Der Gefahr begegnen – Risiken minimieren

Unternehmen und Hochschulen arbeiten in Sachsen-Anhalt mit Hochdruck an Lösungen für die Baustelle IT-Sicherheit

IT-Lösungen aus Sachsen-Anhalt werden vom 20. bis 24. März in Hannover - in Halle 6 / Stand B47 auf der CeBIT 2017 präsentiert. SengiIT , das einen hochsicheren Cloudspeicher für dezentrale Teams anbietet, wird ebenfalls am Stand von Sachsen-Anhalt vertreten sein.

---

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht und wird es wohl auch nie geben. Laut Definition des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik bezeichnet IT-Sicherheit „einen Zustand, in dem die Risiken, die beim Einsatz von Informationstechnik aufgrund von Bedrohungen und Schwachstellen vorhanden sind, durch angemessene Maßnahmen auf ein tragbares Maß reduziert sind“. Für das Gelingen der Digitalisierung ist Cyber-Sicherheit eine wesentliche Voraussetzung, entsprechend wächst die Zahl einschlägiger Firmen in Sachsen-Anhalt: Zum Beispiel hat sich mit der AV-Test GmbH ein weltweit führender Anbieter von Services im Bereich der IT-Sicherheit und Antiviren-Forschung etabliert; die DIGITTRADE GmbH entwickelt und produziert externe Festplatten und USB-Sticks mit Hardwareverschlüsselung sowie zertifizierte Lösungen für die Speicherung sensibler Daten auf mobilen Speichermedien. IT-Sicherheit und Datenschutz sind nicht ohne Grund einer der Schwerpunkte der „Digitalen Agenda“, die derzeit in Sachsen-Anhalt unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung erarbeitet wird.

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland sei von digitalen Angriffen betroffen, 52 Milliarden Euro Schaden pro Jahr würden dadurch verursacht, sagt Franz Weisbrich. Er ist Wirtschaftsingenieur und CEO von „ Sengi IT , einem Start-up aus Halle. Vier junge Männer, Absolventen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik, gründeten das Unternehmen mit Hilfe des Gründerservices der Universität Halle. „Wir bieten einen hochsicheren Cloudspeicher für dezentrale Teams an“, erklärt Franz Weisbrich. Die Cloud-Lösung ist einfach zu bedienen und bietet Mitarbeitern sicheren Zugang zu Firmendaten, auch von unterwegs. Dabei werden die Daten verschlüsselt,  in kleinste Teile zerlegt und dann in verschiedenen unabhängigen Datenzentren in Deutschland gespeichert. Sollte es also einmal zu einem Diebstahl kommen, könnte der Angreifer mit den „Schnipseln“ nichts anfangen. „Und niemand weiß, auch nicht wir selbst,  welche Daten wo gespeichert werden“, betont Franz Weisbrich. Ihr Produkt wollen Sengi IT erstmals auf der CeBIT vorstellen.

Als „große Baustelle“ bezeichnet Dr. Sandro Wefel, Informatiker an der Uni Halle , das Thema IT-Sicherheit. Eine Hochschule ist aufgrund ihrer Strukturen besonders anfällig für Angriffe. „Unsere Netze sind anders geschützt als die von Unternehmen; für die Freiheit von Lehre und Forschung sind sie offener. Hinzu kommt, dass bei uns viele Geräte angeschlossen sind, die nicht auf Sicherheit designt worden sind, Roboter zum Beispiel.“ Außerdem würden Mitarbeiter und Studierende auch mit privaten Geräten arbeiten, von denen dann leicht Schadsoftware auf das Uni-Netzwerk übertragen werden könne, sagt Dr. Wefel.

Mit einem gemeinsam mit der Hochschule Harz entwickelten und inzwischen abgeschlossenen Projekt hofft er, für mehr Sicherheit sorgen zu können. Mit einer schwer zu fälschenden Smartcard sollen sich Nutzer gegenüber universitären Diensten im Netz ausweisen können. Nur ein Lesegerät und eine PIN wären dafür erforderlich, die Nutzung eines Passwortes würde entfallen. Jedoch ist die Ausrüstung von Mitarbeitern und Studenten mit Chipkarten  momentan noch zu aufwändig. Dr. Sandro Wefel hofft, dass spätestens bis 2020 mit der Verbreitung des elektronischen Personalausweises, der dann als Smartcard genutzt werden könnte, die Ergebnisse des Projektes umgesetzt werden können.

