Bad Dürrheim. Über „Stress im Alter“ referierte der leitende Arzt des Reha-Zentrums Hüttenbühl Dr. Hans-Joachim Leyhausen beim letzten Vortrag

Zwar war der Kreis der Zuhörer, im Gegensatz der sonstigen Vorträge, eher geringer, aber die die da waren, waren umso interessierter. Wie alle Zuhörer feststellten hatte sich das Kommen wieder wirklich gelohnt. Bereits im vergangenen Jahr um die gleiche Zeit, gab es einen Vortrag zum Thema „Stress“ im Gesundheitsforum, doch der Vortrag von Hans-Joachim Leyhausen ging in eine ganz andere Richtung wie die Initiatorin und Moderatorin des Gesundheitsforums Andrea Kanold feststellte. Gerade jetzt in der "düsteren" und kalten Jahreszeit ist der Stressfaktor besonders hoch. Unwohlsein plagt die Menschheit ob Jung oder Alt, denn es wird einfach nicht richtig hell draußen. Kühles dunkles Wetter deprimiert. Strahlend blauer Himmel mit Sonnenschein motiviert. Stress an sich ist nicht nur ein Thema für Schüler und Berufstätige, sondern betrifft auch die ältere Generation. Häufig ist dieser Personenkreis davon betroffen, wenn erst einmal die Phase des dritten Lebensabschnittes "Ruhestand" eingetreten ist. Das Tagesprogramm ist von heute auf morgen ein ganz anderes. Personen die früher gesund waren, werden plötzlich krank, oftmals auch gleich schwer. Oder es stirbt gar ein nahe stehender Mensch, dann ist Stress oder auch Depressionen oft vorprogrammiert, wusste Leyhausen zu berichten. Um diese Krise überwinden zu können, sei Hilfe und Unterstützung besonders wichtig, so der Mediziner. Wie die Hilfe und Unterstützung aussehen könnte, berichtete er ebenfalls. Als Möglichkeiten zur Seelenhygiene zeigte er auf, dass es sinnvoll sein kann, ein Tagebuch zu führen. Malen von Bildern, Musik hören, oder auch Theater spielen grade dazu sei es im Alter auch nicht zu spät. Es baue die sozialen Kontakte aus und mache viel Spaß. Weitere Faktoren sind Zuversicht erzeugen, nicht immer alles so schwarz sehen und dosierte soziale Verantwortung. Hierfür nannte Leyhausen als Beispiel einen Vorlesenachmittag im Kindergarten oder ähnliches. Die Glücksboten im Gehirn müssen gefordert werden. Gerade im Alter gehe es nicht um Schnelligkeit sondern um Ausdauer. Dies gelte auch für den Sport. Zur Stressvermeidung gehört auch ausreichend Bewegung wie beispielsweise täglich eine Stunde spazieren gehen, war einer der letzten Tipps des Klinikleiters für die interessierten Zuhörer. Diese nutzten im Anschluss an den Vortrag noch die Möglichkeit direkt Fragen an Hans-Joachim Leyhausen zu stellen. Für dieses Jahr ist die vielbesuchte Vortragsreihe beendet, so Andrea Kanold. Im kommenden Februar wird die Reihe mit einem Vortrag über „Schüssler Salze“ weiter gehen.

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