Neues Zentrum für Internetforschung in Bochum

HHU Mit-Gründungsgesellschafter

Was das Internet mit uns, unseren Beziehungen und unserer Kommunikation, mit der Demokratie, der Kultur und der Gesellschaft macht, werden Spitzenforscher aus dem In- und Ausland künftig in Bochum ergründen. Und das sollen sie erklärtermaßen nicht im Elfenbeinturm tun. Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) gehört zu den Gründungsgesellschaftern des Centers for Advanced Internet Studies (CAIS).

Die Digitalisierung beeinflusst nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Mit ihr sind große Chancen, aber auch bedeutende Risiken verbunden. Ihre Erforschung steht im Mittelpunkt des Centers for Advanced Internet Studies (CAIS), das zum 1. Januar 2017 in Bochum entstehen wird. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung Nordrhein-Westfalen (MIWF NRW) hat gestern eine Förderung von rund 3 Millionen Euro für zunächst drei Jahre bewilligt. Darüber hinaus wurde eine Weiterförderung im Umfang von bis zu 2 Millionen Euro nach positiver Evaluation bereits in Aussicht gestellt. Das neue Zentrum soll ein Ort der innovativen Forschung und des aktiven Transfers wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Gesellschaft sein. Das CAIS will im Dialog mit der Öffentlichkeit an der verantwortlichen Gestaltung des durch die Digitalisierung ausgelösten sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wandels aktiv mitwirken und den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern.

„Gerade die Wissenschaft in NRW ist in hervorragender Weise geeignet, genau jene wichtigen Lösungen zu erarbeiten, die die Digitalisierung vorantreiben und den damit verbundenen Wandel ganz im Sinne der Menschen positiv gestalten. Mit dem CAIS wird die NRW-Forschungslandschaft um eine zentrale Adresse für kreative und kooperative Forschungsvorhaben internationaler Forschergruppen erweitert“, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Gründungsgesellschafter des Zentrums sind neben der Ruhr-Universität Bochum die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Westfälische Wilhelms-Universität Münster und das Grimme-Institut (Marl). Zudem bilden die Gründungsgesellschafter des CAIS gemeinsam mit dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften ein Konsortium, das sich an der Ausschreibung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für ein Deutsches Internet-Institut beteiligt und mit vier weiteren Bewerbern die Endrunde des Wettbewerbs erreicht hat. Im Erfolgsfall würde das CAIS einen wichtigen Bestandteil des Deutschen Internet-Instituts bilden.

Kreativen Wissenschaftlern und engagierten Protagonisten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bietet das CAIS drei Programmlinien: Im Fellowprogramm können sich nationale und internationale Wissenschaftler sowie Persönlichkeiten der Praxis und des öffentlichen Lebens bis zu sechs Monate am CAIS aufhalten. Die Fellows leben und arbeiten in dieser Zeit in Bochum und haben Gelegenheit, in einem inspirierenden Umfeld entlastet von anderen Verpflichtungen individuelle oder gemeinsame Vorhaben durchzuführen. Im Projektprogramm können Arbeitsgruppen bis zu drei Monate das CAIS für die Konzipierung und Umsetzung gemeinsamer Projekte nutzen. Das Veranstaltungsprogramm dient der Förderung von Tagungen, Workshops, Symposien, Kolloquien und Summer Schools.

Zentrales Anliegen des CAIS ist der Dialog mit der Öffentlichkeit. Das Zentrum versteht sich als Impulsgeber für die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Akteuren aus Wirtschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Kultur und Medien. Geplant sind neben der persönlichen Zusammenarbeit zwischen einzelnen Wissenschaftlern und Praxispartnern unter anderem öffentliche Vorlesungen der Fellows, Gesprächskreise mit Fellows über ihre Forschungsthemen sowie ein jährliches CAIS-Bürgerforum zur Zukunft der Digitalisierung. „Wissenstransfer ist keine Einbahnstraße“, betont Prof. Dr. Michael Baurmann, designierter wissenschaftlicher Direktor des CAIS und Sprecher des Düsseldorfer Instituts für Internet und Demokratie. „Die Menschen sollen von den Erkenntnissen der Forschung am CAIS und dem Dialog mit den Wissenschaftlern profitieren, und sie sollen vor allem auch ihr eigenes Wissen und ihre Erfahrungen mit dem Internet und den Umwälzungen ihrer Lebens- und Arbeitswelt durch die Digitalisierung in die Forschung einbringen.“ Kernthemen des CAIS sind die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Bereiche Politik und Zivilgesellschaft, Staat und Verwaltung, Wirtschaft und Arbeit sowie Bildung und Sicherheit. Übergreifende Fragestellungen sind die Entwicklung einer digitalen Werteordnung, die Sicherung digitaler Souveränität und die Vermittlung digitaler Kompetenzen.

„Die Stadt Bochum freut sich außerordentlich über die Ansiedlung des CAIS und gratuliert den Initiatoren zur Förderung. Damit können wir in Bochum unsere Stärken im Bereich IT-Sicherheit und Digitalisierung weiter ausbauen. Insbesondere die Beschäftigung mit den ganz alltäglichen Fragen der Internetnutzung und der Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern stellt eine wichtige Voraussetzung dar“, kommentiert Oberbürgermeister Thomas Eiskirch.

Die erste Ausschreibung für die Programme am CAIS soll Anfang des Jahres erfolgen; die ersten Fellows und Arbeitsgruppen hofft man im April begrüßen zu können. Das CAIS will Internetforschung in seiner ganzen Breite fördern und nimmt bei seinen Programmen innovative Vorschläge von Antragstellern auf, schreibt aber auch eigene Themenschwerpunkte aus.

Kontakt

Dr. Josef Haschke, Institut für Sozialwissenschaften, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Tel.: 0211 81 10587, E-Mail: josef.haschke@hhu.de

Dr. Esther Laufer, Horst-Görtz Institut für IT Sicherheit, Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234 32 24086, E-Mail: esther.laufer@rub.de

Stabsstelle Presse und Kommunikation
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel.:   49 211 81-10898
Fax:   49 211 81-15279
kommunikation@hhu.de
www.hhu.de

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 31.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

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Über uns

Die junge Hochschule verfügt bereits über eine gewachsene Tradition: Sie ging aus der 1907 eingerichtete Medizinischen Akademie hervor. Im Jahre 1965 wurde vom Land NRW die heutige Universität gegründet. Die Hochschule startete mit drei Fakultäten: Medizinische Fakultät, Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät sowie Philosophische Fakultät. 1988 in Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf umbenannt, erlebte die Hochschule ein dynamisches Wachstum. Sie wurde in den 1990ern um zwei weitere Fakultäten erweitert: die Wirtschaftswissenschaftliche und Juristische Fakultät. Heute forschen, lehren und arbeiten auf dem Campus rund 17.000 Studierende, mehr als 1.700 Lehrende sowie 850 weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Start des Wintersemesters 2010/2011 konnte die Hochschule fast 4.000 neue Studierende begrüßen.

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