Biogas bleibt gute Wahl als vielseitige erneuerbare Energiequelle

PRESSEINFORMATION
Melle, 3. Mai 2017

BioConstruct: Mais für Biogas nur auf fünf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen

Mit der Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum 1. Januar 2017 steht Biogas vor einer neuen Hürde. „Durch die Novellierung sowie die geringen Preise für Öl und Gas sind neue Biogasanlagen in Deutschland nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll zu betreiben“, so Henrik Borgmeyer, Geschäftsführer der BioConstruct GmbH in Melle. Die ersten Monaten haben das bestätigt. Der Fokus richtet sich auf den Ausbau und die Effizienzsteigerung bestehender Anlagen. Doch da wartet mit der kürzlich verabschiedeten und zum Sommer in Kraft tretenden Düngeverordnung eine weitere Herausforderung. Außerdem ist das Thema Vermaisung zuletzt wieder in die Diskussion gerückt. „Zu Unrecht“, wie Borgmeyer festhält. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer hatte sich dafür ausgesprochen, den Maisanbau als Rohstoff zur Energiegewinnung zurückzufahren.

Die Branche arbeitet daran, den Maisanteil zu reduzieren, jedoch darf das nicht auf Kosten der Wirtschaftlichkeit gehen. „Es macht keinen Sinn, die wirtschaftlichste Energiepflanze zu verdrängen, schließlich verlangen alle, dass Erneuerbare Energien kostengünstiger werden“, bestätigt Silke Weyberg, Regionalreferentin Nord im Fachverband Biogas. Auf die Frage nach einer Vermaisung antwortet Borgmeyer aber mit einem klaren Nein. Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland beträgt circa 16,5 Millionen Hektar. Energiepflanzen werden auf insgesamt rund 2,2 Millionen Hektar angebaut, davon sind etwa 1,4 Millionen Hektar für Biogas. Die Anbaufläche für Mais liegt in den vergangenen Jahren konstant bei rund 890.000 Hektar. „Mais für Biogas wird also nur auf gut fünf Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut“, rechnet Borgmeyer vor. In Deutschland gehen aktuell etwa zwei Drittel des Maisanbaus in die Futtermittelproduktion. Bundesweit gibt es nur ganz wenige Regionen, in denen ein bedeutender Anteil an Energiemais festzustellen sei.

Auf den Äckern wie in den Biogasanlagen gilt daher: Der richtige Mix ist wichtig. Und auch wenn die neue Düngeverordnung durchaus Investitionen nach sich zieht, soll Gülle weiter eine gute Rolle spielen. „Biogas kann sich durch Güllevergärung als Dienstleister für die Landwirtschaft anbieten, da die Treibhausgase im Gärprozess abgebaut und zu Energie umgewandelt werden. Die Nährstoffe aber im Gärrest für die Düngung enthalten bleiben“, fasst Weyberg zusammen.

„Bei jedem konventionellen Kraftwerk liegen schon allein bei der Verstromung die Verluste bei deutlich über 50 Prozent, weil die entstehende Wärme in der Regel nicht genutzt wird. Bei Biogasanlagen wie unserer in Melle liegen die Verluste nur bei 26 Prozent“, nennt Borgmeyer einen weiteren positiven Umweltaspekt. Bei einer Stromproduktion von 8,76 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ergibt das eine Gesamteinsparung von 5.600 Tonnen Kohlendioxid. Dies entspricht dem CO²-Ausstoß von rund 1.950 Mittelklasse Pkw pro Jahr bei einer rechnerischen Laufleistung von 20.000 Kilometern und einer CO²-Emissionen von 140 Gramm pro Kilometer.

Für Borgmeyer wird Biomasse und insbesondere Biogas als besonders vielseitige erneuerbare Energiequelle nicht ausreichend gewürdigt. Und das, obwohl Biomasse einen Anteil von acht Prozent am Energiemix in Deutschland hat und damit Strom für fast acht Millionen Haushalte liefert. Zum Vergleich: Der Anteil von Photovoltaik beträgt rund sechs Prozent. Außerdem arbeiten Biogasanlagen effizient. Ein Beispiel: Die Gülle von 100 Schweinen liefert pro Jahr 300 Tonnen Biomasse. Daraus können in einer Biogasanlage 15.000 Kilowattstunden Strom gewonnen werden. Zum Vergleich: Aus 1.000 Biomülltonnen á 120 Kilo werden rund 16.800 Kilowattstunden gewonnen. Aus einem Hektar Mais etwa 21.000 Kilowattstunden. Ein Haushalt verbraucht durchschnittlich pro Jahr etwa 3.500 Kilowattstunden.

„Wir helfen aktiv die so genannten Dunkelflauten, das sind die Zeiten, in denen Wind und Sonne keinen Strom liefern, der Verbrauch aber hoch ist, zu kompensieren. Das kann aktuell unter den Erneuerbaren nur Biogas leisten“, so Weyberg. Eine Chance für Biogas sieht sie unter anderem darin, mehr auf den direkten Nutzen zu schauen. So zum Beispiel mit Tankstellen für E-Autos oder intelligent gekoppelten Wärmenetzen, wie BioConstruct unter anderem eins in Melle betreibt.


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Über BioConstruct
Die BioConstruct GmbH aus Melle (Niedersachsen) ist ein führender Anbieter für die Planung und den Bau von schlüsselfertigen Biogas-, Windenergie- und Photovoltaikprojekten in Europa. Seit der Gründung im Jahr 2001 hat das Unternehmen mehr als 400 Erneuerbare-Energie-Projekte in Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Italien Tschechien, Lettland, Estland, der Türkei und den Niederlanden realisiert. Mit breitem Wissen in Anlagenbau, Projektentwicklung, Verfahrenstechnik, Finanzierung, Förderung und Genehmigung steht BioConstruct seinen Partnern von der Machbarkeitsstudie über die technische Planung, den Bau der Anlage und die Inbetriebnahme bis hin zum After-Sales-Service zur Seite. Der Generalunternehmer für erneuerbare Energie entwickelt maßgeschneiderte Komplettlösungen für Landwirte, Projektentwickler, Gemeinden, Gemeinschaften, Energieversorgungsunternehmen und Grundbesitzer. Darüber hinaus betreibt BioConstruct 20 eigene Anlagen. Das Unternehmen beschäftigt ca. 90 Mitarbeiter am Stammsitz in Melle und erzielte 2015 einen Umsatz von rund 60 Millionen Euro.


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