Was Maisschädlinge über Gehirnfunktionen verraten

Neue DFG-Forschergruppe in der Biologie

01.02.2016 – Der Pilz Ustilago maydis (Maisbeulenbrand) ist ein für die Forschung spannender Modellorganismus. An ihm können Transportmechanismen in Zellen untersucht werden, die ähnlich auch bei der Embryonalentwicklung und bei Nervenzellen auftreten. Hierauf konzentriert sich die neue Forschergruppe FOR2333, die von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert wird und an der sich Düsseldorfer Biologen beteiligen.

Eine zentrale Frage der Zellbiologie lautet: Wie kommen innerhalb einer Zelle Botenstoffe und Proteine an genau die Stelle, wo sie gebraucht werden? Hierzu wird eine Art Schienennetz eingesetzt, die so genannten Mikrotubuli (Proteinröhren). Sie bilden auch das innere Skelett der Zellen. Entlang dieser Strecken verfrachten Motorproteine ihre molekularen Lasten.

Der Maisbeulenbrand, der in Mexiko als Delikatesse geschätzt ist, kommt hier ins Spiel. Aber nicht wegen seiner kulinarischen Qualitäten, sondern als gut zu untersuchender Modellorganismus, der Parallelen zu vielen anderen Zellstrukturen aufweist. Die Düsseldorfer Grundlagenforscher vom Institut für Mikrobiologie um Prof. Dr. Michael Feldbrügge wollen insbesondere die Langstreckentransporte in den teilweise sehr langen Pilzzellen untersuchen. Denn diese weisen große Ähnlichkeiten mit Nervenzellen auf, die mit ihren Fortsätzen (Axonen) erstaunliche Strecken überbrücken, um ein neuronales Netz zu knüpfen.

Dabei werden auch Anwendungsaspekte verfolgt. Prof. Feldbrügge hierzu: „Derzeit arbeitet unser Institut mit Hochdruck daran, die gewonnen Erkenntnisse für biotechnologische Projekte zu verwenden. So gelang es, ein neuartiges Proteinexportsystem aufzudecken und für den Export von Biopharmaka wie Antikörper zu verwenden. Bislang befindet sich diese Forschung noch in den Kinderschuhen, aber die Fortschritte der letzten Jahre sind bemerkenswert.“

Forschergruppe FOR2333

Die Forschergruppe FOR2333 „Makromolekulare Komplexe in der mRNA Lokalisation“ ist ein Verbundprojekt der Universitäten Tübingen, Frankfurt, Düsseldorf, der LMU München sowie des Tübinger Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie und des European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg. Das Ziel ist zu untersuchen, wie Moleküle innerhalb von Zellen transportiert werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt seit 2016 über drei Jahre (erste Phase) mit insgesamt rund 2,4 Millionen Euro. Das Düsseldorfer Teilprojekt erhält davon ca. 400.000 Euro. In dem interdisziplinären Projekt kommen Forscher zusammen, die sich neben Pilzen auch mit Taufliegen und Mäusen beschäftigen, um mit einem breiten Ansatz die intrazelluläre Logistik zu verstehen

Weitere Informationen: http://www.for2333.de

Kontakt

Prof. Dr. Michael Feldbrügge
Institut für Mikrobiologie
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel.: +49-(0)211 81-15475
feldbrue@hhu.de
http://www.mikrobiologie.hhu.de/

Dr.rer.nat. Arne Claussen
Stabsstelle Kommunikation

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel.:   49 211 81-10896
Fax:   49 211 81-15279
arne.claussen@hhu.de
www.hhu.de

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 30.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

Tags:

Über uns

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 31.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

Abonnieren