Arbeitsmarkt: Qualifizierung wird trotz Fachkräftemangel zurückgefahren - Zahl der Langzeitarbeitslosen konstant

Berlin, 15. Mai 2012 – Obwohl die Lage auf dem Arbeitsmarkt derzeit als entspannt gilt, hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in den letzten Monaten kaum verändert. Als Folge der dramatischen Budgetkürzungen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Nichtausschöpfung des Eingliederungsbudgets werden besonders Langzeitarbeitslose immer weniger qualifiziert. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert, die Qualifizierungsanstrengungen spürbar zu erhöhen, damit auch Langzeitarbeitslose in die Lage versetzt werden, von der positiven Arbeitsmarktlage zu profitieren.

Trotz insgesamt sinkender Arbeitslosenzahlen hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen kaum verändert. Gab es im April 2011 rund 2,17 Millionen Langzeitarbeitslose, sind es ein Jahr später immer noch rund 2,07 Millionen. „Damit die betroffenen Menschen eine echte Chance auf Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt haben und von der positiven Wirtschaftslage sowie dem Fachkräftemangel profitieren können, müssen viele von ihnen gezielt qualifiziert werden“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass sich durch berufliche Weiterbildungsmaßnahmen die Chancen auf einen neuen Job deutlich erhöhen. „Es ist ein Trugschluss zu glauben, die aktuell positive Situation am Arbeitsmarkt werde dies selbst regeln. Deshalb sind die massiven Budgetkürzungen und besonders auch das Nichtauschöpfen des zur Verfügung stehenden Geldes für berufliche Weiterbildung verantwortungslos“, erklärt Eckert.

Im Zuge der sogenannten Instrumentenreform, die am 1. April 2012 in Kraft getreten ist, sind die Mittel der BA für berufliche Weiterbildung allein in diesem Jahr um 1,1 Milliarden Euro gekürzt worden. Hinzu kommt, dass die Jobcenter ihr zur Verfügung stehendes Budget bei weitem nicht ausnutzen. 2011 lag ihre Ausschöpfungsquote im Bereich Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose bundesweit bei nur 84,5 Prozent. Das kommt einer weiteren Mittelkürzung von rund 800 Millionen Euro gleich. Als Folge ist beispielsweise die Zahl der Neueintritte in Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung im Januar 2012 bundesweit um über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken. „Die derzeitige Devise der Arbeitsmarktpolitik lautet offensichtlich ‚einsparen statt fördern’. Eine solche Politik hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt, ist unsozial und kurzsichtig. Deshalb fordert der VDP dringend eine Kurskorrektur in Richtung Teilhabe durch nachhaltige Qualifizierung“, so Eckert weiter.

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