Immobilienpreise im Norden und Osten: Ist eine Grenze in Sicht? Und gibt es eine Immobilienblase in Deutschland?

Da tenanalyse – Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI): Region Nord/Ost 2. Quartal 2017 +++ Statement Michael Neumann, Vorstand Dr. Klein Privatkunden AG  

L übeck, 25. Juli 2017. Während die Preissteigerung in Hannover und Hamburg im Vergleich zu den Vorquartalen leicht zurückgeht, nehmen die Berliner Immobilienpreise noch einmal an Fahrt auf. Im zweiten Quartal 2017 zahlen Wohnungskäufer fast 18 Prozent mehr als noch im Vorjahr – ein deutschlandweiter Rekordanstieg. Einzige Ausnahme in der Region Nord-Ost ist erneut Dresden: Nachdem im letzten Quartal die Wohnungspreise leicht gesunken waren, nehmen nun die Hauskäufer in und um Dresden etwas weniger Geld in die Hand.
 

 
 

Rekord-Preisspanne in Hamburg
Auch in Hamburg übersteigt die Nachfrage nach Immobilien das Angebot immer noch deutlich. Makler machen sich dies zu Nutze und treiben die Immobilienpreise mit Bieterverfahren in die Höhe. „Wir merken allerdings, dass viele Kunden diesen Preis-Wettkampf nicht mehr uneingeschränkt mitmachen“, erklärt Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein. „Wenn ihnen ein Kaufpreis zu hoch erscheint, entscheiden sie sich im Zweifel gegen die Immobilie – und das ist meines Erachtens gut so.“

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Zwar steigen die Hamburger Immobilienpreise im zweiten Quartal 2017 weiter – im Vergleich zum letzten Halbjahr ist der Anstieg jedoch langsamer. Der Indexwert, der unter anderem Detaildaten zur Immobilie und dem Grundstück selbst sowie ihrer Lage umfasst, legt um 1,45 Prozent zu. Wohnungskäufer zahlen aktuell einen Medianpreis von 3.561 €/qm. Die durchschnittlichen Kosten für Ein- und Zweifamilienhäuser erhöhen sich mit 2,69 Prozent etwas deutlicher. „In Hamburg ist das Ende der Fahnenstange langsam erreicht“, meint Lösche. „Für uns ist aber die Schnelligkeit der Immobilienvergabe nach wie vor eine Herausforderung. Innerhalb weniger Tage muss ein Finanzierungsvorschlag vorliegen, sonst vergeben Makler die Immobilie an einen der vielen weiteren Interessenten. Angebote von Banken mit längeren Bearbeitungszeiten können wir so oft nicht berücksichtigen.“

Auch wenn die Preissteigerung an Dynamik verliert, die Preisspanne in der Elbmetropole bleibt enorm. Zwischen dem günstigsten und teuersten Quadratmeterpreis liegen sowohl bei Häusern als auch bei Wohnungen fast 11.000 Euro – so viel wie in keiner anderen deutschen Metropolregion. „Lage ist in Hamburg alles“, so Lösche. „Zwischen den Preisen in der Hafen City und in Billstedt liegen Welten.“ 

Moderate Preissteigerung in Hannover
Auch in Hannover fällt der Preisanstieg geringfügig schwächer aus als in den Vorquartalen. Hauskäufer greifen mit im Schnitt 1.977 €/qm nur minimal tiefer in die Tasche als im ersten Quartal 2017. Der Index erhöht sich um weniger als ein Prozent, hat im Vergleich zum Vorjahresquartal allerdings bereits um 14,60 Prozent zugelegt. Auf dem Wohnungsmarkt zeigt sich eine ähnliche Entwicklung: Der Index erhöhte sich um 2,41 Prozent zum Vorquartal, aber nahezu zwölf Prozent zum Vorjahresquartal.

Preisexplosion bei Berliner Wohnungen
Berlin hat nach wie vor eine Magnetwirkung. Zehntausende neue Bürger verzeichnet die Hauptstadt jährlich. Die Folge: Das Angebot an Wohnungen kann der Nachfrage bei Weitem nicht standhalten. Dieser Trend spiegelt sich in den Quartalsdaten von Dr. Klein wider, in denen sich enorme Preissteigerungen für Berliner Wohnungen zeigen. Nach einem Anstieg von rund sieben Prozent zum Vorquartal und nahezu 18 Prozent zum Vorjahr liegt der gemittelte Kaufpreis für Wohnungen bei 3.423 €/qm – und damit fast auf Hamburger Niveau. Hauskäufer investieren mit 2.308 €/qm zwar im Schnitt deutlich weniger, die Preisspanne von 547 bis 10.527 €/qm ist hier jedoch ebenfalls groß. 

