BGW-Gesundheitspreis 2017 geht an vorbildliche Einrichtungen der Behindertenhilfe in Grimma, Königsbrunn, Olsberg und Duisburg

Hamburg – Gesundheit als Schlüssel zu guter Arbeit: Was in der Theorie allseits bekannt ist, setzen die Einrichtungen der Behindertenhilfe in die Tat um, die jetzt mit dem BGW-Gesundheitspreis 2017 ausgezeichnet wurden. Mit dem Preis würdigt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) vorbildliches Engagement für die Gesundheit und Sicherheit im Betrieb. Die Preisverleihung machte deutlich, dass ein erfolgreiches Vorgehen viel damit zu tun hat, wie die Menschen vor Ort eingebunden werden.

Den ersten Preis erhielt die AWO Werkstatt Grimma in Sachsen. Der zweite Preis ging an das Fritz-Felsenstein-Haus in Königsbrunn in Bayern. Jeweils einen dritten Platz erreichten zwei Einrichtungen aus Nordrhein-Westfalen: Das Josefsheim Bigge in Olsberg und die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Die vier Unternehmen teilen sich das Preisgeld von insgesamt 45.000 Euro, das für weitere Gesundheitsprojekte verwendet werden kann.

Einen Sonderpreis gab es darüber hinaus für die Lichtenberger Werkstätten in Berlin. Sie erhalten Unterstützung für den weiteren Ausbau der Gesundheitsförderung. Um den BGW-Gesundheitspreis 2017 hatten sich insgesamt 38 Unternehmen beworben.

Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des bundesweiten Fachkongresses BGW forum 2017 in Hamburg. Vom 4. bis 6. September erkunden dort rund 1.000 Teilnehmende in 180 Einzelveranstaltungen Praxisbeispiele und Handlungshilfen zum Thema „Gesundheitsschutz in der Behindertenhilfe“. Zur Sprache kommen dabei auch Fragen der Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Zu den mit dem BGW-Gesundheitspreis 2017 ausgezeichneten Unternehmen:

  • In der Werkstatt Grimma der AWO Senioren- und Sozialzentrum gGmbH Sachsen-West stehen insgesamt 218 Plätze für beschäftigte Menschen mit Behinderungen zur Verfügung. Hinzu kommen 31 Personalangestellte. Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) konnte die Jury des BGW-Gesundheitspreises 2017 durchweg überzeugen. Das BGM ist systematisch und partizipativ angelegt: Basis war eine Befragung der Mitarbeitenden, Strukturen und Finanzen sind auf Dauer gesichert und das gemeinsame Verständnis von „Gesundheit“ im Unternehmen ist schriftlich festgelegt. Das durchdachte Vorgehen zeigt sich in besonderer Weise im Projekt „Gesunde Ernährung“, bei dem örtliche Verhältnisse, betriebliche Organisation und individuelles Verhalten berücksichtigt und aufeinander abgestimmt wurden. In diesem Fall nahm man unter anderem das Ernährungsverhalten der beschäftigten Menschen mit Behinderungen in den Blick, passte das Essensangebot an, vermittelte Ernährungswissen und schuf einen ansprechenden Speisenraum. Zu den umfassenden Maßnahmen der Werkstatt gehört weiterhin ein professionelles Deeskalationsmanagement, das von einem freigestellten Deeskalationstrainer umgesetzt wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Umgang mit Gewalt und Aggressionen geschult und es ist gewährleistet, dass bei etwaigen Übergriffen auf das Personal sofort Hilfe zur Verfügung steht.

  • Das Fritz-Felsenstein-Haus ist in Königsbrunn im Landkreis Augsburg angesiedelt. 280 Kinder und Jugendliche sowie 70 Erwachsene mit Körper- und Mehrfachbehinderung werden hier beim Lernen, Leben, Wohnen und Arbeiten begleitet. Dafür sind rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Dass deren Gesundheit für die Einrichtung von großer Bedeutung ist, zeigt sich an vielen Stellen. In Befragungen, Arbeitssituationsanalysen, regelmäßigen Mitarbeiterinnen- und Mitarbeitergesprächen sowie Gesundheitszirkeln wird erhoben, wo es hakt und was bereits gut läuft. Auch beim Thema „Gesund Führen“ ist das Haus beispielsweise mit Weiterbildungsangeboten für Führungskräfte gut aufgestellt. Das auf Kennzahlen basierende betriebliche Gesundheitsmanagement wird von einem unbefristet bestellten, unabhängigen BGM-Beauftragten vorangetrieben und soll demnächst in einer Gesamtbetriebsvereinbarung fixiert werden.

  • Beim Josefsheim Bigge aus Olsberg im Sauerland handelt es sich um eine Komplexeinrichtung, die vielfältige Unterstützung für rund 1.200 Menschen mit Behinderungen bietet. 716 Mitarbeitende stellen Dienstleistungen von Kindergarten, Schule und Ausbildung bis hin zu Arbeit, Wohnen und Pflege sicher. Die Jury des BGW-Gesundheitspreises lobte besonders die integrierten Prozesse und Strukturen, die Gesundheits-, Eingliederungs- und Qualitätsmanagement miteinander verzahnen. Dienstpläne, Arbeitszeiten und viele weitere Handlungsfelder sind auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden abgestimmt und gesundheitsförderlich gestaltet. Auch die Zukunftsausrichtung der Maßnahmen wird deutlich: So widmet sich das Projekt „Rückenwind Plus“ der Beschäftigungsfähigkeit der Generation ab 50 Jahren und sieht entsprechende Maßnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung vor.

  • Die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist ein Sozialunternehmen mit insgesamt 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon 1.100 beschäftigten Menschen mit Handicap. Die Gesundheitsförderung bezieht hier alle ein. Die Grundlage dafür stellt ein gut strukturierter Arbeitsschutz sicher, bei dem unter anderem die Gefährdungsbeurteilung – das wichtigste Instrument im Arbeitsschutz – mit viel Sachverstand eingesetzt und zur Maßnahmenentwicklung genutzt wird. Arbeitsunfälle und Krankenstand werden ausgewertet und Ziele „SMART“ verfolgt – systematisch, messbar, attraktiv und terminiert. Die Jury des BGW-Gesundheitspreises stellte auch fest, dass bei aller Methodik die Leidenschaft nicht zu kurz kommt und die Beteiligten – wie im Leitbild formuliert – mit viel Engagement dabei sind.

Weitere Einblicke in die Konzepte und Projekte der ausgezeichneten Unternehmen – einschließlich der Einrichtung, die einen Sonderpreis erhalten hat – bietet die Website der BGW: www.bgw-online.de/gesundheitspreis .

Über uns

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über 8 Millionen Versicherte in rund 630.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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