Berufsbildungsbericht 2012: Außerbetriebliche Ausbildungen - Chancen für benachteiligte Jugendliche

Berlin, 16. Mai 2012 – Laut aktuellem Berufsbildungsbericht hat sich die Lage für Ausbildungssuchende im letzten Jahr durch die demographische Entwicklung deutlich entspannt. Dennoch bremsen Experten die Euphorie: Die duale Berufsausbildung verschließe sich vor allem Jugendlichen mit niedrigem Schulabschluss. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass gerade außerbetriebliche Ausbildungsgänge sich auch benachteiligten Jugendlichen annehmen und diese zu einem qualifizierten Ausbildungsabschluss führen.

„Um den Fachkräftemangel wirksam zu bekämpfen hilft es nicht, Jugendliche ohne guten Schulabschluss den Zugang zu einer Berufsausbildung zu verwehren. Vielmehr ist es angezeigt, sich der Probleme der jungen Menschen mit schlechtem oder ohne Schulabschluss anzunehmen und auch sie für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Besonders außerbetriebliche Ausbildungen freier berufsbildender Schulen kümmern sich intensiv um benachteiligte Jugendliche. Durch individuelle Betreuung und Begleitung während der gesamten Ausbildungszeit sowie zusätzliche Bildungsangebote können beispielsweise schulische Defizite abgebaut und die Bildungsmotivation gestärkt werden. Darüber hinaus hat die außerbetriebliche Ausbildung einen weiteren Vorteil: Die praktische Ausbildung ist sehr breit angelegt und deckt das gesamte Praxisspektrum eines Berufes ab. Eine einschränkende „Betriebsfixierung“ in der Ausbildung ist ausgeschlossen.

Laut Berufsbildungsbericht bleibt für viele Jugendliche der Übergang von der Schule in die Ausbildung weiterhin problematisch: Immer noch 16 Prozent der Jugendlichen haben im letzten Jahr den Übergang in eine Ausbildung nicht geschafft und es droht, dass ein Teil von ihnen aus dem Bildungssystem herausfallen wird. „Die Zahlen zeigen überdeutlich, dass die Berufsorientierung schon in der Schule weiter gestärkt werden muss“, so Eckert weiter. Umso dramatischer sei es, dass die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) eingeführte Berufseinstiegsbegleitung, die genau dies tun soll, durch den Zwang zur Kofinanzierung vor dem Aus stehe. Derzeit übernimmt die BA 50 Prozent der Kosten für die Berufseinstiegsbegleitung. Die andere Hälfte sollen die Länder übernehmen, von denen sich aber bisher nur vier dazu bereit erklärt haben. „Bleibt die Mehrzahl der Länder bei ihrer Haltung, wird es das erfolgreich erprobte Instrument in absehbarer Zukunft nicht mehr geben. Deshalb fordert der VDP Bund und Länder auf, zum Wohle der Jugendlichen schnell eine tragfähige und langfristige Lösung zu finden“, so Eckert weiter.

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