AGRAVIS will im Kerngeschäft Marktanteile ausbauen

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Der AGRAVIS-Konzern hat das laufende Geschäftsjahr 2023 aus Respekt vor den anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, hoher Inflation und Marktvolatilitäten bewusst konservativ geplant.

„Die Kennzahlen nach Ablauf des ersten Quartals und auch die aktuellen April-Zahlen unterstreichen unsere Bewertung“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dirk Köckler vor den rund 600 Aktionär:innen und Gästen während der Hauptversammlung des Agrarhandels- und Dienstleitungsunternehmens in Osnabrück. Demnach lag der Konzernumsatz bis Ende April bei rund 2,9 Mrd. Euro. Als Ergebnis vor Steuern wurden in den ersten vier Monaten des Jahres 12,2 Mio. Euro erreicht.

Die überdurchschnittlich kühlen und in weiten Teilen auch sehr nassen Monate März und April haben zwar den Saisonstart im Ackerbau verzögert, dennoch sei der Großhandel mit Düngemitteln, Pflanzenschutz und Saatgut bislang solide unterwegs. Gleiches gelte für den Tierbereich, so Dr. Köckler mit Blick in die AGRAVIS-Sparten. Die AGRAVIS Ost und die Agrarzentren erzielten bei Getreide und Ölsaaten bereits Absatzmengen auf stabilem Niveau. Die Landtechnik schloss das erste Quartal bei Umsatz und Ergebnis ordentlich ab. Im Einzelhandel der Sparte Märkte verliefen die ersten Monate planmäßig. Im Großhandel für Raiffeisen-Märkte machte sich die verspätet einsetzende Gartensaison bemerkbar. In der Energie-Sparte verzeichnete der Großhandel mit Brenn- und Kraftstoffen solide Absätze.

Für das gesamte Geschäftsjahr wird mit einem Umsatz von 8,5 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 45,1 Mio. Euro kalkuliert. Dr. Köckler hierzu: „Das würde abermals unsere Eigenkapitalbasis stärken und wir könnten uns eine weiterhin hohe Investitionsbereitschaft erhalten. Davon profitieren unsere Kund:innen durch eine weiter optimierte und modernisierte Standortstruktur sowie durch den Ausbau der digitalen Aktivitäten.“

Die AGRAVIS konzentriert sich weiterhin auf das etablierte Kerngeschäft. Dort sollen Marktanteile stabilisiert und ausgebaut werden. Als systemrelevantes Unternehmen steht die AGRAVIS zu ihrer Aufgabe, die Versorgungssicherheit der Menschen mit qualitativ hochwertigen, bezahlbaren Nahrungsmitteln zu gewährleisten und die globalen Herausforderungen lokal zu managen. „Daraus ziehen wir für uns den Schluss, dass wir innerhalb des genossenschaftlichen Verbundes die Transformation im Agribusiness weiter konsequent und aktiv mitgestalten wollen – ja sogar müssen. Nur so kann der eigene Anspruch, dauerhaft dividendenfähig zu sein und Gewinne zu thesaurieren, auch in Zukunft erfüllt werden“, unterstrich Dr. Dirk Köckler.

Die AGRAVIS entwickele sich Schritt für Schritt weiter und gehe konsequent den Weg der Kundenorientierung. „Wir verstehen uns als innovativer Lösungstreiber, der pragmatisch, wirtschaftlich-konservativ, aber mit klarer Haltung Dinge voranbringt.“ Als Beispiele nannte der Vorstandschef unter anderem die aktuelle Pflanzenbau-Kampagne „Intensität lohnt sich“, die Elektronenbehandlung von Saatgut in Aschersleben, eine Reihe von Logistikprojekten im genossenschaftlichen Zusammenspiel an den Standorten Cloppenburg, Isernhagen und Nottuln und die verstärkte Eigenproduktion von Erneuerbaren Energien für mehr Klimaschutz. Zudem arbeite der genossenschaftliche Verbund an einer funktionierenden digitalen Infrastruktur mit Portal- bzw. Plattformlösungen und ergänzenden Anwendungen beispielsweise zur Stoffstrombilanz. „Hier setzen wir weiter auf einen sachlichen, lösungsorientierten Diskurs, um unseren Landwirtinnen und Landwirten funktionierende, praxistaugliche Anwendungen präsentieren zu können.“

Köckler gab zudem ein klares Bekenntnis zur Nutztierhaltung ab. Im Verbund sei die AGRAVIS in der Lage, die Themen Wirtschaftlichkeit, Tierwohl und die an der Kasse zu bezahlenden Verbraucherwünsche nachhaltig umzusetzen – mit einer umfassenden Rohstoffversorgung, modernen Mischfutterwerken, einer schlagkräftigen Logistik, einem hoch qualifizierten, motivierten Team in Einkauf, Produktion, Logistik und Vertrieb. „Hier appellieren wir an die Politik, ihrer Verantwortung für die vielen familiären Existenzen in unserer Kundschaft, für den ländlichen Raum und die heimische Nahrungsmittelproduktion gerecht zu werden.“

Als Arbeitgeber von mehr als 6.600 Beschäftigten biete AGRAVIS Chancen, sich beruflich zu entwickeln. Eine geringe Fluktuation interpretierte Köckler so, dass es der AGRAVIS gelinge, Sicherheit, Perspektive und Work-Life-Balance in einem sinnstiftenden Arbeitsumfeld miteinander zu verknüpfen. Dabei kämen auch neue Arbeitswelten und neue Arbeitszeitmodelle zum Tragen. Ganz gezielt würden auch weibliche Karrieren gefördert. „Der Prozess, gemeinsam im genossenschaftlichen Verbund Zukunft zu gestalten, ist in vollem Gange“, so der Unternehmenschef zusammenfassend. „Daher investieren wir gerne und nachhaltig in effiziente Standorte, kundenorientierte, digitalisierte Prozesse und motivierte, kompetente, zufriedene Mitarbeitende.“

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