Bergbauern erhalten auch bei nicht erfasster Milch ihr volles Milchgeld

Piding, 10. Januar 2019Schwere Schneedecken auf den Dächern, gefürchtete Lawinenabgänge und rutschige Fahrbahnen: Wettergott Petrus lässt Bayern im Schnee versinken. Auch in Teilen des Milcherfassungsgebiets der Molkerei Berchtesgadener Land herrscht Chaos auf den Straßen. Das extreme Schneetreiben schränkt die Milcherfassung im Alpenraum teilweise ein. Alle Landwirte, deren Milch aufgrund der Schneelage nicht abgeholt werden kann, erhalten für die Milchmenge das volle Milchgeld.


Noch heute Morgen schien die Lage in der Milcherfassung bei der Molkerei Berchtesgadener Land gut machbar. Seit heute Mittag ist nun klar, dass die Milch leider nicht mehr bei allen Landwirten der Genossenschaft abgeholt werden kann. So ist in der Jachenau bei Bad Tölz aufgrund von Straßensperren keine Milchabholung mehr möglich. Auch vereinzelte Betriebe am Samerberg und in Berchtesgaden können nicht mehr abgeholt werden bzw. die Bauern selber schaffen es nicht ihre Tanks zum Straßenabhol-Treffpunkt zu bringen. Aufgrund des extremen Schneefalls haben die Sammelwagen inzwischen eine Verspätung von ca. 3 Stunden. Trotz des Einsatzes beider Ersatzsammelwagen wird es heute (10.01.2019) voraussichtlich nicht mehr gelingen von allen Landwirten die Milch zu holen. Die Molkerei Berchtesgadener Land hofft, dass bis morgen die Straßen wieder befahrbar sind und die Milch abgeholt werden kann.

Geschäftsführung und Vorstand der Molkerei haben in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz entschieden, dass alle Landwirte, deren Milch aufgrund der Schneelage nicht abgeholt werden kann, für die Milchmenge das volle Milchgeld erhalten.


Milchwagenfahrer Franz Foisner berichtet

„Der Winter ist für mich als Fahrer schon eine gefährliche Zeit“, gibt Milchwagenfahrer Franz Foisner zu, „Ich muss weit hinauf, auf über 1.000 Meter, und auf schmalen Straßen, die teilweise verweht oder nicht geräumt sind.“ Innerhalb von zwei Tagen holen er und seine Kollegen rund 1,6 Millionen Liter Milch von 1.700 Landwirten ab, die teilweise in extremen Gebieten entlang der deutschen Alpenstraße liegen. Bis auf 1.050 Meter in die Ramsau im Berchtesgadener Land, die Jachenau bei Bad Tölz oder nach Mittenwald im Garmischer Landkreis führt die Tour die Milchwagenfahrer – also quer durch die verschneite Alpenregion. Halt macht Franz Foisner bei vielen kleinen Höfen, die zum Teil nur 25 Liter Milch abgeben.

Starke Gefälle, gewaltige Steigungen und die schwappende Milch im Wagen sind bei Schnee und Eis eine noch größere Herausforderung. Doch die Fahrzeuge sind für die Extremtouren ausgerüstet: Schleuder- und Schneeketten bringen die Fahrer – und die Milch – sicher an ihr Ziel. „Die Landwirte verlassen sich auf mich, dass ich die Milch in gutem Zustand zur Molkerei nach Piding bringe“, erklärt Franz Foisner, „Würden wir die Milch nicht an vielen Stationen abholen, würden viele Landwirte aufhören, weil sich der Aufwand für einen eigenen Transport für sie nicht lohnt.“ Die Mühe ist es der Molkerei Berchtesgadener Land jedoch wert, da die Bergbauernmilch eine einmalige Qualität hat. Grund dafür ist das Futter für die Tiere: eine vielfältige Mischung aus Gräsern, Alpenkräutern und sogar Heilpflanzen. Bei solchen Wetterbedingungen, wie sie momentan in Bayern herrschen, ist Franz Foisners Frau jeden Abend froh, wenn ihr Mann nach Hause kommt. Trotzdem liebt er seinen Job: „Wir machen das gern für unsere Landwirte. Bei uns wird die Landwirtschaft noch mit Liebe betrieben.“

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E-Mail: barbara.steiner-hainz@molkerei-bgl.de

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Telefax 0049 (0) 8651 / 7004-1199
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Der Winter ist für mich als Fahrer schon eine gefährliche Zeit.
Franz Foisner, Milchwagenfahrer