Pressemitteilung ist online verfügbar unter www.autoliv.com und www.infineon.com/press/


Pressekontakt:
Birgit Degler, Leitung Marketing, Autoliv Deutschland, Telefon.: +49-8131 295-1265
Monika Sonntag, Media Relations, Infineon Technologies, Telefon +49-89-234 24497

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