Preise für Nachwuchsforscher

Dr. Hans Riegel-Fachpreise durch Rektor und Schulministerin verliehen

Wie wird der Wirkstoff Contergan heute verwendet? Sind Leuchtdioden die Displaytechnik der Zukunft? Wie wirkt sich der Natursteig Sieg auf den Tourismus aus? Welche Mathematik steckt hinter einem Navi? Solchen Fragen gingen Schüler aus der Region in ihren Facharbeiten nach. Die Verfasser der besten eingereichten Arbeiten wurden am Mittwoch, 27. August, von 16 bis 18 Uhr im Festsaal des Unihauptgebäudes von der Dr. Hans Riegel-Stiftung und der Universität Bonn ausgezeichnet.

Die Universität Bonn fördert seit vielen Jahren besonders begabte Schüler. Mit der Dr. Hans Riegel-Stiftung hat sie die Dr. Hans Riegel-Fachpreise ins Leben gerufen, mit denen nun zum achten Mal außergewöhnliche Leistungen schon in der Schule anerkannt und belohnt werden. Prämiert werden die jeweils drei besten Facharbeiten der Oberstufe eines Schuljahres aus den Fächern Biologie, Geographie, Mathematik, Chemie, Physik und erstmals Informatik von Gymnasien und Gesamtschulen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises.

„Der gute Kontakt zu den Schulen und ihren Schülern liegt uns am Herzen, denn die künftigen Studierenden sollten die Universität nicht erst im Hörsaal kennenlernen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn. Insgesamt wurden 103 Facharbeiten eingereicht. Die sechs Erstplatzierten können sich jeweils über 600 Euro freuen, für zweite Plätze gibt es je 400 und für dritte je 200 Euro. Die Schulen der Erstplatzierten bekommen außerdem einen Sachpreis im Wert von je 250 Euro. Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise stehen unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes NRW Sylvia Löhrmann.

„Die Hans Riegel-Stiftung motiviert mit ihrem Fachpreis Schülerinnen und Schüler, Facharbeiten als wissenschaftliche Herausforderung zu sehen und eigenen Ideen nachzugehen, sie wissenschaftlich zu untersuchen und umzusetzen. So fördert die Dr. Hans Riegel-Stiftung junge Talente beim Übergang von der Schule zur Universität und schafft Raum zur Entfaltung der Begabungen von Schülerinnen und Schülern“, sagt die Ministerin. Prof. Ingeborg Henzler, Vorstandsmitglied der Dr. Hans Riegel-Stiftung, begründet das Engagement: „Mit diesem Wettbewerb finden und fördern wir Talente, die Deutschland in Zukunft als gut ausgebildete Fachkräfte benötigt. Auf diese Weise wollte der Stifter den Kindern und Jugendlichen etwas von seinem Erfolg zurückgeben.“


Die komplette Liste aller Preisträger:

Biologie:

Erster Preis: Julius Müller-Kassner (Aloisiuskolleg Bad Godesberg)
„Contergan – Fluch und Segen – Untersuchungen an ausgewählten Fallbeispielen Contergangeschädigter und heutiger Einsatz des Wirkstoffs Thalidomid“

Zweiter Preis: Leonard Richter (Aloisiuskolleg Bad Godesberg)
„Die Bedeutung des Proteins CRIS und dessen Auswirkung auf die männliche Fertilität“

Dritter Preis: Manus Wittenhorst (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn)
„Vogelzug und Klimawandel“

Geographie:

Erster Preis: Johanna Spengler (Carl-von-Ossietzky-Gymnasium Bonn)
„Ein Standort für HARIBO: Was bewegt mittelständische Firmen in ihrer Standortsuche?“

Zweiter Preis: Hanna Lagemann (Bodelschwingh-Gymnasium Herchen)
„Wie wirkt sich der Natursteig Sieg auf den Tourismus in der Region Rhein-Sieg aus?

