Berufliche Weiterbildung steigert das Fachkräftepotential

Berlin, 13. Januar 2012 – Eine aktuelle Befragung deutscher Unternehmen durch die DIHK zeigt: Fachkräftemangel wird zur Innovationsbremse und gefährdet einen weiteren Beschäftigungsaufbau. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert deshalb, die Qualifizierung und Weiterbildung insbesondere von benachteiligten Jugendlichen, Erwerbslosen und älteren Arbeitnehmern zu stärken.

Jeder dritte Betrieb in Deutschland schätzt den Fachkräftemangel für die eigene wirtschaftliche Entwicklung als größtes Risiko ein. Im Jahr 2010 sagten dies nur 16 Prozent. 37 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie offene Stellen mangels geeigneter Arbeitskräfte länger als zwei Monate nicht besetzen können. „Die derzeitige Situation am Arbeitsmarkt darf nicht darüber hinweg täuschen, dass es in Deutschland immer noch eine große Zahl von Menschen gibt, die aufgrund fehlender Qualifikation keine Anstellung finden. Diese Potentiale müssen dringend durch passgenaue Qualifizierung und berufliche Weiterbildung gehoben werden“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. An dem Mangel an Fachkräften werde die unzureichende Förderung von Personen mit Qualifizierungsbedarfen deutlich. Es sei paradox, dass die Wirtschaft einerseits händeringend qualifizierte Arbeitnehmer suche und andererseits die Mittel für berufliche Weiterbildung von Langzeitarbeitslosen allein in diesem Jahr um 1,1 Milliarden Euro gekürzt würden.

Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind die Gesundheits- und Sozialdienstleistungsbereiche. 60 Prozent dieser Unternehmen können laut Umfrage offene Stellen längerfristig nicht besetzen. Studien gehen davon aus, dass bis 2030 im Kranken- und Altenpflegebereich mehr als 860.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. „Die Bundesregierung hat bei der Reform der Arbeitsmarktinstrumente im letzten Jahr eine große Chance verpasst, das Instrument der Umschulung in Kranken- und Pflegeberufen durch eine klare Finanzierungsregelung zu stärken“, so Eckert. Weiterhin finanziert die Bundesagentur für Arbeit hier nur zwei Drittel der Umschulungszeit. Nach Ansicht des VDP ist dringend eine vollumfängliche Förderung notwendig. „Bei Umschülern im Kranken- und Pflegebereich sind sehr hohe Vermittlungsquoten in langfristige Arbeitverhältnisse zu verzeichnen. Das Instrument kann also optimal dazu beitragen, den Fachkräftemangel bei Gesundheits- und Sozialdienstleistern abzubauen. Deshalb muss es gestärkt werden“, sagt Eckert weiter.

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