Fluggastrechten droht weiterhin das Aus!

-       Sachstandsbericht im Ministerrat vorgelegt

-       Neues Gutachten zeigt: 70 Prozent der Fluggäste würden Anspruch verlieren

-        Verbraucher wehren sich mit Petition

Potsdam, 11. Juni 2015:

Auf der heutigen Sitzung des Rates für Verkehr, Telekommunikation und Energie beraten die Verkehrsminister in Brüssel über die Zukunft der Fluggastrechte in Europa. Noch gilt für die Flugpassagiere das bisherige, hohe Schutzniveau. Doch den Fluggastrechten droht das Aus.

„Seit über eineinhalb Jahren verhandelt der Rat nun schon die Revision der Fluggastrechte“, erklärt Philipp Kadelbach, Sprecher der Allianz für Fluggastrechte. „Heute haben die Passagiere Anrecht auf Entschädigungszahlungen ab einer Verspätung von 3 Stunden. Dem aktuellen Vorschlag der lettischen Ratspräsidentschaft zufolge, sollen Passagiere teilweise erst ab einer Verspätung von 12 Stunden entschädigt werden.“

Und es soll noch schlimmer kommen: „Die Airlines brauchen gar nichts mehr zu zahlen, wenn als Grund der Verspätung ein sogenannter ‚sicherheitsrelevanter Defekt‘ angegeben wird. Die Fluggesellschaften können quasi alles zu einem solchen Tatbestand erklären. Ein Passagier kann faktisch nie das Gegenteil beweisen“, nennt Kadelbach die negativen Auswirkungen für die Passagiere.

Die Auswirkungen des lettischen Vorschlags für die Verbraucher hat der Tourismus-Experte Prof. Dr. Freiherr von Dörnberg untersucht: 70 Prozent der Fluggäste haben demnach zukünftig keinen Anspruch mehr auf Entschädigung. Gleichzeitig gibt es für die Fluglinien keinen finanziellen Anreiz mehr in die Pünktlichkeit ihrer Flüge zu investieren.

Die Verbraucher wollen sich das nicht länger gefallen lassen und haben selbst eine Petition für den Erhalt des aktuellen Schutzniveaus gestartet. Schon über 40.000 Personen haben gegen die geplanten Einschränkungen unterschrieben ( https://www.change.org/p/europ%C3%A4ische-kommission-und-europ%C3%A4ischer-rat-eu-gegen-die-einschr%C3%A4nkung-der-fluggastrechte ).

Sprecher der Allianz für Fluggastrechte: Dr. Philipp Kadelbach, Geschäftsführer flightright GmbH

Medienkontakt: Julia Roitsch | Telefon  +49 0331 - 98169044 | germany@rightsonboard.de

Über die Allianz für Fluggastrechte ( #rightsonboard) : Die Allianz für Fluggastrechte wurde ins Leben gerufen, um die Rechte der Flugreisenden zu verteidigen - gegen die kontinuierlichen Bestrebungen der Fluggesellschaften, die Rechtsprechung zu ihren Gunsten zu ändern. Sie setzt sich zusammen aus Unternehmen und Verbraucherverbänden aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Ihre Mission ist es, die Passagierrechte zu schützen und die rechtlichen Änderungen, die vom Europäischen Rat vorgeschlagen wurden, zu stoppen.

Weitere Informationen und Berechnungen auf: www.rightsonboard.de

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Über uns

Flightright, das Verbraucherportal für Fluggastrechte, hilft Flugpassagieren nach Verspätungen, Umbuchungen oder der Annullierung von Flügen bei der Durchsetzung von Entschädigungsforderungen gegenüber den Fluggesellschaften. Flightright beruft sich auf die Fluggastrechte-Verordnung 261/2004 der Europäischen Union. Diese spricht Betroffenen von Flugausfällen und Verspätungen eine Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro durch die ausführende Fluggesellschaft zu. Das Verbraucherportal wurde im Frühjahr 2010 von Dr. Philipp Kadelbach gegründet.

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Zitate

„Seit über eineinhalb Jahren verhandelt der Rat nun schon die Revision der Fluggastrechte“
Dr. Philipp Kadelbach, Sprecher der Allianz für Fluggastrechte
„Heute haben die Passagiere Anrecht auf Entschädigungszahlungen ab einer Verspätung von 3 Stunden. Dem aktuellen Vorschlag der lettischen Ratspräsidentschaft zufolge, sollen Passagiere teilweise erst ab einer Verspätung von 12 Stunden entschädigt werden.“
Dr. Philipp Kadelbach, Sprecher der Allianz für Fluggastrechte
„Die Airlines brauchen gar nichts mehr zu zahlen, wenn als Grund der Verspätung ein sogenannter ‚sicherheitsrelevanter Defekt‘ angegeben wird. Die Fluggesellschaften können quasi alles zu einem solchen Tatbestand erklären. Ein Passagier kann faktisch nie das Gegenteil beweisen“
Dr. Philipp Kadelbach, Sprecher der Allianz für Fluggastrechte