Psychische Belastung am Arbeitsplatz systematisch aufspüren

Hamburg – Bei der gesetzlich vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilung müssen Unternehmen auch die psychischen Belastungsfaktoren im Betrieb checken. Wie man dabei am besten vorgeht, erläutert die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in der aktuellen Ausgabe ihres Magazins „BGW mitteilungen“.

Darüber hinaus informiert sie nun kompakt in zwei Internet-Rubriken über den Umgang mit psychischer Belastung im Arbeitsleben und über die Gefährdungsbeurteilung dazu. Ebenfalls neu im Angebot hat sie eine spezielle Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung in Kliniken.

Arbeitsbedingungen checken
In puncto psychische Belastung am Arbeitsplatz spielen sowohl individuelle als auch strukturelle Aspekte eine Rolle. Letztere stehen bei der Gefährdungsbeurteilung im Fokus. Hier kommen die Arbeitsbedingungen auf den Prüfstand – nicht einzelne Beschäftigte.

Dazu sollten, wie die BGW in ihrem Magazin ausführt, fünf Themenbereiche genauer untersucht werden:

  • Arbeitsinhalte und Arbeitsaufgabe – zum Beispiel Handlungsspielräume, Verantwortung, Qualifikation, emotionale Inanspruchnahme
  • Arbeitsorganisation – zum Beispiel Arbeitszeit, Arbeitsablauf, Kommunikation und Kooperation
  • soziale Beziehungen – mit Kolleginnen und Kollegen wie mit Vorgesetzten
  • Arbeitsumgebung – zum Beispiel Faktoren wie Lärm oder Ergonomie am Arbeitsplatz
  • Arbeitsformen – Telearbeit, befristete Arbeitsverhältnisse und Ähnliches

Beschäftigte einbeziehen
Psychische Belastung lässt sich nicht objektiv messen und es gibt auch keine Grenzwerte wie etwa bei Gefahrstoffen. Deshalb rät die BGW, die Beschäftigten als Fachleute für ihre eigene Arbeitssituation in das Verfahren einzubeziehen. „Ihre Beteiligung trägt auch dazu bei, den Praxisbezug und die Akzeptanz von Maßnahmen zu erhöhen“, heißt es dazu in den „BGW mitteilungen“. Die Erfahrung zeige, dass in der Regel pragmatische und konstruktive Vorschläge von den Mitarbeitenden und den betrieblichen Interessenvertretungen kommen.

Weiter informiert der Magazinbeitrag darüber, worauf es für eine erfolgreiche Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung noch ankommt und welche Unterstützungsangebote es gibt. Ergänzend werden Praxiserfahrungen aus Betrieben geschildert.

Infoquellen finden
Das Magazin „BGW mitteilungen“, das die Mitgliedsbetriebe der Berufsgenossenschaft vierteljährlich per Post erhalten, findet sich online unter www.bgw-online.de/mitteilungen . Für den komfortablen Zugriff per Smartphone oder Tablet ist es über die kostenlose MedienApp der BGW erhältlich: www.bgw-online.de/medienapp .

Auch auf ihrer Internetseite hat die BGW kompakte Informationen zum Thema „Psyche und Gesundheit“ zusammengetragen. Unter www.bgw-online.de/psyche finden sich Informationen, Materialien, Tipps und Unterstützungsangebote. Die Gefährdungsbeurteilung zum Thema steht unter www.bgw-online.de/gb-psyche im Mittelpunkt.

Speziell für Kliniken: Neue Handlungshilfe einsetzen
Für Kliniken hat die BGW eine spezielle Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung erarbeitet. Diese orientiert sich eng an den Empfehlungen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) und lässt sich in allen Arbeitsfeldern und Abteilungen von Kliniken einsetzen – von der Technik bis hin zum ärztlichen Dienst. Eine Broschüre zeigt Schritt für Schritt, wie Betriebe vorgehen können und worauf sie dabei achten sollten. Dazu gibt es unter anderem eine Checkliste zur Planung und Durchführung der Gefährdungsbeurteilung. Für das Ermitteln der psychischen Belastung vor Ort enthält die Handlungshilfe einen Kurz-Fragebogen samt kostenfrei nutzbarer Auswertungssoftware.

Die Materialien dieser Handlungshilfe „Psychische Gesundheit im Fokus“ sind kostenlos unter www.bgw-online.de/gb-psyche-kliniken verfügbar. Das Konzept sieht zudem moderierte Auswertungsworkshops vor – Hilfe zur Durchführung gibt es optional von der BGW.

Über uns

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für knapp 8 Millionen Versicherte in rund 630.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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