Dritter Preis: Tugce Aslan (Helmholtz-Gymnasium Bonn)
„Urban renewal and its political implications at Taksim Square in Istanbul“

Mathematik:

Erster Preis: Stefan Koch (Beethoven-Gymnasium Bonn)
„Die Mathematik hinter GPS“

Zweiter Preis: Damian Demarest (Clara-Schumann-Gymnasium Bonn)
„Der Friedman-Test als Angriffsmöglichkeit auf Vigenère-verschlüsselte Texte“

Dritter Preis: Florian Konstantin Wittich (Beethoven-Gymnasium Bonn)
„Die Mathematik der Simpsons – eine Brücke von Comedy zur Wissenschaft?“

Chemie:

Erster Preis: Jonas Sommer (Konrad-Adenauer-Gymnasium Bonn)
„Versuch der Weiterentwicklung der Zink-Kohle-Zelle zur Optimierung ihrer physikalischen Eigenschaften“

Zweiter Preis: Isabelle Neumann (Erzbischöfliches St.-Joseph-Gymnasium/Vinzenz-Pallotti-Kolleg Rheinbach)
„OLEDs – die Displaytechnik der Zukunft?“

Dritter Preis: Philipp Krämer (Anno-Gymnasium Siegburg)
„Zukunftsmusik oder realisierbare Alternative? – Herstellung von Biodiesel mit modernster Katalysatorentechnik bei der Evonik Industries AG“

Physik:

Erster Preis: Milan Louis Schröder (Friedrich-Ebert-Gymnasium Bonn)
„Abhängigkeit des Flackerns einer Kerze von der Höhe des Gefäßes“

Zweiter Preis: Merten Mallwitz (Aloisiuskolleg Bad Godesberg)
„Die Vermessung der Venus und der Beweis des heliozentrischen Weltbildes“

Dritter Preis: Johannes Boch (Ernst-Kalkuhl-Gymnasium Bonn)
„Das Helmholtz-Spulenpaar und sein Magnetfeld“

Informatik:

Erster Preis: Michael Scholkemper (Erzbischöfliches St.-Joseph-Gymnasium/Vinzenz-Palotti-Kolleg Rheinbach)
„Moderne Kryptosysteme (Public Key Encryption)”

Zweiter Preis: Christian Windeck (Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Bonn)
„Bestimmung des kürzesten Weges mit Hilfe des Dijkstra-Algorithmus“

Foto: Die Preisträger und Gäste mit Stiftungsvertreter Marco Alfter und Prof. Ingeborg Henzler (1. bzw. 3. v.l.), Schulministerin Sylvia Löhrmann (Mitte vorne) und Unirektor Prof. Dr. Jürgen Fohrmann (vorne links) im Festsaal des Universitätshauptgebäudes.
Fotograf: Volker Lannert, Universität Bonn

Peter Laffin; Projektkoordinator „Dr. Hans Riegel-Fachpreise“
Tel.: 0049-228-227 447 15 oder 0049-151-1633 2264;
E-Mail: peter.laffin@hans-riegel-stiftung.com



Dr. Hans Riegel-Stiftung
Die Dr. Hans Riegel-Stiftung unterstützt innovative Bildungskonzepte und Ideen-Wettbewerbe, um aktiv an der Erneuerung der Bildungslandschaft mitzuarbeiten und junge Talente für die Herausforderungen der Zukunft zu stärken. Die ausgelobten Dr. Hans Riegel-Fachpreise fördern und belohnen außergewöhnliche Leistungen in den Naturwissenschaften. 
Ziel der Fachpreise ist, junge Talente im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu fördern und frühzeitig den Kontakt zur Hochschule und entsprechenden Fördermöglichkeiten herzustellen. Außerdem wird durch diesen Wettbewerb der Austausch zwischen den Bildungsträgern Schule und Universität unterstützt und so eine bessere Begabtenförderung erreicht.


Hans Riegel
Hans Riegel wurde 1923, in Bonn, als Sohn eines Fabrikanten geboren und besuchte das Aloisiuskolleg in Bad Godesberg. Nach seiner Rückkehr aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft übernimmt er zusammen mit seinem Bruder Paul die Geschäftsführung des wiedereröffneten Betriebes. 
Hans Riegel repräsentierte das Unternehmen in der Öffentlichkeit und sorgte stetig für neue Produktentwicklungen. Er erkannte früh, wie er mit geschicktem Marketing die Marke HARIBO etablieren kann.
„HARIBO macht Kinder froh“, so lautete der ursprüngliche HARIBO Slogan seit den 30iger Jahren, der 1960 mit der Erweiterung "...und Erwachsene ebenso" ergänzt wurde. Kinder standen also von Anfang an im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit von Dr. Hans Riegel. 
Mit der Produktion von 100 Millionen Goldbären pro Tag, weltweit, machte er unzählige Kinder glücklich. Mit 90 Jahren verstarb Dr. Hans Riegel am 15. Oktober 2013 in Bonn. Mit seinen Stiftungen in Deutschland und Österreich unterstützt er seit Jahren innovative Projekte im Bildungsbereich. Ihm war es ein Anliegen, der Jugend von heute etwas zurückzugeben und für die Zukunft leistungsfähige Nachwuchskräfte in Wirtschaft und Forschung zu fördern.

