Kulturforum - Django Asül „Fragil“

Fragil – das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie zerbrechlich. Gut, man hätte das Programm auch „zerbrechlich“ nennen können. Aber Fremdwörter klingen nun mal irgendwie intelligenter. Und welcher bescheidene Künstler gibt sich nicht gerne der leisen Hoffnung hin, dass auch oder gar vor allem Intelligente den Weg in die Vorstellung finden? Doch selbst dem Pseudo-Intelligenten dämmert langsam: Fragilität ist in der Tat zum Alltagsphänomen geworden in unserer Gesellschaft. Von oben bis unten, von quer bis rüber und von wegen bis überhaupt sind wir umgeben von fragilen Strukturen. Letzten Endes ist sogar das einst stabile Deutschland fragiler als erwartet. Die Politik lässt nichts unversucht: Die Armen fühlen sich im Stich gelassen, die Reichen verfolgt und die Leistungsträger ausgebeutet. Und so bohrt sich das Fragile in alle Lebensbereiche: Ob Familie, Arbeitsplatz, Freizeit oder Schule – eine vom Staat ungewollte, aber dennoch veranlasste Verwahrlosung macht sich überall breit. Und der Bürger ist endgültig Staatsfeind Nummer eins. Das Misstrauen ersetzt das Gemeinsame und macht das Fragile an sich zum Perpetuum Mobile. Was bleibt einem über, wenn man alles über hat? Auswandern? Kapitulieren? Betrügen? Das wäre fad. Django Asül will erst mal die Situation für und um sich klären und stellt fest: Leicht ist es nicht – aber lustig! Denn neue Fragen tauchen auf: Ist es sinn- und identitätsstiftend, Deutscher zu werden? Was tun, wenn Mann merkt, dass seine biologische Uhr tickt? Wieso zersplittert Europa auf dem Weg zur Einheit immer mehr? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Steht beim Migrationshintergrund am Ende gar die Frustration im Vordergrund? Aber wie heißt es so schön: Wer nicht vor der eigenen Tür kehrt, kann sinnlos Staub aufwirbeln. Deshalb versucht Django Asül, zumindest mit sich ins Reine zu kommen. „Fragil“ ist also auch der ultimative Test, wie viel Gruppendynamik ein Individuum vertragen kann. Künstlerwebseite: www.django-asuel.de ASS-DUR Freitag, 29. April 2011 um 20.00 Uhr auf der Bühne des Haus des Bürgers in Bad Dürrheim zu sehen. Veranstalter ist das Kulturforum Bad Dürrheim. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Sparkasse Schwarzwald-Baar, der Rothaus Brauerei, dem Energiedienst, Radio 7 und der Südwestpresse. Karten sind im Haus des Gastes in Bad Dürrheim, Tel.: 07726/666-266, sowie bei allen bekannten Vorverkaufstellen des Kultur-Ticket-Verbundes Schwarzwald-Baar-Heuberg erhältlich. Der Eintritt beträgt im VVK 16,- € (zzgl. 10% Vorverkaufsgebühr); ermäßigt 14,- € (zzgl. 10% Vorverkaufsgebühr) und an die Abendkasse 18,-; ermäßigt 16,-

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