Selbsthilfegruppen für Depressive stellen sich beim Selbsthilfetag vor

Bad Dürrheim. Im Rahmen des 12. Bad Dürrheimer Selbsthilfetages, der am 13 März von 10:00 bis 16:00 Uhr stattfindet, stellt sich erstmals die noch junge „Selbsthilfegruppe Depressionen“ aus Villingen vor. Sie trifft sich seit Mai 2007 unter der Leitung von Monika Schmieder. Diese wurde von einer Mitarbeiterin beim sozialpsychiatrischen Dienst im Caritasverband in dem Wunsch bestärkt, eine Selbsthilfegruppe ins Leben zu rufen. Mit Unterstützung durch die Selbsthilfekontaktstelle beim Gesundheitsamt wurde das Vorhaben umgesetzt. Als Betroffene weiß Frau Schmieder selbst, wie wichtig es für Menschen mit Depressionen ist, in Kontakt mit anderen zu sein. In die Isolation abzurutschen sollte mit allen Kräften verhindert werden. Alle zwei Wochen bietet die Gruppe diese Möglichkeit. Man trifft sich in einem Kreis von Menschen, denen man nicht erklären muss, was sein Leben belastet. Leider wissen immer noch zu wenige über die Krankheit wirklich Bescheid. „Durch den Tod von Robert Enke waren viele Menschen betroffen. Es gab mehr Gespräche über Depression in dieser Zeit“, begrüßt Erika Wehrle, Leiterin der „Selbsthilfegruppe Depressive in Furtwangen“, das Interesse an der Erkrankung. Typische Symptome der „Ganzkörper“- Erkrankung sind beispielsweise anhaltende depressive Stimmung, Verlust von Interesse und Freude, Schlafstörungen und eine erhöhte Müdigkeit. In der Gruppe stellen sich Betroffene den Problemen. Sie erzählen, wie sie mit ihrer Situation umgehen und positive Strategien der anderen können selbst ausprobiert werden. Ein professionelles therapeutisches Angebot ist die Gruppe jedoch nicht. Stattdessen sollen die Gruppenmitglieder durch den Besuch darin unterstützt werden, sich um sich selbst zu kümmern und etwas für sich selbst zu tun. Wie schwer das für die Betroffenen oft ist, bestätigt Frau Wehrle. Über die Gruppentreffen hinaus holen sich die Mitglieder auch gegenseitig zum Spazierengehen ab. Theaterbesuche und Wanderungen werden gemeinsam veranstaltet. Einen ganz besonderen Plan hat die Villinger Gruppe für das Frühjahr: Sie möchte ermöglichen, dass sich Betroffene in einer kleinen Gruppe kreativ betätigen können. Die Gruppen in Villingen und in Furtwangen sind jederzeit offen für neue Interessierte. So lässt sich auch vereinbaren, sich mit den Gruppenleiterinnen schon eine halbe Stunde vor Beginn des Gruppentreffens zusammenzusetzen, um sich vorab kennenzulernen. Beim Selbsthilfetag in Bad Dürrheim stellen sie ihre Gruppenangebote vor und laden alle Interessierten ein, sich direkt bei ihnen zu informieren. Ansprechpartnerinnen: Villingen: Monika Schmieder, Tel. 0174/20 67 677, Treffen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 18.00 Uhr im Gemeindepsychiatrischen Zentrum (GPZ) in der Gerwigstr. 6 Furtwangen: Erika Wehrle, Tel. 07723 / 92 96 49, Treffen jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 19.00 Uhr im Altenheim St. Cyriak, Am Kirchberg 6 im Konferenzzimmer

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