Wenn Europas beste junge Hacker gegeneinander antreten

Auf diesen Tag haben die besten jungen Internet-Talente aus Österreich, Deutschland, Rumänien, Spanien, der Schweiz und UK seit Wochen und Monaten gewartet. In nationalen Wettbewerben hat jedes dieser Länder seine zehn besten Köpfe gekürt, die nun am Finale der ersten European Cyber Security Challenge teilnehmen. Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA unterstützt die Challenge. Dieses Jahr reisen die Teams nach Luzern in der Schweiz, um dort in zahlreichen Disziplinen aus dem Bereich der IT-Sicherheit gegeneinander anzutreten.

Luzern, 21. Oktober 2015 – Am 21. Oktober treffen sich Europas beste junge Hacker in der Schweiz, um Computersysteme sowohl zu hacken als auch zu sichern und um die Übeltaten im Bereich der Cyber-Kriminalität aufzudecken. Das hört sich vielleicht nach einer Szene aus einem Kinofilm an, ist aber tatsächlich das, was beim Finale der European Cyber Security Challenge (ECSC) passiert. Die Jugendlichen, die dort gegeneinander antreten, sind Europas beste Nachwuchstalente im Bereich IT-Sicherheit.

Auf Siegeskurs

Zu den Wettbewerbsdisziplinen gehören zum Beispiel das Aufdecken von Sicherheitsschwachstellen in Internet-Anwendungen, das Dechiffrieren von verschlüsselten Dokumenten oder die Aufgabe, sich Zugang zu geschützten Systemen zu schaffen, bevor Cyber-Straftäter das tun und sich die hinterlegten Daten zunutze machen. Aber die jungen Hacker brauchen nicht nur technisches Können. Auf dem Weg zum Sieg sind Soft Skills genauso wichtig, etwa ob sie gut im Team arbeiten oder verständlich präsentieren können. „Sicherheitsproblem einfach nur zu finden und zu beheben, ist nicht genug. Ein ‚guter Hacker’ muss darüber hinaus gemeinsam mit einem Team an Lösungen arbeiten und gut mit anderen kommunizieren können“, erklärt Nicholas Hansen vom Verein Swiss Cyber Storm. Das Gewinner-Team muss also nicht zwangsläufig das mit den besten technischen Genies sein. Die Fähigkeit, gut planen und im Team arbeiten zu können sowie die Herangehensweise an verschiedene Aufgaben und deren Delegation sind genauso wichtig. 

Hacken – ein einzigartiges Hobby, aber nur für White Hats

„Eine Voraussetzung für die Teilnehmer ist, dass sie noch keinen weiterführenden Hochschulabschluss in IT-Sicherheit (etwa einen Master in Informationssicherheit) oder einem benachbarten Feld haben. Die Teilnehmer haben den Großteil ihres Wissens also in ihrer Freizeit angesammelt“, sagt Steve Purser, Head of Core Operations bei ENISA.

Dabei werden nur sogenannte White-Hat-Hacker bei der European Cyber Security Challenge zugelassen. Im Gegensatz zu Black Hats dringen White Hats nicht mit böswilliger Motivation in Sicherheitssysteme ein. Die meisten White Hats arbeiten bei Firmen, die Sicherheitssoftware entwickeln, oder hacken, um ihr eigenes Sicherungssystem zu testen. White-Hat-Hacker sind also Hacker mit ethischen Grundsätzen. Auch Unternehmen und der öffentliche Sektor profitieren vom Hacking-Trend: Die jungen Cyber-Talente eignen sich Wissen an und sind sich gleichzeitig darüber bewusst, dass ihr Hobby eine auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragte Fähigkeit ist.

„Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Überlegungen zur Informationssicherheit immer wichtiger. Organisationen sind zum Schutz ihrer Infrastruktur auf Spezialisten angewiesen. Zu diesem Schutz gehört auch das Wissen darüber, wozu Cyber-Straftäter fähig sind und wie sie unsere Systeme angreifen. Dies ist ein wichtiges Puzzleteil auf dem Weg zu verlässlichen, sicheren Systemen und zur wirksamen Abwehr von Angriffen“, sagt Bernhard Tellenbach, Präsident von Swiss Cyber Storm.
„Die European Cyber Security Challenge bietet den Teilnehmern, die allesamt nicht in der IT-Branche arbeiten, die Möglichkeit, ihre digitalen Kenntnisse zu testen und anzuwenden. Darüber hinaus können sich die Wettbewerber aber auch über in der Praxis bewährte Vorgehensweisen austauschen. Außerdem soll die Challenge junge Menschen dazu ermutigen, ihr Wissen zu verbessern und zu vergrößern, um Bedrohungen im Internet bekämpfen zu können. Unser alltägliches Geschäft zeigt uns, dass Zusammenarbeit der Schlüssel für ein sicheres Internet ist. ENISA unterstützt diese Initiative und ist bestrebt, diese Veranstaltung zu einem festen Bestandteil in der Community für Netzwerk- und Informationssicherheit zu machen“, fügt Steve Purser hinzu.

Länder und Organisationen, die nächstes Jahr Teilnehmer zum Wettbewerb entsenden möchten, wenden sich bitte an ENISA , die die nächste European Cyber Security Challenge organisieren wird. Verbessert weiter Eure Skills und bleibt sicher im Internet! Wer weiß, vielleicht werdet auch Ihr Karriere im Bereich Internetsicherheit machen!

Weitere Informationen für Redakteure:

Über ENISA: Die Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA ist ein Kompetenzzentrum für Cybersicherheit in Europa. ENISA unterstützt die EU und die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung und Stärkung ihrer Fähigkeiten und Bereitschaft für die Vorbeugung, Erkennung und Reaktion auf Probleme und Zwischenfälle bei der Netzwerk- und Informationssicherheit. Darüber hinaus hilft ENISA der Europäischen Union (EU) bei der Entwicklung von politischen Strategien und Gesetzen im Bereich der Netzwerk- und Informationssicherheit. So trägt ENISA zum wirtschaftlichen Wachstum auf Europas Binnenmarkt bei.

Schweiz: http://challenge.swisscyberstorm.com/

Deutschland: http://www.cscg.de/

Österreich: http://www.verbotengut.at/

UK: http://cybersecuritychallenge.org.uk/

Spanien: https://cybercamp.es/

Rumänien: http://www.cybersecuritychallenge.ro/

 

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