Theater der Unterdrückten

Sechste Station der „CrossCulture Tour“ des ifa bringt Theater aus Iran nach Dresden

Sonntag, 10.09.2017, 15 Uhr
Nancy-Spero-Saal
HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden
Eintritt frei

Dresden/Stuttgart, 04.09.2017 – Befeuert der Abbau natürlicher Ressourcen soziale Konflikte? Wie hängen Umweltschutz und Menschenrechte zusammen? Im „Theater der Unterdrückten“ der Iranerin Ramshid Rashidpour verbindet sich politische Bewusstseinsbildung mit befreiendem Spiel. Die Entwicklung und Inhalte der Aufführung im Festspielhaus Hellerau bestimmt das iranisch-deutsche Ensemble gemeinsam mit dem Publikum. „Durch diese Methode hinterfragen die Zuschauerinnen und Zuschauer die Realität, in der sie leben“, erklärt die Initiatorin Ramshid Rashidpour. „Sie analysieren Bekanntes, entdecken Neues und entwickeln neue Lösungsansätze.“ Das „Theater der Unterdrückten“ ist die sechste Station der CrossCulture Tour des ifa, die seit April durch Deutschland tourt.

Das „Theater der Unterdrückten“ ist eine interaktive Form des Theaters, bei der die Gäste nicht auf eine passive Zuschauerrolle beschränkt sind. In einer Konfliktszene erarbeitet das Ensemble gemeinsam mit dem Publikum verschiedene Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten. Entwickelt wurde die Methode zu Beginn der 1970er Jahre in Brasilien von dem Regisseur, Theaterautor und Theatertheoretiker Augusto Boal. Er nutzte das „Theater der Unterdrückten“, um benachteiligten sozialen Gruppen eine Stimme zu gehen. Die Theatererfahrung sollte sie befähigen, eigene Interessen und Ziele zu formulieren und sich dafür einzusetzen.

Im Anschluss an die Vorstellung lädt das Schauspielensemble im Golgi Park zu Gesprächen bei Tee und Suppe.
Parallel findet im Golgi Park im Rahmen der „Offenen Gärten Hellerau“ ein Kulturprogramm statt.


Ramshid Rashidpour steht nach der Aufführung am Sonntag, 10. September für Interviews zur Verfügung.


Über die Initiatorin Ramshid Rashidpour
Ramshid Rashidpour wuchs in einer iranischen Künstlerfamilie auf. Seit ihrer Geburt ist sie von Musik, Gemälden, Handarbeitsdesign und Theater begeistert. Die studierte Umweltwissenschaftlerin verbrachte ihr CrossCulture Praktikum im Jahre 2015 beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Berlin. Als Fachfrau für Umweltthemen mit künstlerischen Wurzeln war sie stets von der Idee fasziniert, Bildung, Kunst, Kultur und Umweltthemen miteinander zu verflechten. Als Folge wählte sie das Format „Theater der Unterdrückten“ als interaktive Methode für nachhaltige Bildung und Unterhaltung. Derzeit absolviert Frau Rashidpour ein Postgraduiertenkolleg an der Technischen Universität Dresden – im Centre for International Postgraduate Studies of Environmental Management (CIPSEM).


Über das Ensemble
Das Ensemble des „Theaters der Unterdrückten“ besteht aus sechs Iranerinnen und Iranern und vier Mitgliedern aus Deutschland. Die iranischen Ensemblemitglieder reisen exklusiv für die Veranstaltung nach Deutschland. Sie kommen aus unterschiedlichen Städten, darunter Amol, Teheran, und Babol.

Über die CrossCulture Tour
Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) trägt die „CrossCulture Tour“ zwischen April und Oktober 2017 den interkulturellen Dialog in sieben deutsche Städte. Alumni des CrossCulture Programms machen grenzüberschreitenden Austausch zwischen Menschen und Kulturen in interaktiven Veranstaltungen erfahrbar. Die Schwerpunkte sind mit jenen vier des Programms deckungsgleich: Politik und Gesellschaft, Menschenrechte und Frieden, Nachhaltige Entwicklung sowie Medien und Kultur. Die CrossCulture Tour wird durch Mittel des Auswärtigen Amts gefördert. www.ifa.de/crossculturetour

Pressekontakt ifa
Inga Zoller, Stabsbereich Kommunikation, Tel. 0711.2225.212, presse@ifa.de

Kontakt Hellerau
Frauke Wetzel, Publikumsentwicklung, Netzwerke und kulturelle Bildung, Tel.  0351.26462.37 , wetzel@hellerau.org

Über das ifa
Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) feiert 2017 sein 100-jähriges Bestehen. Deutschlands älteste Mittlerorganisation für auswärtige Kulturbeziehungen wurde im Ersten Weltkrieg, am 10. Januar 1917, als „Werk des Friedens inmitten des Kriegs“ gegründet. www.ifa.de/100
Nach einer intensiven Aufbauphase in der Weimarer Republik, der Zweckentfremdung und Gleichschaltung während des Nationalsozialismus und der Neugründung in der jungen Bundesrepublik versteht sich das ifa heute als ein Kompetenzzentrum für internationale Kulturbeziehungen und künstlerische Diskurse. Das ifa bietet umfangreiche Aktivitäten zu Kulturaustausch und ziviler Konfliktbearbeitung an. Grundlage dieser internationalen Ausrichtung ist ein weitreichendes Netzwerk von Partnern im In- und Ausland. Das Leitthema des Jubiläumsjahrs 2017 lautet „Kulturen des Wir“. www.kulturen-des-wir.de

Über HELLERAU
Das Festspielhaus Hellerau – 1911 als Bildungsanstalt für Rhythmik erbaut – ist heute Sitz von HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden. Nach der wechselvollen Geschichte des Hauses – u. a. wurde es in den 30er Jahren als Militärlager genutzt und diente der Sowjetarmee später als Kaserne und Lazarett – begann in den 90er Jahren die Wiederbelebung des Ortes durch Kunst. Mittlerweile zählt HELLERAU zu den wichtigsten interdisziplinären Zentren zeitgenössischer Künste Deutschlands und Europas.

www.hellerau.org

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Über uns

Das ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) engagiert sich weltweit für ein friedliches und bereicherndes Zusammenleben von Menschen und Kulturen. Es fördert den Kunst- und Kulturaustausch in Ausstellungs-, Dialog- und Konferenzprogrammen. Als Kompetenzzentrum der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik vernetzt es Zivilgesellschaft, kulturelle Praxis, Kunst, Medien und Wissenschaft. Es initiiert, moderiert und dokumentiert Diskussionen zu internationalen Kulturbeziehungen.Das ifa ist weltweit vernetzt und setzt auf langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es wird gefördert vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Landeshauptstadt Stuttgart.

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