Häuser in Dresden werden günstiger
Einzige Ausreißer bei der Preisentwicklung sind die Dresdener Hauspreise. Mit einem Medianpreis von 2.083 €/qm liegen sie zwar noch über dem Hannoveraner Niveau, der Indexwert ist jedoch im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunken (-0,14 Prozent). Auch die Preissteigerung im Vergleich zu 2016 ist mit rund 4,5 Prozent überschaubar. Die Kosten für Wohnungen sind in den letzten beiden Jahren fünf Mal leicht gesunken, so auch im letzten Quartal. Im zweiten Quartal 2017 ziehen die Preise dagegen wieder deutlich an, und zwar um fünf Prozent – ein neuer Rekordwert für die sächsische Hauptstadt. 2.142 €/qm zahlen die Dresdner im Schnitt für eine Wohnung – und damit fast genau so viel wie Hannoveraner. 


Regionalanalyse Metropolregion Hamburg  
Eigentumswohnungen  

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne    Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017   3.561 €/qm   535 – 11.221 €/qm   166   +1,45%   +11,08%

Ein- und Zweifamilienhäuser

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    2.525 €/qm   550 – 11.520 €/qm    145   +2,69%  +10,98%


Regionalanalyse Metropolregion Hannover
Eigentumswohnungen                               

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    2.124 €/qm  556 – 5.464 €/qm   173   +2,41%   +11,86%

Ein- und Zweifamilienhäuser

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    1.977 €/qm  521 – 6.000 €/qm   138   +0,73%   +14,60%


Regionalanalyse Metropolregion Berlin 
Eigentumswohnungen                               

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    3.423 €/qm  901 – 13.586 €/qm    188   +6,78%  +17,67%

Ein- und Zweifamilienhäuser

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    2.308 €/qm  547 – 10.527 €/qm   154   +1,85%   +10,86%


Regionalanalyse Metropolregion Dresden 
Eigentumswohnungen                               

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    2.142 €/qm  522 – 4.873 €/qm   143   +5,00%   +5,80%

Ein- und Zweifamilienhäuser

 Quartal   Medianpreis  (Alt-, Neubau)   Preis spanne  Indexwert   Vergleich zum Vorquartal   Vergleich zum Vorjahresquartal 
 Q2/2017    2.083 €/qm  515 – 4.813 €/qm    146   -0,14%   +4,52%


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Gibt es eine Immobilienblase in Deutschland?
Ein Kommentar von Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG

Lübeck, 25. Juli 2017. Die Preise für Wohneigentum steigen und steigen – in einigen Regionen können sich Normalverdiener den Kauf der Wunschimmobilie in einer beliebten Lage nicht mehr leisten. Vor allem in Ballungszentren wie München, Hamburg oder Berlin ist der Teuerungstrend enorm. Diese Entwicklung lässt zunehmend Stimmen laut werden, die vor einer Immobilienblase in Deutschland warnen. Aber stimmt das? Und was macht eine Immobilienblase aus?

Michael Neumann: „In vielen Regionen Deutschlands ist es so, dass Immobilien seit einigen Jahren immer teurer werden. Aber: Steigende Preise alleine machen noch keine Immobilienblase. Hierfür müssen verschiedene Aspekte zusammenspielen. Von einer Blase kann man dann sprechen, wenn Käufer auf steigende Preise spekulieren oder wenn die Kreditvergabepraxis der Banken dazu führt, dass immer mehr Darlehen vergeben werden – also wenn die Kriterien gelockert werden. Ein weiteres Indiz für eine Immobilienblase kann sein, wenn das Verhältnis des Kredits zum Einkommen steigt, also die Kunden immer mehr ihres Haushaltsnettoeinkommens für die monatliche Darlehensrate aufwenden. Dr. Klein empfiehlt als Faustformel, maximal 35 Prozent des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens für die Rate auszugeben. Für eine Preisblase müssen mehrere dieser Kriterien zusammenkommen.

In einigen Großstädten in Deutschland kann man sicherlich von Übertreibungen sprechen. Der aktuelle Trendindikator für Immobilienpreise verzeichnet im zweiten Quartal zum Beispiel einen Anstieg von über 17 Prozent für Berliner Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr. Aber eine deutschlandweite Preisblase gibt es aus Sicht von Dr. Klein derzeit nicht. Eine unglaublich große Nachfrage im Markt nach Immobilien trifft auf viel zu wenig Angebot. Das bedeutet, dass die Preise nicht deshalb steigen, weil mit dem Wohnraum spekuliert würde. Außerdem bewohnen rund 75 Prozent der privaten Finanzierer das Haus oder die Wohnung selbst, viele nutzen sie als Altersvorsorge. Außerdem haben die Banken ihre Richtlinien für die Kreditvergabe in den letzten Jahren nicht gelockert – im Gegenteil. Dazu kommt, dass die Baufinanzierungen in Deutschland sehr solide sind: Der Eigenkapitalanteil ist seit vielen Jahren konstant, die Tilgung hat sich von 1,5 Prozent auf rund drei Prozent verdoppelt und die Zinsfestschreibung hat sich von zehn auf 14 Jahre verlängert. Das alles spricht zurzeit nicht für eine Immobilienblase in Deutschland.

