Neuer DFG-Sonderforschungsbereich mit HHU-Beteiligung

Bioinformatik

Düsseldorf, 14.12.2017 – Der neue Sonderforschungsbereich 1310 wird die „Vorhersagbarkeit in der Evolution“ untersuchen. An diesem SFB der Universität zu Köln sind auch Prof. Dr. Martin Lercher und Dr. Tin Pang von der Arbeitsgruppe für Computergestützte Zellbiologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) beteiligt. In den kommenden vier Jahren werden in Düsseldorf Computermodelle zur Vorhersage evolutionärer Veränderungen entwickelt.

Die Evolutionsbiologie befasst sich traditionell mit der Rekonstruktion vergangener Prozesse und mit Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Spezies über lange Zeiträume hinweg. Der neue SFB 1310 will untersuchen, wie zukünftige Evolutionsprozesse zumindest kurzfristig vorhergesagt werden können. Erforscht werden sich schnell entwickelnde Systeme wie Mikroben, Viren, Immunsysteme und Krebszellen. So sollen Methoden entwickelt werden, um wichtige Prozesse in diesen Systemen vorherzusagen, darunter die Evolution von Arzneimittelresistenzen, von Antikörpern in Immunsystemen und die Ko-Evolution von Krankheitserregern und ihren Wirtsorganismen.

Die Düsseldorfer Bioinformatiker werden dafür Computer-Vorhersagemodelle erstellen, die sich auf die evolutionäre Veränderung von Stoffwechselprozessen in Mikroben konzentrieren. Bisherige Computermodelle für den Stoffwechsel kompletter Zellen vernachlässigen die Konzentrationen von Metaboliten. Deren Berücksichtigung soll die Genauigkeit von Vorhersagen im Hinblick auf die Anpassung von Mikroorganismen an ihre Umgebung und die Effekte, die evolutionäre Veränderungen auf das Stoffwechselsystem haben, drastisch erhöhen. Die Düsseldorfer Forscher betreten mit diesem Ansatz Neuland. Letztlich sollen die Modelle Vorhersagen zulassen, in welche Richtung und in welchen Schritten sich ein Mikroorganismus entwickeln wird.

Sprecherhochschule des SFB 1310 „Vorhersagbarkeit in der Evolution“ ist die Universität zu Köln und das Kölner Universitätsklinikum, Sprecher ist Prof. Dr. Michael Lässig vom dortigen Institut für Theoretische Physik und Quantitative Biologie. Beteiligt sind neben der HHU das Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns in Köln sowie Partnerinstitutionen in Göttingen, Paris, Wageningen (Niederlande) und Lissabon. Der Sonderforschungsbereich wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für vier Jahre mit etwa acht Millionen Euro gefördert. In der Arbeitsgruppe von Prof. Lercher werden damit ein Postdoc und ein Doktorand finanziert.


Redaktion / Dr.rer.nat. Arne Claussen
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Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 35.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

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