Die Niedlichkeitsfalle: Wie Frauen die Ungleichbehandlung im Job untermauern, anstatt sich dagegen zu wehren

Zu oft sehen Frauen auf Bewerbungsfotos lieber naiv aus als kompetent.

Düsseldorf, 11. Juli 2016 – Frauen in Deutschland verdienen im Schnitt schlechter als Männer, laut Statistischem Bundesamt im letzten Jahr bezogen auf den Stundenlohn 21 Prozent weniger. Die Gründe dafür sind vielfältig, einer davon liegt in den Stereotypen, die von Frauen erwartet werden und die sie bewusst oder unbewusst pflegen. Beispiel Bewerbungsbilder: Fragt man Fotografen, wie Kundinnen auf den Bildern wirken möchten, lautet die Antwort „attraktiv und freundlich“. Also Blick von unten nach oben, offene Haare, große Augen und ein breites Lächeln. So, denkt ein Großteil der Frauen, sichern sie sich die Aufmerksamkeit des Personalers. Ein Trugschluss, denn eine gute Bewerbung sollte Kompetenz und Selbstbewusstsein vermitteln, und das fängt mit dem Bild an. Wie wissenschaftliche Arbeiten gezeigt haben, ist weibliche Attraktivität beim Kampf um den Job sogar eher hinderlich, Männlichkeit hingegen Trumpf. 1

   

Bescheidenheit ist eine Zier...

...doch weiter kommt man ohne ihr. Was das Sprichwort besagt, hat sich Fotograf Alexander Vejnovic zur Mission gemacht. Der Spezialist für Business-Fotos bietet besondere Shootings für Frauen an. Denn: „Den meisten Frauen ist nicht bewusst, wie sie im Foto das bescheidene, unbeholfene Mädchen mimen. Also bewege ich sie durch Beratung zu Porträts, die fachliche Kompetenz in Szene setzen und ganz beiläufig die sympathischen Facetten ihrer Persönlichkeit – so wie Männer das typischerweise automatisch tun.“ Ein Teil der Frauen kommt auch genau deswegen zu ihm in sein Düsseldorfer Fotostudio: Sie wollen bei ihrem möglichen neuen Arbeitgeber selbstbewusst auftreten. Doch genauso viele seiner Kundinnen beharren auf einem mädchenhaften Ausdruck und wehren sich geradezu gegen eine Darstellung, die vom bekannt weiblichen Schema abweicht. Vejnovics Erklärung: Sie seien es nicht gewohnt sich selbst so zu sehen. Und wenn sie nach dem Shooting doch von ihrem starken Foto überzeugt wären, hätten Familie oder Freunde etwas auszusetzen – das süße Mädchen sollte wieder her. Dass Frauen von klein auf daran gewöhnt sind, sich devot und zurückhaltend zu inszenieren, nennt Vejnovic die „Niedlichkeitsfalle“. Denn durch unbedarftes Posieren im Bewerbungsfoto untermauern Frauen althergebrachte Klischees über das eigene Geschlecht und sabotieren damit ihre beruflichen Ziele: Wer sich mit seinem Porträt schon beim Öffnen der Unterlagen naiv gibt, setzt beim Personaler oder Chef diesen Eindruck fest. Beim Vorstellungsgespräch führt das von vornherein zu einer schwächeren Verhandlungsposition im Vergleich zu dem, der sich selbstbewusst präsentiert.

Kein rosa Lipgloss vor der Kamera

Was können Bewerberinnen also beachten, wenn es um das Foto geht? Vejnovic misst einem selbstbewussten Blick in die Kamera besondere Bedeutung bei, auf Augenhöhe mit dem Betrachter und auf keinen Fall von unten. Weiter sollte das Lächeln nicht zu breit sein, eine Andeutung reicht für einen gewinnenden Eindruck vollkommen aus. Und das Styling, wenn nicht Schönheit, sondern Qualifikation vermittelt werden soll? „Dezent“ ist hier das Stichwort, erklärt Alexander Vejnovic: „Mit dem Make-up soll die Frau gepflegt aussehen, aber nicht geschminkt. Kräftige Farben auf Augen oder Lippen betonen viel zu sehr die Weiblichkeit, also ist rosa Lipgloss zum Beispiel ein Tabu.“ Auch die Kleidung sollte nicht vom Ausdruck der Bewerberin ablenken, daher lieber ein schlichtes, helles Top unter einem Blazer als die bunte Bluse. Lange Haare empfiehlt der Profi zusammenzubinden und Schmuck ganz wegzulassen. Zusammengefasst gilt, was die weibliche Seite einer Frau zu sehr betont, lenkt von ihrem Ausdruck der Kompetenz und Stärke ab. Oder anders formuliert: Kleidung, Haare, Make-up und Pose auf dem Business-Foto sollten die fachliche Kompetenz der jeweiligen Frau betonen.


1 Stefanie K. Johnson , Kenneth E. Podratz , Robert L. Dipboye & Ellie Gibbons (2010) Physical Attractiveness Biases in Ratings of Employment Suitability: Tracking Down the “Beauty is Beastly” Effect, The Journal of Social Psychology, 150:3, 301-318;
Anke von Rennenkampff: Aktivierung und Auswirkungen geschlechtsstereotyper Wahrnehmung von Führungskompetenz im Bewerbungskontext, Universität Mannheim 2004 

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Evamarie Mackenbrock
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Tel. 0211 61855137 / mob. 0175-4025492
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Über den Fotografen:
Alexander Vejnovic fotografiert seit über 30 Jahren vor allem Menschen. Nach langjähriger internationaler Tätigkeit im Bereich Modefotografie hat er sich mit seinem 250 qm großen Studio in der Düsseldorfer Innenstadt auf Persönlichkeitsfotografie spezialisiert. Tätigkeitsfelder: Fotos für verschiedene Berufsgruppen, Spezialgebiet kompetente Frauen, Fotos für Single-Börsen, Best Ager, Athleten, Musiker u.v.m.

Alexander Vejnovic, www.das-fotostudio-duesseldorf.de


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