Zahl der Ausbildungsabbrecher kann nur durch vielfältige berufliche Bildungswege reduziert werden

Berlin, 11. September 2012 – Mehr als 1,44 Millionen Deutsche haben laut Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) keine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden Bund und Länder ihr selbst gestecktes Ziel einer Halbierung der Zahl von jungen Menschen ohne berufliche Qualifizierung bis 2015 deutlich verfehlen. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert deshalb die Politik auf, sich für ein vielfältiges, an den individuellen Bedarfslagen der jungen Menschen ausgerichtetes berufliches Bildungsangebot einzusetzen.

„Leider erleben wir in einigen Bundesländern gerade das Gegenteil: In Sachsen ist beispielsweise die Abschaffung mehrerer schulischer Berufsbildungsgänge geplant. Damit wird das Ausbildungsangebot künstlich verknappt und Wahlmöglichkeiten werden eingeschränkt“, erklärt Anja Eckert, Bundesgeschäftsführerin des VDP. Trotz zahlreicher offener Stellen im dualen Ausbildungssystem fänden laut DGB-Studie junge Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss nur sehr schwer einen betrieblichen Ausbildungsplatz. Vor diesem Hintergrund ist es nach Ansicht des VDP paradox, das einige Bundesländer etwa außerbetriebliche Ausbildungsangebote streichen wollen, die sich besonders an benachteiligte und leistungsschwache Jugendliche richten. Durch eine individuelle, von Sozialpädagogen unterstützte Betreuung können viele Jugendliche zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss geführt werden, die im dualen System sehr häufig scheitern.

Weiter belegt auch die DGB-Untersuchung, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für viele Jugendliche besonders problematisch ist. „Mit dem Instrument der Berufseinstiegbegleitung haben wir hierfür eigentlich ein sehr gutes und erfolgreich erprobtes Instrument. Leider sorgen die Finanzierungsbedingungen des Instruments dafür, dass es kaum noch zur Anwendung kommt“, so Eckert weiter. Die Berufseinstiegbegleitung unterstützt Jugendliche mit Förderbedarfen, ihren Übergang von der Schule in die Ausbildung erfolgreich zu bewältigen. Die Neuregelungen im SGB III sehen vor, dass die Maßnahmen der Einstiegsbegleitung zu 50 Prozent durch die Bundesagentur für Arbeit und zu 50 Prozent durch Dritte, insbesondere die Länder, finanziert werden muss. Bisher haben sich nur vier Bundesländer bereit erklärt, die Hälfte der Kosten zu tragen. Der VDP hat schon bei den Beratungen zur Instrumentenreform 2011 auf diese Problematik hingewiesen. Die Bundesregierung ist daher dringend aufgefordert, mit den Ländern zeitnah eine tragfähige und verlässliche Finanzierungslösung zu finden.

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