Olympische Spiele besser in Paris als London

Theoretische Physik: Veröffentlichung zur Nahverkehrssicherheit

23.07.2012 – Ein internationales Forscherteam um den Physiker Dr. Christian von Ferber von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat die Nahverkehrssysteme von Paris und London verglichen. Ergebnis: Das Pariser Nahverkehrssystem ist besser gegen Unfälle, Terror und Streiks gesichert als das Londoner Netz. In dieser Hinsicht sollten die anstehenden Olympischen Spiele besser in Paris stattfinden. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Transportation Security“.

Dr. von Ferber vom Institut für Theoretische Physik II untersuchte mit internationalen Forscherkollegen, wie leicht die Nahverkehrsnetze von Paris und London durch zufällige Störungen oder gezielte Angriffe zum Erliegen kommen können. Das Werkzeug: Die Theorie komplexer Netzwerke, mit der sie den Ausfall von Knotenpunkten simulierten.

Im direkten Vergleich ist das Pariser Nahverkehrsnetz in fast jeder Hinsicht sicherer ist als das Londoner. Dieses Ergebnis berücksichtigt sowohl gezielte Eingriffe wie Streiks oder Terrorakte als auch Unfälle. Die Widerstandsfähigkeit des Pariser Netzes führen die Forscher auf die relativ hohe Anzahl hochverzweigter Knotenpunkte, sogenannter „Hubs“ zurück. Dort können Fahrgäste umsteigen und andere Verbindungen wählen.

Berücksichtigt man weitere Folgeeffekte, wie die Blockade von Schienen, können sowohl das Pariser wie auch das Londoner Netzwerk durch gezieltes Ausschalten von nur 0,5% dieser Knotenpunkte zum Zusammenbruch gebracht werden. In ganz Paris wären dies nur 17 Stationen.

Warum beschäftigen sich theoretische Physiker mit dem öffentlichen Nahverkehr in Großstädten? Dr. Christian von Ferber sieht hier besondere Stärken seines Fachs, der theoretischen statistischen Physik:: „Wir verfügen über Methoden, mit denen wir sehr gut komplexe Netzwerke untersuchen können – Netzwerke, die in vielen Bereichen des Alltags auftreten. Gerade Nahverkehrsnetzwerke interessieren uns wegen der oftmals stark unterschiedlichen Situationen in verschiedenen Städten“.

Die mathematische Modellierung der Verkehrsnetze hilft, die neuralgischen Knotenpunkte aufzufinden, die für die Widerstandsfähigkeit des Netzwerks entscheidend sind. Das Londoner Verkehrsnetz könnte widerstandsfähiger werden, wenn man zusätzliche Hubs einrichtet. Dies wäre ohne große Investitionen z.B. durch Umleiten von Buslinien leicht machbar. Für die am 27. Juli startenden Olympischen Spiele in London kommen diese Empfehlungen aber zu spät.

Die Forschungsergebnisse veröffentlichten Dr. von Ferber und seine Kollegen jüngst in der Zeitschrift Journal of Transportation Security unter dem Titel: „A Tale of two Cities: Vulnerabilities of the London and Paris transit networks“.

Quelle

“A tale of two cities, Vulnerabilities of the London and Paris transit networks." Journal of Transportation Security, Springer (New York),
Autoren: C. von Ferber1,2, B. Berche3, T. Holovatch2,3, Yu. Holovatch4

1 Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; 2Coventry University, UK; 3 Université Lorraine, Nancy France; 4Institute for Condensed Matter Physics, NAS. Lviv Ukraine.

http://www.springerlink.com/content/120909/?Content+Status=Accepted&MUD=MP

Kontakt

Dr. Christian von Ferber
Institut für Theoretische Physik II
E-Mail: ferber@thphy.uni-duesseldorf.de

A. C.

Dr.rer.nat. Arne Claussen
Abteilung Kommunikation

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel.:   49 211 81-10896
Fax:   49 211 81-15279
claussen@zuv.hhu.de
www.hhu.de

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