Reform der Arbeitsmarktinstrumente: Bundesregierung vergibt Chance zur Bekämpfung des Fachkräftemangels

Berlin, 26. September 2011 – Der Bundestag hat das Gesetz zur „Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ verabschiedet. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) kommt in seiner Bewertung zu dem Ergebnis, dass mit dem neuen Gesetz die Chance vertan wurde, insbesondere Umschulungen zu einem wirksamen Instrument gegen den Fachkräftemangel auszubauen.

Auch zukünftig wird die BA bei bestimmten Umschulungen nur zwei Drittel der Umschulungszeit finanzieren. Hiervon sind besonders Umschulungen in Kranken- und Pflegeberufe betroffen. „Wir fordern seit langem eine vollumfängliche Förderung. Dass die Bundesregierung nun weiterhin die Finanzierung des letzten Ausbildungsdrittels nicht klar regelt, geht besonders zu Lasten von Langzeitarbeitslosen und Einrichtungen, die händeringend Fachkräfte suchen“, sagt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Bereits jetzt werden mehr als 30.000 Pflegefachkräfte gesucht. In vielen Regionen kann der Bedarf über die Erstausbildung längst nicht mehr gedeckt werden. Durch Umschulungen können indes besonders berufs- und lebenserfahrene Arbeitslose erfolgreich und nachhaltig beruflich integriert werden. Von der nun geltenden Gesetzesregelung sind, neben den Kranken- und Pflegeberufen, auch Sozialberufe und naturwissenschaftlich-technische Berufe betroffen.

Die Reformen der arbeitsmarktpolitischen Instrumente spielen sich ab vor dem Hintergrund dramatischer Haushaltskürzungen bei der Bundesagentur für Arbeit. Allein in diesem Jahr wurde der Etat für die berufliche Weiterbildung um 1,3 Milliarden Euro gesenkt. „Die derzeitige Haushaltspolitik bedroht die flächendeckende Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten. Damit ist die Gefahr verbunden, dass es eine Reihe von Arbeitslose geben könnte, die nicht mehr adäquat qualifiziert werden können“, so Eckert weiter. Bestätigt wird dies durch eine aktuelle Mitgliederbefragung des VDP. Sie ergab, dass sich für 59 Prozent der befragten Bildungsträger, die im Bereich geförderter Weiterbildung aktiv sind, die wirtschaftliche Situation im Jahr 2011 aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktpolitik negativ verändert hat.

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