Schüler experimentieren mit Haartönungen, Windkanälen und erforschen die „Grüne Hölle“

Dr. Hans Riegel-Fachpreise an Johannes Guttenberg-Universität Mainz verliehen

Die Johannes Guttenberg-Universität Mainz hat mit der Dr. Hans-Riegel-Stiftung am Sonntag, 09. November 2014 die Dr. Hans Riegel-Fachpreise für herausragende Schülerarbeiten verlie-hen. In Kooperation wurden in den Unterrichtsfächern Chemie, Geographie, Mathematik und Physik die jeweils besten drei Einsendungen ausgezeichnet. Schülerinnen und Schüler aus Rheinland-Pfalz konnten sich mit ihren freiwillig in der Oberstufe erstellten Facharbeiten be-werben. Insgesamt folgten mehr als 25 junge Forscher dem Aufruf.

Attraktivität von Montabaur, Verschlüsselungscodes und weitere aktuelle Themen

In diesem Jahr entschied sich die Jury für sieben Schülerinnen und fünf Schüler, welche mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten überzeugten. Die jungen Talente beschäftigten sich u.a. mit der Anziehungskraft Montabaurs auf Einwohner und Touristen, der „Ambivalenz zwischen Er-folg und Mythos“ auf dem Nürburgring und der Qualität von Haartönungen. So erforschte Jani-ne Scholliers aus Mainz die Zusammensetzung und Wirkung von Haartönungen bei unter-schiedlichen Bedingungen. Laura Lankers aus Ingelheim erläuterte in ihrer Arbeit die „mathe-matischen Hintergründe des RSA-Verfahrens“, welches häufig die Grundlage für Datenver-schlüsselungen bildet. Sebastian Schimmelpfennig baute einen Windkanal und forschte in die-sem an der Aerodynamik von Autos.

"Der Johannes Gutenberg-Universität ist es wichtig, junge Menschen in ihrer Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer zu unterstützen und bereits früh einen Kontakt zur Universität herzustellen", erläutert Vizepräsident Prof. Wolfgang Hofmeister  das Engagement der JGU im Rahmen des Wettbewerbes der Facharbeiten.

Kleines Jubiläum nach fünf Jahren

Vor fünf Jahren wurden erstmals rheinland-pfälzische Schüler mit den Dr. Hans Riegel-Fachpreisen ausgezeichnet. Inzwischen erhielten über 60 Abiturientinnen und Abiturienten für ihre Facharbeiten insgesamt mehr als € 24.000 Preisgelder.

Prof. Ingeborg Henzler, Vorstandsmitglied der Dr. Hans Riegel-Stiftung, ergänzte: „Die Dr. Hans Riegel-Stiftung begleitet junge Menschen auf ihrem Weg in ein naturwissenschaftliches Studium oder einen technischen Beruf. Mit diesem Wettbewerb finden und fördern wir die Talente, welche Deutschland in Zukunft als gut ausgebildete Fachkräfte benötigt. Wir freuen uns, dass wir nun im fünften Jahr mit der Uni Mainz die Dr. Hans Riegel-Fachpreise verleihen.“

Forschen in der Schule

Während der gymnasialen Oberstufe können die Schülerinnen und Schüler Forschungsarbeiten selbstständig anfertigen. In denen erlernen sie das wissenschaftliche Arbeiten, wie die Er-kenntnisse optimal ausgewertet und präsentiert werden. Mit diesen Facharbeiten, die erstellt und ins Abitur eingebracht werden können, bewerben sich die Schülerinnen und Schüler an der Universität um die Dr. Hans Riegel-Fachpreise. Eine Fachjury, bestehend aus Professorinnen und Professoren, sowie Dozenten der Universität, begutachtete und bewertete die Arbeiten nach wissenschaftlichen Kriterien.

Maßstäbe für die Prämierung waren dabei in den naturwissenschaftlichen Arbeiten nicht nur das Ansammeln und Wiedergeben von Wissen aus den Lehrbüchern, sondern vor allem das eigene Experimentieren der Schülerinnen und Schüler und der kritischen Auseinandersetzung mit praktischen Versuchen.

Mit schulischen Leistungen bis zu € 600 gewinnen

Die Fachpreise sind in jedem Fach dotiert mit jeweils 600 Euro für den ersten Platz, 400 Euro für den zweiten Platz und 200 Euro für den dritten Platz. Zudem erhalten die Schulen der Erst-platzierten einen Sachpreis in Höhe von rund 250 Euro als Anerkennung der Betreuung der Arbeiten durch die jeweiligen Fachlehrer.

Prof. Ingeborg Henzler von der Stiftung zu den Sachpreisen für die Schulen: „Ab diesem Jahr erhalten die Schulen der Erstplatzierten Sachpreise im Wert von je 250 Euro. Die Erhöhung der Investitionen dafür verbinden wir mit dem Wunsch, diejenigen zu ehren und langfristig zu för-dern, die für die talentierten Preisträgerinnen und Preisträger verantwortlich sind: Lehrkräfte und Schulleitungen. Mithilfe von zusätzlicher Ausstattung für den naturwissenschaftlichen Unterricht unterstützen wir indirekt viele Talente bereits in der Schule.“

Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise wurden von Prof. Ingeborg Henzler sowie Prof. Wolfgang Hofmeister, Vizepräsident der Universität verliehen.

