Investitionen in frühzeitige Bildungsförderung sparen dem Staat Milliarden

Berlin, 08. Juni 2011 -  Frühzeitige Förderung von Kindern ist entscheidend für den Erfolg in Schule und Beruf. Diese Tatsache ist unbestritten. Dennoch leiden in Deutschland Kindertagesstätten und Schulen unter einem Investitionsstau. Deshalb fordert der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) Bund und Länder auf, stärker in Bildungsmaßnahmen zu investieren.

Der VDP warnt davor, aufgrund des Sparzwangs bei den öffentlichen Haushalten im Bildungsbereich den Rotstift anzusetzen. „Gerade benachteiligte Kinder und Jugendliche müssen die Chance erhalten, ihre Lernpotentiale besser ausschöpfen zu können. Dafür ist unter anderem die Erzieherausbildung, Sprachförderung und Ganztagsschulbetreuung weiter auszubauen“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, dass dafür nicht einmal weitere Finanzmittel notwendig sind. Durch demographisch bedingte rückläufige Schülerzahlen und weniger Jugendliche, die aufgrund einer frühzeitig einsetzenden Förderung nachqualifiziert werden müssen, könnte der Staat im Jahr 2020 über elf Milliarden Euro im Vergleich zu 2007 sparen. Dem stünden Mehrausgaben von rund 9,5 Milliarden Euro für den weiteren Ganztagsschulausbau und die Höherqualifizierung von Erziehern und zusätzliche Sprachförderung gegenüber. „Somit sind auch aus haushaltpolitischer Sicht Investitionen in Bildung Zukunftsinvestitionen. Sie bringen Menschen in Arbeit und tragen dazu bei, dass die öffentlichen Kassen durch Mehreinnahmen bei Steuern und Sozialabgaben entlastet werden“, so Eckert weiter.  

Weiter fordert der VDP, dass Investitionsmittel dem gesamten Bildungssystem zugute kommen. „Leider haben wir in der Vergangenheit immer wieder feststellen müssen, dass Schulen in freier Trägerschaft bei der Vergabe zusätzlicher Unterstützungsleistungen und Sonderprogramme benachteiligt wurden“ erklärt Eckert. Dabei helfen freie Schulen leistungsschwächeren Schülern durch individuelle Betreuung, Förder- und Ganztagsschulangebote und sorgen dafür, dass sie ihre Lernpotentiale voll ausschöpfen. Durch eine finanzielle Schlechterstellung der freien Schulen ordnungspolitisch einzugreifen und den Wettbewerb um erfolgreiche pädagogische Konzepte zu behindern, sei nicht nur verfassungsrechtlich bedenklich, sondern habe auch fatale Folgen für viele Kinder und Jugendliche.

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Florian Becker
Pressesprecher
 
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Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft
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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. vertritt freie Bildungseinrichtungen im allgemein bildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Zusammen mit den beiden konfessionellen Privatschulverbänden, dem Bund der freien Waldorfschulen und der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime bildet der VDP die Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen.

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