Neue Studie zeigt massive Kostensenkungspotenziale im Stromverteilnetz

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12 Milliarden Euro pro Jahr verschenkt?

Hamburg, 23. März 2026. Steigende Netzentgelte gelten als unvermeidliche Folge der Energiewende. Eine neue Bestandsaufnahme kommt zu einem anderen Ergebnis. Im deutschen Stromverteilnetz liegen erhebliche Effizienzreserven brach. Würden sie gehoben, könnten Stromkundinnen und Stromkunden im Jahr 2045 12,4 Milliarden Euro pro Jahr einsparen. Das entspricht 17 Prozent der prognostizierten Gesamtkosten der Stromnetze. Auf das Jahr 2026 übertragen entspräche dies Einsparungen von rund 5 Mrd. EUR pro Jahr. 

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Kostensenkungspotenziale im Verteilnetz“ von Dr. Tim Meyer, 3EPunkt. Sie analysiert zentrale Kostenhebel im Betrieb der heute 851 Verteilnetze in Deutschland und quantifiziert erstmals deren Größenordnung  

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick 

1. 12,4 Milliarden Euro Einsparpotenzial pro Jahr bis 2045 
Im Basisszenario identifiziert die Studie Einsparungen von 17 Prozent der gesamten Kosten der Stromnetze. Bereits heute lägen die Potenziale bei über 5 Milliarden Euro jährlich. Mehr Kostenmanagement im Interesse der Netzkunden senkt zugleich den Netzausbaubedarf.  

2. Netzentgelt Verdopplung ist kein Naturgesetz 
Prognosen stark steigender Netzentgelte beruhen überwiegend auf der Fortschreibung heutiger Planungslogiken und regulatorischer Fehlanreize. Modernisierungseffekte sowie ein Abbau von heutigen Privilegien bei der Netznutzung werden kaum berücksichtigt. 

3. Drei zentrale Einsparhebel für geringere Kosten 
– Höhere Auslastung der Netze durch Digitalisierung und Flexibilisierung 
– Effizientere Organisation und Standardisierung statt Einzellösungen der 851 Verteilnetzbetreiber 
– Abschmelzen real überhöhter Eigenkapitalrenditen von Netzbetreibern  

4. Eigenkapitalrenditen deutlich über Zielwerten 
Die Studie weist für 22 untersuchte Netzbetreiber im Jahr 2024 eine durchschnittliche Eigenkapitalrendite beim Betrieb von Stromnetzen von 24 Prozent aus. Kalkulatorisch vorgesehen sind 3,5 bis 5,1 Prozent Verzinsung für Investitionen in Netze.   

5. Digitalisierung geht vor Netzausbau  
Der Monitoringbericht der Bundesregierung sieht Investitionskostensenkungen von rund 30 Prozent bei stärkerer Digitalisierung und Flexibilisierung des Netzbetreibers. Konkrete Zielbilder und verbindliche Managementkennzahlen fehlen jedoch bislang  

Reformbedarf im natürlichen Monopol 

Verteilnetze sind natürliche Monopole. Wettbewerb findet nicht statt. Netzkunden tragen sämtliche Kosten. Gleichzeitig besteht eine hohe Fragmentierung mit 851 Netzgebieten, unterschiedlichen Standards, eigenen Softwaresystemen und parallelen Strukturen. Aus Management- und Kostensicht sind erhebliche Effizienzgewinne offensichtlich. 

„Das Kostenproblem der Energiewende ist im Kern ein Management- und Anreizproblem in deutschen Verteilnetzen“, sagt Dr. Tim Meyer. „Dieses zentrale Rückgrat unserer Volkswirtschaft betreiben wir mit Logiken aus der Vergangenheit. Digitalisierung, Standardisierung und moderne Anreizsysteme könnten Milliarden sparen und zugleich schneller zusätzliche Verbraucher und Einspeiser ans Netz bringen. Die notwendige Modernisierung ist eine politische Aufgabe. Doch das Bundeswirtschaftsministerium diskutiert vornehmlich über das Abbremsen von Elektrifizierung und den Ausbau Erneuerbarer Energien. Die strukturellen Ursachen im Verteilnetz und die vorhandenen Effizienzreserven werden politisch weitgehend ignoriert.“ 

Agenda 2030 für das Verteilnetz 

Die Studie empfiehlt eine umfassende Reformagenda für Planung, Regulierung und Organisation der Verteilnetze. Neben der Weiterentwicklung bestehender Prozesse der Bundesnetzagentur wie Agnes und Nest brauche es eine übergreifende „Agenda 2030“ mit klaren Zielvorgaben, Datentransparenz und outputbasierten Effizienzkriterien. 

Fazit der Studie: Explodierende Netzkosten sind kein zwangsläufiges Szenario. Sie drohen nur bei politischem Nichthandeln. Mit konsequentem Kostenmanagement und struktureller Modernisierung lassen sich Kosten und Klimaziele gleichzeitig erreichen. 

"Mit der heutigen Organisation der Verteilnetze verhält es sich wie mit überbordender Bürokratie oder teurem Gesundheitssystem: sie ist strukturell ineffizient, aber politisch unangenehm. Und am Ende zahlen die Allgemeinheit und zukünftige Generationen die Zeche", so Dr. Tim Meyer. 

Die Studie kann kostenlos unter www.3epunkt.de/Downloads heruntergeladen werden. 

Am 23.03.2026, um 14:00 Uhr, stellt der Studienautor, Dr. Tim Meyer, zusammen mit Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft e. V. (bne) in einer Online-Pressekonferenz die Kernergebnisse der Studie vor und steht für Fragen zur Verfügung. 

Hier der Link zu der Veranstaltung: https://teams.microsoft.com/meet/39683271218271?p=TXzdhN80LUHl5aufYu
 

 
Dr. Tim Meyer  
unabhängiger Energieexperte, Keynote Speaker, 
Bestsellerautor (www.strom-das-buch.de), LinkedIn Top Voice 
  

Dr. Tim Meyer steht Ihnen gerne für Interviews, Talkshows, Podcasts oder Hintergrundgespräche zur Verfügung. 
Anfragen richten Sie bitte an: ​ 

Dederichs Reinecke und Partner 
Christoph Lapczyna 
040-209 198 261 
Tim.Meyer@dr-p.de

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