Impulse für die Zukunft der Legehennenhaltung
Am 3. Juni fand das AGRAVIS-Symposium „Federweiser“ der Geflügelexperten statt – in diesem Jahr mit Fokus auf den Bereich Legehenne. Der Einladung nach Holdorf in Niedersachsen folgten viele interessierte Kundinnen und Kunden. Mit circa 130 Anmeldungen war der Saal bis auf den letzten Stuhl gefüllt. Das Programm mit dem Namen „Eine egg*zellente Zukunft – was ist noch zu tun?“ umfasste sechs thematisch breit gefächerte Fachvorträge sowie eine abschließende Diskussion und bot zudem Rahmen für einen Austausch. Michael Gerdes, Vertriebsleiter Legehenne bei der AGRAVIS Nutztier GmbH, leitete als Moderator durch den Tag.
Die Vortragsreihe begann mit einem Beitrag von Wolfgang Schleicher. Der Geschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e.V. blickte auf die politischen Rahmenbedingungen im nationalen und internationalen Geflügelmarkt. Die Trends im Markt: stabiles Wachstum, deutlich steigende Nachfrage nach Tierwohl und Nachhaltigkeit in Industrieländern, technologischer Wandel und veränderte Produktionssysteme. Er blickte auch auf den Koalitionsvertrag und stellte die positiven und negativen Folgen für die Legehennenhaltung vor.
Dietmar Tepe, Geschäftsführer von KAT e.V., schloss sich mit seinem Beitrag „Wirtschaftliche Voraussetzungen im Europäischen Binnenmarkt gestalten“ an. Er blickte auf den deutschen Eiermarkt. So werde in Deutschland, wo jede Person im Durchschnitt 249 Eier pro Jahr isst, jedes dritte Ei aus den Niederlanden und Polen importiert. Die deutsche Gesetzgebung zur Eierproduktion ist laut Tepe jedoch inkonsequent: Vorgaben gelten nur für deutsche Produktionsstätten – nicht aber für nach Deutschland importierte Eier. Auch stellte er die Bedeutung von KAT für den deutschen Markt vor und gab einen Ausblick: Wohin entwickelt sich der deutsche Eiermarkt? Die Antwort: steigender Verbrauch an Eiern und Eierprodukten in Deutschland, teurere Produktion im Inland und steigender Importbedarf.
Thomas Ebenfeld, Geschäftsführer der Concept m research + Consulting GmbH, nahm die Teilnehmenden mit auf eine spannende Reise durch die menschliche Psyche. Im Rahmen seines Vortrags „Kultur, der ‚paradoxe Konsument‘, Nachhaltigkeit – und Kommunikation nachhaltiger Botschaften“ sprach er von einem „Zugleich“ von zwei Kulturen in unserer Zeit: der Maximierungskultur und der Rückbesinnungskultur.
Nach der Pause schloss sich AGRAVIS-CEO Dr. Dirk Köckler mit einem Beitrag an. Der Vorstandsvorsitzende schaute auf die Konsequenzen für die Tierernährung durch die Veränderung der Rohwarenströme. Er zeigte, wie sich die CO2-Fußabdrücke in der Tierernährung und der Getreideproduktion reduzieren lassen und ging auf Trends in der Rohstoffversorgung ein. Zudem wies Köckler auf die mögliche Unterstützung beim Stallbau für Geflügel durch die AGRAVIS hin. „Wir führen Informationsveranstaltungen in den Regionen durch und möchten Familien unterstützen, die in die Legehennenhaltung einsteigen wollen“, so der Vorstandsvorsitzende.
Die letzten beiden Vorträge der Veranstaltungen befassten sich mit dem Thema Tiergesundheit und -ernährung. Björn Andersson, stellvertretender Leiter der Wissenschaft und Genetik bei der Lohmann Breeders GmbH, referierte zum Thema „Neue Merkmale in der Legehennenzucht – Zucht auf verbesserte Knochengesundheit“. Legehennen werden immer länger gehalten, weiße Hennen im asiatischen Raum sogar bis zu 140 Wochen. Die Knochengesundheit wird daher immer wichtiger und damit auch die Zuchtmerkmale Langlebigkeit und Knochenstabilität. Er erläuterte, welchen Einfluss das Legen von Eiern auf die Knochenveränderung der Tiere hat. Sein Fazit: Legeleistung und Haltungsdauer bedingen nicht generell schlechte Knochen. Zudem hat ein optimaler Legebeginn (lieber etwas später) einen positiven Einfluss auf die Knochenentwicklung.
Andre Stevens, Leiter des Produktmanagements Geflügel bei der AGRAVIS Nutztier GmbH, schloss die Veranstaltung mit seinem Beitrag „Eiqualität und Ökonomie – Geflügelernährung gesund und nachhaltig gestalten“. Auch er ist der Meinung: eine etwas schwerere Henne zum Legestart hat einen positiven Effekt auf die Eistabilität. Die Ernährung der Tiere sollte auf das Produktionsziel angepasst werden. Mit der Ernährung können Betriebe den Leber-Stoffwechsel funktional unterstützen. „Mit einem spezielles Starterfutter in der Transferphase und einem ausgeglichenen Calciumhaushalt in den Marathon“, lautete seine Empfehlung an die Tierhalterinnen und -halter. Hier stellte Stevens das neue Produkt Miravit LongLifeLiver vor, welches die Tiere unterstützen kann. Im Anschluss an den Vortragsteil fand eine Podiumsdiskussion mit allen Referenten statt.