Trinkt meine Katze genug? Wie Katzeneltern trinkfaule Katzen mit kreativen Angeboten zur Wasseraufnahme motivieren können, erklärt Dr. med. vet. Breiltgens, Tierärztin bei Agria.
Viele Katzenbesitzer fragen sich, ob ihre Katze genug trinkt. Gerade bei Hitze und Trockenfütterung nehmen Katzen oft zu wenig Flüssigkeit auf. Ihr natürliches Durstempfinden ist von Natur aus schwach ausgeprägt. Besonders Wohnungskatzen ohne Freigang sind bei sommerlicher Hitze auf die Unterstützung ihrer Menschen angewiesen. Agria Tierversicherung und Tierärztin Dr. med. vet. Tatjana Breiltgens geben Tipps aus der Praxis weiter, wie Katzeneltern das Trinkverhalten ihrer Katze spielerisch fördern können.

Bild: Gettyimages, Bigworld.
Warum Katzen (nicht nur bei Hitze) wenig trinken
Katzen stammen ursprünglich aus trockenen Wüstenregionen und sind daran angepasst, Wasser über die Nahrung aufzunehmen. Dieser Überlebensvorteil zeigt sich auch heute noch: Viele Stubentiger trinken, selbst bei hohen Temperaturen, kaum. Gerade bei Trockenfütterung und reiner Wohnungshaltung reicht die Flüssigkeitszufuhr oft nicht aus. „Katzen zeigen Durst nicht so deutlich wie Hunde. Deshalb lohnt es sich, ihnen das Trinken so attraktiv wie möglich zu machen“, erklärt Dr. Breiltgens, Tierärztin bei Agria Tierversicherung.
Als Richtwert für eine gesunde, ausgewachsene Katze gilt eine Wasseraufnahme von etwa 40 bis 50 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag als ideal, bei Hitze entsprechend mehr.
Wasser muss nicht langweilig sein – so trinken Katzen lieber
„Katzen reagieren sensibel auf alles, was rund ums Wasser passiert: den Geruch, die Temperatur, das Geräusch. Wenn das Drumherum stimmt, trinken sie oft ganz von selbst mehr“, so Dr. Breiltgens. Wer seine Katze gut kennt, kann mit ein paar einfachen Ideen das Trinkverhalten fördern – ohne Druck, sondern mit Neugier und Spiel.
Die besten Ideen für mehr Flüssigkeit und Sommerfreude in der Wohnung:
Die meisten Katzen sind sehr wählerisch, was ihr Wasser angeht. Abgestandenes, warmes Wasser, verunreinigtes Wasser (z.B. durch Futterreste oder auch nur Futtergerüche) oder Wassernäpfe, die zu klein oder zu hoch sind und die Tasthaare unangenehm berühren, können dazu führen, dass die Katze den Wassernapf ablehnt. Auch der Standort spielt für Katzen eine große Rolle. Generell bevorzugen sie einen separaten Platz für Wasser, getrennt vom Futter und vor allem weit weg vom Katzenklo.
Kreative Tricks, die aus der Praxiserfahrung außerdem helfen, Katzen das Trinken schmackhaft zu machen:
- Trinkplätze abwechslungsreich gestalten: Mehrere, flache Schälchen, die die Tasthaare nicht berühren, in verschiedenen Räumen, gern auf verschiedenen Höhen oder an Lieblingsplätzen aufstellen.
- Praxis-Tipp für den Mehrkatzenhaushalt: Mehrere getrennte Wasser- und Futterplätze reduzieren Rivalitäten der Katzen untereinander, so ist sichergestellt, dass alle Samtpfoten in Ruhe fressen und trinken können und keine bei sommerlichen Temperaturen zu kurz kommt.
- Fließendes Wasser ausprobieren: Viele Katzen lieben Trinkbrunnen – besonders, wenn das Wasser leise plätschert. Praxis-Tipp: Im Zoofachgeschäft oder online beraten lassen, welcher Trinkbrunnen besonders leise ist, keine mechanischen Geräusche macht und daher besonders gut angenommen wird.
- Wasser kreativ verfeinern: Ein kleiner Schuss ungesalzene Brühe, etwas Thunfischwasser können Wunder wirken.
- Feucht ist besser: Während Freigänger viel Flüssigkeit über das Fressen von rohem Fleisch, wie z.B. Mäuse ausgleichen, kann das Trockenfutter von Wohnungskatzen (testweise) mit lauwarmem Wasser angereichert oder gleich auf hochwertiges Nassfutter gesetzt werden.
- Eiswürfel mit Geschmack: Katzenfreundliche, salzfreie Brühe oder Katzenminze einfrieren, mit Spiel verbinden oder einfach ins Trinkwasser geben – manche Stubentiger sind fasziniert und beschäftigen sich deutlich länger am Wassernapf als gewöhnlich.
- Ungewöhnliche Gefäße testen: Manche Katzen bevorzugen Glas, breite Schalen oder sogar große, flache Blumenuntersetzer.
- Wasser mit Bewegung: Wer mag, kann Eiswürfel in einer flachen Schale schwimmen lassen – manche Katzen pföteln interessiert und trinken ganz nebenbei mehr.
Gemeinsame Sommermomente schaffen
Kleine Rituale sorgen auch an heißen Tagen für Nähe und Beschäftigung. Ein abendlicher „Eiswürfel-Spielplatz“, ein feuchter Waschlappen zum Kuscheln oder kühle Lieblingsleckerlis aus dem Kühlschrank – all das macht Wohnungskatzen den Sommer angenehmer.
Wenn die Katze sich zurückzieht – ist das normal?
„Viele Katzen schlafen bei Hitze mehr, bewegen sich weniger und sind ruhiger. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge“, sagt Dr. Breiltgens. Wichtig ist nur, dass die Katze weiterhin frisst, trinkt und insgesamt aufmerksam wirkt. Warnsignale bei Flüssigkeitsmangel sind z.B. trockene Schleimhäute, besonders am Zahnfleisch, Teilnahmslosigkeit, geringe Hautelastizität (Haut bleibt nach Hochziehen stehen), weniger oder stark konzentrierter Urin.
Wer seine Katze gut kennt, merkt schnell, wenn sich etwas verändert. Praxis-Tipp: Kunden der Agria Katzenversicherung können bedenkliches Verhalten der Katzen oder ihre Sorge um Flüssigkeitsmangel schnell und bequem über eine App abklären. Über den Online-Tierarzt erhalten Kunden von 07 bis 24 Uhr tierärztlichen Rat – bequem, schnell und ganz ohne stressigen Transport der Samtpfote zum Tierarzt. Jetzt mehr erfahren: Digitale tierärztliche Beratung in der Agria App - Agria Tierversicherung
Über Agria Tierversicherung
Agria wurde 1890 von Tierbesitzern in Schweden gegründet und ist heute mit einem Marktanteil von 60 % in Schweden der führende Anbieter von Tierversicherungen. Agria ist in Schweden, Norwegen, Dänemark, Finnland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Irland tätig. Neben der Tierversicherung bietet Agria eine kostenlose digitale tierärztliche Beratung über die Agria App an. Agria beschäftigt 650 Mitarbeiter und erzielte 2024 Prämieneinnahmen in Höhe von 600 Millionen Euro.
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Pressekontakt
Sarah Wollenweber
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