Konzept gegen Fachkräftemangel:Qualifizierung Arbeitsloser muss Priorität haben

Berlin, 24. Juni 2011 –  Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) begrüßt im Grundsatz das in dieser Woche von der Bundesregierung verabschiedete Konzept zur Sicherung von Fachkräften für die deutsche Wirtschaft. Der VDP fordert die Bundesregierung auf, den Absichtserklärungen zur Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt auch Taten folgen zu lassen.

„Wir begrüßen, dass sich die Bundeskanzlerin und die Arbeitsministerin eindeutig dafür ausgesprochen haben, dass vorrangig Arbeitslose qualifiziert werden sollen, um den Fachkräftemangel zu beseitigen“ erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Das Konzept der Bundesregierung verdeutlicht, dass die Förderung der beruflichen Weiterbildung Kernelement der Arbeitsmarktpolitik ist und wesentlich zur Fachkräftesicherung beiträgt. Die derzeitige Realität in der geförderten Weiterbildung sieht jedoch anders aus. Die Bundesregierung plant, in den kommenden vier Jahren rund 44 Prozent beim Eingliederungsbudget der Bundesagentur für Arbeit (BA) einzusparen. Allein in diesem Jahr stehen 1,3 Milliarden Euro weniger für die berufliche Weiterbildung zur Verfügung. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob die Bundesregierung tatsächlich der beruflichen Eingliederung von Arbeitslosen eine ausreichend hohe Bedeutung beimisst“, so Eckert weiter.

In den kommenden 15 Jahren werden rund 6,5 Millionen Arbeitskräfte weniger zur Verfügung stehen. Nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit sind besonders die Gesundheits- und Pflegeberufe davon betroffen. Um in diesen Branchen dem Fachkräftemangel zu begegnen, sei laut Bundesregierung die gezielte Weiterbildung und Umschulung ein wichtiger Ansatzpunkt. „Auch in diesem Bereich müssen wir leider feststellen, dass die Regierung in den letzten Monaten mit ihrer Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente einen anderen Weg eingeschlagen hat“, erklärt Eckert. Anstatt Umschulungen vollumfänglich zu fördern, sieht der Gesetzentwurf zur Instrumentreform vor, dass die BA für bestimmte Umschulungen weiterhin nur zwei Drittel der Umschulungszeit finanziert. Davon besonders betroffen sind Umschulungen in Gesundheits- und Pflegeberufen. Eckert weiter: „Sollte der Gesetzentwurf nicht noch nachgebessert werden, wird eine große Chance zur Fachkräftesicherung und Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt vertan.“

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