Die diesjährigen Preisträger in Chemie:
1.    Platz: Michel Kickert vom Gymnasium Konz mit dem Thema „Experimentelle Studie zur Enzymaktivität“
2.    Platz: Jonas Jaster vom Sophie-Hedwig Gymnasium in Diez mit dem Thema „Zellulo-seabbau mittels Pansenbakterien“
3.    Platz: Janine Scholliers von der Maria Ward-Schule in Mainz mit dem Thema „Qualität von Haartönungen bei variierten Bedingungen“

Die diesjährigen Preisträger in Geographie:
1.    Platz: Luisa Gombert vom Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur mit dem Thema „At-traktivität der Stadt Montabaur“
2.    Platz: Martin Constantin Rohleder vom Staatliches Gymnasium Saarburg mit dem Thema „Motorsportzentrum Nürburgring - Ambivalenz zwischen marktwirtschaftlichem Erfolg und dem Mythos <Grüne Hölle>“
3.    Platz: Lena Meuer vom Mons-Tabor-Gymnasium in Montabaur mit dem Thema „Ent-wicklung und Bedeutung von Solarenergie für die Ortsgemeinde Staudt“

Die diesjährige Preisträgerin in Mathematik:
1.    Platz: Laura Lankers vom Sebastian Münster-Gymnasium in Ingelheim mit dem Thema „Mathematische Hintergründe des RSA-Verfahrens“
2.    Platz: Carolin Biwer vom Staatlichen Gymnasium Hermeskeil mit dem Thema „Das Zie-genproblem“
3.    Platz: Natalie Gdanitz vom Staatlichen Gymnasium Hermeskeil mit dem Thema „Infor-mationsgehalt von Bitmaps“

Die diesjährigen Preisträger in Physik:
1.    Platz: Paul Müller vom Rabanus Maurus Gymnasium in Mainz mit dem Thema „Grenz-bereiche der Magnetspeichertechnik“
2.    Platz: Sebastian Schimmelpfennig vom Ursulinengymnasium Calvarienberg in Ahrweiler mit dem Thema „Bau eines Windkanals und Entwurf eines aerodynamischen Karos-seriekonzepts zur Verbesserung der Energieeffizienz von PKWs“
3.    Platz: Lucia Beissel vom Gymnasium Nonnenwerth mit dem Thema „Aktive Lärmkom-pensation durch destruktive Interferenz“


Mit der Etablierung der Dr. Hans-Riegel-Fachpreise in Rheinland-Pfalz möchten die Veranstal-ter insbesondere die Begeisterung für die Naturwissenschaften stärken und mit attraktiven Preisgeldern einen zusätzlichen Anreiz setzen. Schließlich werden die Grundlagen für eine naturwissenschaftliche Orientierung bereits in der Schule gelegt.

Bildunterschrift: Die Sieger/innen der Mainzer Dr. Hans Riegel-Fachpreise mit Stiftungsvorstand Prof. Henzler (1.v.l.) und Vizepräsident Prof. Hoffmeister (8.v.r.)

© Foto: NaTLab der Johannes Guttenberg-Universität Mainz

Die Nutzung des Bildes ist mit Angabe des Fotografen kostenlos möglich.

Peter Laffin; Projektkoordinator „Dr. Hans Riegel-Fachpreise“
Tel.: 0049-228-227 447 15 oder 0049-151-1633 2264;
E-Mail: peter.laffin@hans-riegel-stiftung.com



Dr. Hans Riegel-Stiftung
Die Dr. Hans Riegel-Stiftung unterstützt innovative Bildungskonzepte und Ideen-Wettbewerbe, um aktiv an der Erneuerung der Bildungslandschaft mitzuarbeiten und junge Talente für die Herausforderungen der Zukunft zu stärken. Die ausgelobten Dr. Hans Riegel-Fachpreise fördern und belohnen außergewöhnliche Leistungen in den Naturwissenschaften. 
Ziel der Fachpreise ist, junge Talente im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu fördern und frühzeitig den Kontakt zur Hochschule und entsprechenden Fördermöglichkeiten herzustellen. Außerdem wird durch diesen Wettbewerb der Austausch zwischen den Bildungsträgern Schule und Universität unterstützt und so eine bessere Begabtenförderung erreicht.


Hans Riegel
Hans Riegel wurde 1923, in Bonn, als Sohn eines Fabrikanten geboren und besuchte das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. Nach seiner Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft übernimmt er zusammen mit seinem Bruder Paul die Geschäftsführung des wiedereröffneten Betriebes. 
Hans Riegel repräsentierte das Unternehmen in der Öffentlichkeit und sorgte stetig für neue Produktentwicklungen. Er erkannte früh, wie er mit geschicktem Marketing die Marke HARIBO etablieren kann.
„HARIBO macht Kinder froh“, so lautete der ursprüngliche HARIBO Slogan seit den 30iger Jahren, der 1960 mit der Erweiterung "...und Erwachsene ebenso" ergänzt wurde. Kinder standen also von Anfang an im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Dr. Hans Riegel. 
Mit der Produktion von 100 Millionen Goldbären pro Tag, weltweit, machte er unzählige Kinder glücklich. Mit 90 Jahren verstarb Dr. Hans Riegel am 15. Oktober 2013 in Bonn. Mit seinen Stiftungen in Deutschland und Österreich unterstützt er seit Jahren innovative Projekte im Bildungsbereich. Ihm war es ein Anliegen, der Jugend von heute etwas zurückzugeben und für die Zukunft leistungsfähige Nachwuchskräfte in Wirtschaft und Forschung zu fördern.

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Über 6.000 € Preisgeld wurden an Schüler und Lehrkräfte überreicht
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