Verein aus Wallenhorst gewinnt Deutschen Tierschutzpreis

Preisverleihung in Berlin

Sie schützen Leben, kämpfen für die gute Sache, investieren ehrenamtlich Zeit und Geld – und wurden für ihr Engagement jetzt mit einer renommierten Auszeichnung geehrt: Der Verein „Das Leid der Vermehrerhunde e. V.“ aus dem niedersächsischen Wallenhorst ist der Gewinner des diesjährigen Deutschen Tierschutzpreises. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der Verein bei einer feierlichen Preisverleihung in Berlin. Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, zollte den Preisträgern mit einem Grußwort Respekt.

Berlin/Bonn, 21.10.2016. Mit Engagement setzt sich der Verein „Das Leid der Vermehrerhunde e.V.“ aus Wallenhorst für die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Haltungs- und Lebensbedingungen von Vermehrerhunden ein. Dabei handelt es sich um Mutterhündinnen und Deckrüden, die von unseriösen Züchtern und Händlern unter katastrophalen Umständen gehalten und für die Massenzucht ausgebeutet werden. „Das stumme Leid der Hündinnen, die als Wurfmaschinen missbraucht werden, bleibt oft unentdeckt. Diese Tiere brauchen Öffentlichkeit, daher ist die Aufklärungsarbeit des Vereins von großer Bedeutung“, lobte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, bei der Preisverleihung im Berliner Umweltforum. Neben der wertvollen Aufklärungsarbeit kümmert sich der Verein im Nachhinein um betroffene Welpenkäufer und klärt diese rechtlich auf, um gegen die Händler aktiv werden zu können. Zudem werden Hospizplätze für alte und kranke Zuchthündinnen sowie Deckrüden vermittelt. „Die Arbeit des Vereins ist ein wichtiger Beitrag für unseren schon Jahre andauernden Kampf gegen den illegalen Welpenhandel und seine grausamen Konsequenzen“, so Schröder.

Seit zwölf Jahren verleiht der Deutsche Tierschutzbund den Deutschen Tierschutzpreis gemeinsam mit den Marken Pedigree und Whiskas sowie den Zeitschriften FUNK UHR und SUPER TV. Als Botschafterin des Deutschen Tierschutzbundes hat die Sängerin Stefanie Hertel die unabhängige Jury bei der Auswahl der Sieger unterstützt. Gemeinsam mit dem Sänger und Gitarristen Lanny Lanner und den Sängerinnen Christine und Michaela Brezovsky gestaltete sie das musikalische Rahmenprogramm der Preisverleihung. Moderatorin Alida Gundlach führte durch den Abend.

Neben den Tierfreunden aus Wallenhorst wurden weitere Projekte zugunsten des Tierschutzes ausgezeichnet: Den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Platz beim Deutschen Tierschutzpreis belegte der Verein „Katzenschutz Bonn/Rhein-Sieg e.V.“ mit seinem Projekt „Tierische Senioren für Senioren", bei dem ältere Katzen an ältere Menschen vermittelt werden. Mit 1.000 Euro ging der dritte Platz an Frank Demke vom Rostocker Verein „Wildtierhilfe e.V.“, der sich mit einem Fluggerät mit Infrarotkamera die Rettung von Rehkitzen auf landwirtschaftlich genutzten Feldern zur Aufgabe gemacht hat. Für ihr Lebenswerk wurde Helga Beckmann vom nordrhein-westfälischen Tierschutzverein Ahlen und Umgebung e.V. ausgezeichnet, die sich noch mit fast 80 Jahren ehrenamtlich im Hundehaus des örtlichen Tierheims engagiert. Den Sonderpreis erhielt die Bürgerinitiative „Rettet das Landleben“ aus Demmin in Mecklenburg-Vorpommern, die sich für mehr Tierschutz in der Landwirtschaft einsetzt.
„Mit dem Deutschen Tierschutzpreis möchten wir engagierte Menschen ehren, die sich nachhaltig für das Wohl von Tieren einsetzen“, sagte Schröder. „Es macht Mut, das liebevolle Engagement zu sehen, das so vielfältig und so sehr am Wert des Tieres orientiert ist.“

„Gemeinsam sorgen wir für mehr Tierwohl in deutschen Ställen“

In seinem Grußwort hob der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, besonders den Wert des ehrenamtlichen Engagements im Tierschutz hervor: „Ich gratuliere den Trägerinnen und Trägern des Deutschen Tierschutzpreises herzlich und danke ihnen für ihr Engagement!“ Und weiter: „Engagierte Bürger, Unternehmen, der Staat und Verbraucher – gemeinsam können wir für mehr Tierwohl sorgen. Ein wichtiger und verlässlicher Partner ist dabei der Deutsche Tierschutzbund, dessen Expertise und Beratung ich bei meiner Arbeit für mehr Tierwohl sehr schätze. Derzeit, eine der Schwerpunktdebatten, hebe ich die Bemühungen zur Entwicklung eines staatlichen Tierwohllabels hervor. Mein Haus arbeitet intensiv an der Entwicklung eines Tierwohllabels für Produkte, bei deren Erzeugung höhere als die gesetzlichen Mindeststandards eingehalten werden. Ich will für eine klare Kennzeichnung von Lebensmitteln sorgen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bewusste Kaufentscheidungen für mehr Tierwohl treffen können.“

Strahlende Gesichter bei der Verleihung des Deutschen Tierschutzpreises 2016 (v.l.n.r.): Moderatorin Alida Gundlach, Kristina Richter (Pedigree/Whiskas), Werner Senster (1. Platz), Stefanie Heidrich (Funk Uhr/Super TV), Jennifer Regenbrecht (1. Platz), Britta Wolff (Funk Uhr/Super TV), Sängerin Stefanie Hertel und Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund).

Foto: © Milena Schlösser

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