Keine Frage, das Thema drängt. Schließlich sind private und öffentliche Unternehmen heute in allen Bereichen ihrer Geschäftstätigkeit auf IT-Systeme angewiesen, Privatpersonen nutzen sie im täglichen Leben - mit steigender Tendenz. Gleichzeitig wachsen die Bedrohungen: Datendiebstahl, Sabotage, Spionage, technische Systemausfälle oder der Missbrauch von Systemen beispielsweise durch die Veränderung von publizierten Inhalten. Die Gefahr kommt unbemerkt daher, meist wird sie erst im Schadensfall erkannt, und sie hat viele Methoden. Schadsoftware wie Trojaner oder Computerviren zum Beispiel, Ransomware, Botnetze oder Identitätsdiebstahl richten mittlerweile Schäden in Milliardenhöhe an.

Eine neue Qualität der Gefährdung beschreibt das BSI in seinem aktuellen Lagebericht: „Die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung durch Entwicklungen wie dem Internet der Dinge, Industrie 4.0 oder Smart Everything bieten Cyber-Angreifern fast täglich neue Angriffsflächen und weitreichende Möglichkeiten, Informationen auszuspähen, Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu sabotieren oder sich anderweitig auf Kosten Dritter kriminell zu bereichern.“ Lösungen für den Datenschutz, und Datensicherheit bei gleichzeitiger Informationsfreiheit werden also nicht nur in Sachsen-Anhalt weiter Hochkonjunktur haben, allein aus den letzten Jahren sind auf dem Forschungsportal des Landes Sachsen-Anhalt weit über einhundert Projekte zu finden, in denen sich Forscher und Unternehmen mit Fragen der IT-Sicherheit beschäftigt haben, egal, ob in der Landwirtschaft, im Gesundheitswesen, im Tourismus oder unterwegs im Auto.

Diese und weitere IT-Lösungen aus Sachsen-Anhalt werden vom 20. bis 24. März in Hannover - in Halle 6 / Stand B47 auf der CeBIT 2017 präsentiert.

Alle Informationen online: www.investieren-in-sachsen-anhalt.de/cebit-2017

Pressekontakt:

Frauke Flenker-Manthey
Pressesprecherin
Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH
Am Alten Theater 6
39104 Magdeburg
Tel.: 0391-568 99 71
Fax.: 0391-568 99 51
E-Mail: flenker-manthey@img-sachsen-anhalt.de
www.investieren-in-sachsen-anhalt.de

Hintergrund zur IMG Sachsen-Anhalt mbH

Die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) ist die Wirtschaftsförderungsagentur des deutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt. 

Die Mitarbeiter der IMG bieten alle Leistungen rund um die Ansiedlung im Land – von der Akquisition bis zum Produktionsstart. Außerdem vermarktet die IMG den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort nach außen und zeichnet verantwortlich für das Tourismusmarketing im In- und Ausland. 

Bereits zum zweiten Mal in Folge wurde die IMG als eine der beiden besten regionalen Wirtschaftsförderungsagenturen in Europa mit dem internationalen „Top Investment Promotion Agency Award 2016“ ausgezeichnet.

Das Land Sachsen-Anhalt ist einziger Gesellschafter der IMG. Weiterführende Informationen zu unseren Leistungen finden Sie hier.

Tags:

Über uns

Die Investitions- und Marketinggesellschaft mbH ist die Ansiedlungs- und Marketingagentur Sachsen-Anhalts. Wir begleiten Sie als Partner - bei der Standortsuche, bei Förder- und Finanzierungsfragen, im Umgang mit Behörden und bei allen Fragen der Projektrealisierung. Unser Service ist vertraulich und kostenfrei.Die Investitions- und Marketinggesellschaft mbH (IMG) ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Sachsen-Anhalts.

Abonnieren

Medien

Medien

Zitate

Wir bieten einen hochsicheren Cloudspeicher für dezentrale Teams an.
Franz Weisbrich, Wirtschaftsingenieur und CEO von Sengi IT