Wie Erreger das Immunsystem austricksen

Abschlusssymposium der Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection II“

05.10.2016 – Vom 21.-23. September 2016 stellten Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher der Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection II“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) bei ihrem dritten und abschließenden Symposium ihre Forschungsprojekte im Bereich der Infektionsforschung vor. Vier externe Nachwuchswissenschaftler/innen standen ihnen als Diskussionspartner zur Seite.  

Die 25 Doktorandinnen und Doktoranden der Graduiertenschule forschen zu vielen unterschiedlichen Bereichen der Infektionsbiologie. Die Forschungsthemen umfassen Krankheitserreger von Viren über Bakterien und Parasiten bis hin zu Pilzen. Wichtige verbindende Aspekte der Arbeiten der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind es herauszufinden, mit welchen Strategien die Krankheitserreger die Abwehrreaktionen der Wirtszellen umgehen oder manipulieren, wie der Erstkontakt mit einer potentiellen Wirtszelle zustande kommt und welche Immunreaktionen die Krankheitserreger stoppen können.

Neben der Präsentation der Forschungsberichte der Promovierenden und deren Diskussion tauschten sie sich intensiv mit externen Experten über aktuelle Forschungsergebnisse aus. Vier Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler waren zu „Manchot Lectures in Infection Biology“ eingeladen und gaben Einblicke in ihre Forschungsleistungen und ihre bisherigen Karrieren:

  • Dr. Alessia Ruggieri, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Jun.-Prof. Dr. Michaela Müller-McNicoll, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
  • Dr. Petra Bacher, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Dr. Marc Erhardt, Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig

Dr. Ruggieri sprach über RNA-Viren und wie sie die Immunantwort der Wirtszellen zu ihrem Vorteil verändern können. Jun.-Prof. Müller-McNicoll berichtete über ihre Ergebnisse zu RNA-bindenden Proteinen. Sie konnte zeigen, dass dasselbe Protein in unterschiedlichen Zelltypen jeweils anders modifiziert wird, was Konsequenzen auf die jeweilige Genexpression und damit auf die betroffene Zelle haben kann. Dr. Bacher erörterte die unterschiedliche Reaktion von Immunzellen auf opportunistische Pilze in gesunden und geschwächten Individuen. Hierbei kommt es nur bei immungeschwächten Patienten zu schwerwiegenden lebensbedrohlichen Infektionen. Bei den opportunistischen Pilzen wollen die Forscher herausfinden, warum in einem Fall eine lebensbedrohliche Situation durch die Pilzinfektion entsteht und im anderen Fall eine Antigen-spezifische Toleranz entwickelt wird. Dr. Erhardt sprach über Salmonellen, die beim Menschen gastrointestinale Infekte auslösen können. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Bewegungsapparat von Salmonellen und wie dieser gesteuert wird.

Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection II“ (MOI II)

Die Düsseldorfer Jürgen Manchot Stiftung fördert maßgeblich die Infektionsforschung an der Medizinischen und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der HHU. Sie hat auch die Implementierung eines wissenschaftlichen Beirates für die Graduiertenschule ermöglicht.

Im Jahr 2009 wurde die Manchot Graduiertenschule „Molecules of Infection“ eingerichtet. Die zweite Förderperiode MOI II begann im April 2013 und läuft über 3 ½ Jahre. Neben 1,4 Millionen Euro Fördermitteln aus der Jürgen Manchot Stiftung wird MOI II mit weiteren 455.000 Euro aus dem Strategischen ForschungsFonds der HHU unterstützt. Im Oktober 2016 beginnt die dritte Förderperiode, die wiederum von der Manchot Stiftung und der HHU unterstützt wird und die bis zum Jahr 2020 dauern wird.

Die MOI II weist ein breites Forschungsspektrum und ein strukturiertes Graduiertenausbildungsprogramm auf. Neben der materiellen Förderung durch die MOI II Manchot Graduiertenschule durchlaufen die Promovierenden ein umfangreiches, englischsprachiges Curriculum. Es besteht aus Vorlesungen zu übergeordneten Themen der Infektionsforschung und Symposien, in denen sich die Mitglieder der MOI II gegenseitig über ihre aktuelle Forschung austauschen. Abgerundet wird das Curriculum durch ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm, in dem ihnen auch berufsrelevante Soft Skills sowie die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis vermittelt werden.

Neben den 18 Stipendiaten sind 10 weitere Kollegiaten an die MOI II Graduiertenschule angegliedert und nehmen am Curriculum teil. Einige haben ihre Doktorarbeit bereits erfolgreich abgeschlossen. Die MOI II wird von Prof. Dr. Johannes Hegemann (Institut für Funktionelle Genomforschung der Mikroorganismen) und Prof. Dr. Klaus Pfeffer (Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene) geleitet. Die geförderten Promotionsprojekte befassen sich mit der gesamten Bandbreite aktueller infektiologischer Themen und unterschiedlicher Infektionserreger – von der Tuberkulose über Pilzerkrankungen bis hin zu Infektionen mit Chlamydien und der Suche nach Impfstoffen.

Kontakt

Dr. Inge Krümpelbeck
wissenschaftliche Koordinatorin
MOI II Manchot Graduiertenschule
c/o Institut für Funktionelle Genomforschung der Mikroorganismen
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel.: 0211-81 11877
E-Mail: inge.kruempelbeck@hhu.de
 

Dr.rer.nat. Arne Claussen
Stabsstelle Kommunikation

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel.:   49 211 81-10896
Fax:   49 211 81-15279
arne.claussen@hhu.de
www.hhu.de

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 31.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

Tags:

Über uns

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Landeshauptstadt und eine feste Größe in der deutschen Hochschullandschaft.An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 31.000 Studierende. Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften. Zuletzt konnte im Rahmen der „Exzellenzinitiative“ von Bund und Ländern die Förderung eines Exzellenzclusters in der Pflanzenzüchtungsforschung gewonnen werden.Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

Abonnieren