Uni allein macht nicht fit für den Job:

Deutsche Studenten setzen auf Berufspraxis und Weiterbildung

  • Studenten sehen Praxiserfahrung als beste Vorbereitung auf den Job
  • 17 Prozent bereiten sich gezielt auf Anforderungsprofile potentieller Arbeitgeber vor
  • Ergänzende Bildungsangebote jenseits des Studiums sind gefragt
  • Praktika, Nebenjobs und Selbststudium als Qualifikationsmaßnahmen beliebt 

Darmstadt, 24.11.2015 – Deutsche Studenten haben schon während des Studiums den Berufseinstieg im Blick. 90 Prozent bereiten sich neben dem Studium auf ihren späteren Job vor, indem sie praktische Erfahrungen sammeln oder zusätzliche Qualifikationen erwerben. Dies zeigt der aktuelle unicensus kompakt, eine regelmäßige deutschlandweite Umfrage des Personaldienstleisters univativ. Im Oktober 2015 befragte univativ 1.039 Studenten und Studentinnen zum Thema Weiterbildung und Berufsvorbereitung.

Nur eine Minderheit von 16 Prozent der Befragten sieht das Studium als beste Vorbereitung für das spätere Berufsleben. Weit wichtiger sind nach Ansicht der Studenten praktische Erfahrungen. Für mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sind Praxissemester und Praktika die beste Art, berufsrelevante Fähigkeiten zu erwerben. Weitere 23 Prozent fühlen sich durch Nebenjobs bestens für den Berufseinstieg gerüstet. Für immerhin fünf Prozent sind fachspezifische Schulungen die beste Vorbereitung auf die Arbeitswelt.

Studenten fühlen sich gut auf Zukunftsthemen vorbereitet

Das bedeutet nicht, dass Studenten ihrer Uni per se ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Vor allem, was die Wissensvermittlung angeht: Die überwiegende Mehrheit (60 Prozent) fühlt sich durch ihr Studium (sehr) gut auf die zukünftig relevanten Themen ihres Fachbereichs vorbereitet. Fast jeder Dritte (32 Prozent) findet, dass diese Themen vernachlässigt werden. Acht Prozent geben an, dass aktuelle Erkenntnisse und Technologien gar keine Rolle in ihrem Studium spielen.

Praxis und Zusatzqualifikationen ergänzen das Studium

„Die universitäre Lehre in Deutschland ist sehr gut. Doch akademisches Fachwissen reicht nicht aus, um im Arbeitsleben zu bestehen. Dessen ist sich die Mehrheit der Studenten bewusst“, stellt Olaf Kempin, Gründer und Co-Geschäftsführer von univativ, fest. „Relevante Fähigkeiten für die Wunschkarriere sollte man sich auf unterschiedlichen Wegen aneignen. Neben Praktika und Nebenjobs gibt es Schulungsangebote, die universitäre Inhalte vertiefen und praktisch erproben. Andere Formate wie Excel-Kurse oder Projektmanagement-Trainings konzentrieren sich auf Skills, die an der Universität kaum gelehrt, aber im Job erwartet werden. Sie bieten eine gute Möglichkeit, Wissenslücken zu schließen.“

Fragt man Studenten, wie sie sich neben dem Studium auf den Beruf vorbereiten, liegt erneut die Praxiserfahrung vorn. Am wichtigsten sind für die Befragten demzufolge Praktika (51 Prozent) und Nebenjobs mit Studienfachbezug (42 Prozent). Aber auch theoretisches Zusatzwissen ist gefragt: Jeder Fünfte nimmt Angebote von Hochschulen, die nicht Teil des Studiengangs sind, wahr. 18 Prozent der Befragten eignen sich relevantes Wissen im Selbststudium an. Lernangebote privater Bildungsträger spielen eine untergeordnete Rolle. Schließlich konzentrieren sich zehn Prozent voll auf ihr Studium und nutzen keine Zusatzqualifizierung.

Jobchancen und Interesse motivieren zur Weiterbildung

Weiterbildungsangebote wie Kurse, Workshops oder Barcamps hat die Mehrheit der befragten Studenten einmal oder häufiger genutzt (56 Prozent). Hauptmotivation ist dabei die Verbesserung der eigenen Employability. 30 Prozent wollen sich durch Zusatzqualifikationen von anderen Bewerbern abheben, während sich 17 Prozent gezielt auf Anforderungsprofile potentieller Arbeitgeber vorbereiten. Mit 22 Prozent ist auch das persönliche Interesse an einem Thema ein wichtiger Faktor. Allerdings ist nur etwa jeder Zweite (45 Prozent) bereit, für Zusatzqualifikationen zu bezahlen.

„Wir beobachten, dass sich Studenten bereits bei Nebenjobs mit Anforderungen konfrontiert sehen, die sie nicht allein durch Studienwissen erfüllen können“, erklärt Olaf Kempin. „Auch bei Berufseinsteigern setzen Arbeitgeber bereits vielfach Fremdsprachenkenntnisse, Soft Skills und eine gewisse Praxiserfahrung voraus. Wer nicht auf „Learning by doing“ setzen will, findet in Weiterbildungsformaten eine Riesenchance, um sich von Mitbewerbern abzuheben. Denn Zusatzqualifikationen demonstrieren Eigeninitiative und Selbstdisziplin – Fähigkeiten, die von Arbeitgebern sehr geschätzt werden. Auch vorhandene Lücken kann man so aufholen. Dank moderner E-Learning-Formate geht das flexibel und individuell.“

Julia Zhu

Oseon

0 69-25 73 80 22-15

juliaz@oseon.com

Über den unicensus kompakt                                                                

Der ,,unicensus kompakt" ist eine Blitzumfrage der univativ GmbH & Co. KG, Darmstadt. Das Beratungs- und IT-Unternehmen befragt dafür regelmäßig bundesweit rund 1.000 deutsche Studenten zu für sie relevanten Themen. ,,unicensus kompakt" ist die kleine Schwester der repräsentativen Befragung ,,unicensus", die das Lebensumfeld von Studentinnen und Studenten in Deutschland umfassend beleuchtet - warum sie parallel zum Studium arbeiten, was sie erwarten und wie sie leben. Der nächste unicensus kompakt wird im Quartal 4/2015 erhoben. Weitere Informationen im Internet unter www.unicensus.de .

Über univativ

univativ ist ein Personaldienstleister für die Vermittlung von Studenten, Absolventen und Young Professionals in Unternehmen – mit Schwerpunkt auf den Fachrichtungen IT, Ingenieurswissenschaften und den kaufmännischen Bereich. univativ vermittelt seit 1996 erfolgreich studentische Fachkräfte und Berufseinsteiger zur Projekt- und Prozessunterstützung an mehr als 250 Kunden aller Branchen – darunter überwiegend große mittelständische Unternehmen sowie mehr als die Hälfte der DAX-Konzerne. Die jungen Talente sammeln die für ihre Karriere wertvolle praktische Erfahrung anhand anspruchsvoller Aufgaben und zu einem fairen Gehalt.

In bundesweit zehn Niederlassungen mit rund 1.000 Mitarbeitern pflegt univativ den persönlichen Kontakt zu Unternehmen und 7.000 Studenten und Absolventen an rund 60 renommierten deutschen Hochschulen. univativ bildet so eine Brücke zwischen Hochschulen und Unternehmen, Wissenschaft und Praxis. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.univativ.de .

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