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Über uns

Die Dr. Hans Riegel-Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Bonn. Sie ist gemeinnützig und operativ tätig. Dadurch kann die Dr. Hans Riegel-Stiftung eigene Projekte in langjährigen Kooperationen verwirklichen, was sie von reinen Förderstiftungen unterscheidet. Dies entspricht dem Willen des Stifters, die Gesellschaft nachhaltig positiv mitzugestalten, um zukünftige Herausforderungen zu bewältigen und Innovation zu fördern. "HARIBO macht froh" - das galt auch für Dr. Hans Riegel selbst, denn die HARIBO-Begeisterung junger Menschen erfüllte ihn stets mit Glück. Seine Stiftung soll daher insbesondere jungen Menschen etwas zurückgeben und sie bei der Gestaltung ihrer Zukunft fördern. Als produzierendem Unternehmer waren dem Stifter, neben seinem eigenen Fachgebiet der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, besonders die Ingenieur- und Naturwissenschaften nahe. Ohne Technologie gäbe es schließlich keine Produkte, die der passionierte Marketing- & Vertriebs-Experte hätte vermarkten können. In der Tat sind die Ingenieurs-, Informatik- und Naturwissenschaften (nicht nur) in Deutschland eine wichtige Basis für zukunftsgerichtete Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliches Wohl. Der Stiftungs-Fokus liegt konsequenterweise auf der Förderung von Bildung sowie Forschung und Lehre in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Im Geiste des Stifters setzt sich die Dr. Hans Riegel-Stiftung für nachhaltige Förderung und aktives Mitgestalten entlang der gesamten Bildungskette ein. Weiterhin umfasst die Satzung der Stiftung „Bildende Kunst“ und „Mildtätigkeit“. Seit 1987 besteht die Privatstiftung von Herrn Dr. Hans Riegel. Die Gemeinnützigkeit der Stiftung wurde im Jahr 2000 anerkannt. Ziele der Aktivitäten sind die Verbesserung der Bildungsanstrengungen in Deutschland, Talentförderung und die Unterstützung leistungsfähiger Nachwuchskräfte. Die Entwicklung der Stiftung wird von Herrn Dr. Schneider als Vorsitzenden und Herrn Alfter als Geschäftsführer gelenkt. Den Vorstand verstärkt Frau Prof. Henzler, ehemalige Präsidentin der Fachhochschule Koblenz. Dr. Hans Riegel-Fachpreise Seit 2006 verleiht die Dr. Hans Riegel-Stiftung in Zusammenarbeit mit 13 deutschen Universitäten die Dr. Hans Riegel-Fachpreise. Diese zeichnen herausragende vorwissenschaftliche Arbeiten von Schüler/innen der Sekundarstufe II aus. Die Dr. Hans Riegel-Fachpreise belohnen die jeweils drei besten Einreichungen der Schulfächer Biologie, Chemie, Geographie, Mathematik und Physik mit € 600, € 400 bzw. € 200. Die Auswahl über die Sieger/innen obliegt den Juroren der einzelnen Hochschulen. Pro Jahr beteiligen sich mehr als 1.000 deutsche Schüler/innen an den Dr. Hans Riegel-Fachpreisen, von denen pro Jahr ca. 150 Personen Geldpreise im Gesamtwert von knapp € 60.000 erhalten

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Prof. Dr. Jürgen Fohrmann, Rektor der Universität Bonn
„Mit diesem Wettbewerb finden und fördern wir Talente, die Deutschland in Zukunft als gut ausgebildete Fachkräfte benötigt. Auf diese Weise wollte der Stifter den Kindern und Jugendlichen etwas von seinem Erfolg zurückgeben.
Prof. Ingeborg Henzler, Mitglied des Stiftungsvorstands