Auszeichnung für Tierschützer aus Mecklenburg-Vorpommern

12. Deutscher Tierschutzpreis

Sie schützen Leben, kämpfen für die gute Sache, investieren ehrenamtlich Zeit und Geld – und wurden für ihr Engagement jetzt ausgezeichnet: Mit Frank Demke vom Rostocker Verein „Wildtierhilfe e.V.“ und der Bürgerinitiative „Rettet das Landleben“ aus Demmin wurden gleich zwei Projekte aus Mecklenburg-Vorpommern beim Deutschen Tierschutzpreis geehrt. Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, zollte den Preisträgern mit einem Grußwort Respekt.

Berlin/Bonn, 21.10.2016. Bereits zum zwölften Mal hat der Deutsche Tierschutzbund gemeinsam mit den Marken Pedigree und Whiskas sowie den Zeitschriften FUNK UHR und SUPER TV den Deutschen Tierschutzpreis verliehen. Als Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes hat die Sängerin Stefanie Hertel die unabhängige Jury bei der Auswahl der Sieger unterstützt. Gemeinsam mit dem Sänger und Gitarristen Lanny Lanner und den Sängerinnen Christine und Michaela Brezovsky gestaltete sie das musikalische Rahmenprogramm der Preisverleihung. Moderatorin Alida Gundlach führte durch den Abend.

Frank Demke vom Rostocker Verein „Wildtierhilfe e.V.“, der sich die Rettung von Rehkitzen zur Aufgabe gemacht, belegte den dritten Platz beim Deutschen Tierschutzpreis und erhielt die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung bei der feierlichen Preisverleihung in Berlin. „Er opfert seine Zeit für Wildtiere in Not. Mit seinem Vorbildprojekt, das er ohne eigene wirtschaftliche Vorteile betreibt, setzt er sich mit viel Engagement für die Tiere ein“, lobte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Zehntausende Rehkitze sterben jedes Jahr auf Feldern bei der Heuernte, wenn sie im hohen Gras zum Opfer landwirtschaftlicher Mähdrescher werden. Um das zumindest in seiner Region zu verhindern, hat Demke einen Hexacopter mit einer Infrarotkamera entwickelt. Dieses drohnenähnliche Fluggerät kann bestimmte Gebiete abfliegen und Landwirte über Wildtiere innerhalb dieser Areale informieren. So können Rehkitze vor dem sicheren Tod gerettet werden. 

Die Bürgerinitiative „Rettet das Landleben“ aus Demmin erhielt einen Sonderpreis für ihren Einsatz für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. Seit 2011 betreiben Mitglieder der Bürgerinitiative wöchentlich eine Mahnwache vor der Sauenzucht-Anlage von Adrianus Straathof in Alt Tellin, um auf die dortigen Haltungsbedingungen aufmerksam zu machen. Zudem gehört die Initiative zu den Mitbegründern des bundesweiten Netzwerkes „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. „Die Initiative hat sich nie einschüchtern oder zurückdrängen lassen und zeigt deutlich, dass sich der Protest und Einsatz für den Tierschutz auszahlen“, waren sich Thomas Schröder und Stefanie Hertel, die die Laudatio hielt, einig.

Neben den Tierschützern aus Mecklenburg-Vorpommern wurden weitere Projekte zugunsten des Tierschutzes ausgezeichnet: Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Platz belegte der Verein „Das Leid der Vermehrerhunde e.V.“ aus dem niedersächsischen Wallenhorst, der über illegalen Welpenhandel aufklärt und Hospizplätze für alte und kranke Zuchthündinnen und Deckrüden vermittelt. Den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz erhielt der Verein „Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg e.V.“ mit seinem Projekt „Tierische Senioren für Senioren", bei dem ältere Katzen an ältere Menschen vermittelt werden. Für ihr Lebenswerk wurde Helga Beckmann vom nordrhein-westfälischen Tierschutzverein Ahlen und Umgebung e.V. ausgezeichnet, die sich noch mit fast 80 Jahren ehrenamtlich im Hundehaus des örtlichen Tierheims engagiert.

„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis möchten wir engagierte Menschen ehren, die sich nachhaltig für das Wohl von Tieren einsetzen“, sagte Schröder. „Es macht Mut, das liebevolle Engagement zu sehen, das so vielfältig und so sehr am Wert des Tieres orientiert ist.“

„Gemeinsam sorgen wir für mehr Tierwohl in deutschen Ställen“

In seinem Grußwort hob der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, besonders den Wert des ehrenamtlichen Engagements im Tierschutz hervor. „Ich gratuliere den Trägerinnen und Trägern des Deutschen Tierschutzpreises herzlich und danke ihnen für ihr Engagement!“ Und weiter: „Engagierte Bürger, Unternehmen, der Staat und Verbraucher – gemeinsam können wir für mehr Tierwohl sorgen. Ein wichtiger und verlässlicher Partner ist dabei der Deutsche Tierschutzbund, dessen Expertise und Beratung ich bei meiner Arbeit für mehr Tierwohl sehr schätze. Derzeit, eine der Schwerpunktdebatten, hebe ich die Bemühungen zur Entwicklung eines staatlichen Tierwohllabels hervor. Mein Haus arbeitet intensiv an der Entwicklung eines Tierwohllabels für Produkte, bei deren Erzeugung höhere als die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten werden. Ich will für eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln sorgen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bewusste Kaufentscheidungen für mehr Tierwohl treffen können.“

Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises 2016 (v.l.n.r.): Moderatorin Alida Gundlach, Kristina Richter (Pedigree/Whiskas), Frank Demke (3. Platz), Stefanie Heidrich (Funk Uhr/Super TV), Sängerin Stefanie Hertel, Britta Wolff (Funk Uhr/Super TV) und Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund).  

Foto: © Milena Schlösser

Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises 2016 (v.l.n.r.): Moderatorin Alida Gundlach, Kristina Richter (Pedigree/Whiskas), Günter Hegewald (Gewinner Sonderkategorie), Stefanie Heidrich (Funk Uhr/Super TV), Sängerin Stefanie Hertel, Britta Wolff (Funk Uhr/Super TV) und Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund).

Foto: © Milena Schlösser

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