Damit sich die Situation entspannt und Immobilien ihren Wert erhalten, ist die Politik gefragt. Wir brauchen dringend mehr Wohnraum in Deutschland, also mehr Angebot. Die Politik kann bürokratische Hürden abbauen, damit Baugenehmigungen schneller erteilt werden. Auch die regional auftretende Spekulation auf steigende Grundstückspreise muss eingedämmt werden. Für potenzielle Käufer hat Dr. Klein drei Tipps: Wir raten, sich von den niedrigen Zinsen nicht unter Druck setzen zu lassen. Wichtig ist eine gut geplante und solide Baufinanzierung. Und drittens: Käufer sollten gerade in den Metropolregionen beim Preis genau hinschauen und nichts überstürzen.“

Pressekontakt
Kim Runge
Junior PR & Social Media Managerin

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Über den Dr. Klein Trendindikator Immobilienpreise (DTI)  
Dr. Klein hat mit dem DTI erstmals einen quartalsweisen, regionalen Immobilienpreisindex auf der Grundlage tatsächlich gezahlter Kaufpreise entwickelt. Monatlich analysiert der Trendindikator die aktuelle Entwicklung der jeweils im Fokus stehenden Region. Der DTI wird auf Basis einer hedonischen Regressionsanalyse erstellt. Ziel dieser Methode ist es, den reinen Preiseffekt pro betrachtete Periode herauszustellen. Zur Ermittlung des Dr. Klein Trendindikators Immobilienpreise werden monatliche Transaktionsdaten der EUROPACE-Plattform errechnet. EUROPACE ist der unabhängige Marktplatz für Immobilienfinanzierungen in Deutschland. Rund fünfzehn Prozent aller Immobilienfinanzierungen in Deutschland werden über diesen Marktplatz finanziert. Der DTI basiert auf etwa 35.000 Transaktionen mit einem Volumen von rund 4 Mrd. Euro pro Monat.

Über Dr. Klein
Die Dr. Klein Privatkunden AG ist einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands und seit über 60 Jahren erfolgreich am Markt etabliert. Angefangen in der Vermittlung von Finanzierungen in der kommunalen Wohnungswirtschaft in Lübeck baut Dr. Klein seine Expertise kontinuierlich aus und ist mittlerweile deutschlandweit mit rund 550 Beratern vor Ort an über 200 Standorten bundesweit vertreten. Die Spezialisten von Dr. Klein beraten nachhaltig, allumfassend und verständlich in den Bereichen Baufinanzierung, Versicherung, Ratenkredit und Geldanlage. Dank kundenorientierter Beratungskompetenz und vertrauensvollen Beziehungen zu rund 300 Kredit- und Versicherungsinstituten sichert Dr. Klein seinen Kunden stets den einfachsten Zugang zu individuellen Finanzlösungen. Dafür wird das Unternehmen immer wieder ausgezeichnet. Zuletzt zum dritten Mal in Folge als „vorbildlicher Finanzvertrieb“ und mit dem „Deutschen Fairnesspreis“. Dr. Klein ist eine 100%-ige Tochter des an der Frankfurter Börse im SDAX gelisteten technologiebasierten Finanzdienstleisters Hypoport AG.

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Wir merken, dass viele Kunden diesen Preis-Wettkampf nicht mehr uneingeschränkt mitmachen. Wenn ihnen ein Kaufpreis zu hoch erscheint, entscheiden sie sich im Zweifel gegen die Immobilie – und das ist meines Erachtens gut so. In Hamburg ist das Ende der Fahnenstange langsam erreicht. Für uns ist aber die Schnelligkeit der Immobilienvergabe nach wie vor eine Herausforderung. Innerhalb weniger Tage muss ein Finanzierungsvorschlag vorliegen, sonst vergeben Makler die Immobilie an einen der vielen weiteren Interessenten. Angebote von Banken mit längeren Bearbeitungszeiten können wir so oft nicht berücksichtigen.
Frank Lösche, Spezialist für Baufinanzierung von Dr. Klein in Hamburg