Energiewende: Deutschlands Weg in eine Zukunft aus 100 % erneuerbaren Energien

 

Deutschland verfolgt ehrgeizige und weitreichende Pläne, sein Energiesystem in den nächsten 30 Jahren umzustellen. Die Einspeisung von immer mehr Sonnen- und Windenergie in das Netz ist eine Herausforderung. Wärtsilä spielt beim Aufbau einer kohlenstoffarmen, nachhaltigen und zuverlässigen Energieversorgung in Deutschland eine wichtige Rolle.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind deutlich wahrzunehmen. Nationen auf der ganzen Welt versuchen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um den globalen Temperaturanstieg zu minimieren und das Übereinkommen von Paris einzuhalten. Die Energiewende in Deutschland ist ein Programm zur Umstellung auf eine kohlenstoffarme, nachhaltige, zuverlässige und zugleich bezahlbare Energieversorgung.  Ziel ist es, bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 80–95 % im Vergleich zu den Werten aus dem Jahr 1990 zu reduzieren. Zudem soll bis Mitte des Jahrhunderts 60 % der Energie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden – bei gleichzeitigem Ausstieg aus der Atomkraft bis 2023 und Herunterfahren der Kohlekraftwerke bis 2038, was den Energiemarkt des Landes drastisch verändert.  

Mit erneuerbaren Energien die Führung übernehmen

Deutschland hat stark in die Erzeugung aus Wind- und Sonnenenergie investiert. Zunächst wurde ein Markt für erneuerbare Energien geschaffen; anschließend wurden die Kosten für deren Technologien gesenkt. 

„Deutschland hat in puncto erneuerbarer Energien in politischer Hinsicht die Führung übernommen und diese Strategie zahlt sich jetzt aus“, sagt Melle Kruisdijk, Vice President, Europe, Wärtsilä Energy Business. „Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch des Landes stieg im Jahr 2018 auf 38,2 %. Bei der derzeitigen Wachstumsrate ist Deutschlands Ziel von 40 bis 45 % bis zum Jahr 2025 in greifbare Nähe gerückt.“ 

Die Kehrseite

Eine solch ehrgeizige Energiewende hat auch ihre Herausforderungen. Ungleichgewichte im Netz stellen ein Problem für Deutschland dar, sodass mit ungewollten Stromspitzen und Blockaden Druck auf osteuropäische Netze ausgeübt wird. Für die Reduzierung der Kosten für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie Re-Dispatch bedarf es einer Modernisierung der Übertragungsinfrastruktur. Zudem können schwankende erneuerbare Energien zu Versorgungsunterbrechungen führen.

Deutschlands Ziel, die Emissionen bis 2040 zu halbieren, wird nicht nur durch das sehr langsame Tempo der Entkarbonisierung ausgebremst, sondern auch durch das Stromnetz und das Ausmaß, in dem eine größere Nachfrage nach Energie Verbesserungen bei Energieintensität, Kraftstoffeffizienz in Autos/Flugzeugen und energieeffizientere Geräte und Gebäude untergräbt.

Außerdem werden immer noch rund 40 % der Energie aus Kohle erzeugt. Der Verzicht auf fossile Brennstoffe erfordert flexible, intelligente Lösungen, um die stabile Energieversorgung sicherzustellen. Motoren und Energiespeicher sind die Lösung, um erneuerbare Energien zu integrieren und Zuverlässigkeit und kostengünstige Stromversorgungssysteme zu gewährleisten.

Die Rettung: intelligente Technologien

Laut Wärtsilä sollte die Lücke, die durch den Atom- und Kohleausstieg auf dem deutschen Energiemarkt entsteht, mit erneuerbaren Energien und flexiblen Motorenkraftwerken geschlossen werden. Intelligente Erzeugungstechnologien wie die KWK-Kraftwerke von Wärtsilä können diese Lücke schließen und die Energieversorgung bei fehlenden erneuerbaren Energien ausgleichen.

Diese Motorenkraftwerke können bei Bedarf schnell starten und erzeugen mittels sauberem Erdgas Strom und Wärme. Wärtsilä hat ein Heizkraftwerk mit 100 MW an die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) geliefert und plant ein weiteres mit 90 MW zur Versorgung von Dresden mit Strom und Fernwärme.

Die Vision Deutschlands, alle Energieanforderungen mit erneuerbaren Energien zu decken, ist nach Ansicht von Experten durchaus realisierbar – und Wärtsilä unterstützt dieses Ziel. 

Wärtsilä als Energiesystemintegrator

„Wärtsilä kann Deutschland bei seiner Umstellung unterstützen, indem es die Integration und Optimierung verschiedener Erzeugungsanlagen einschließlich erneuerbarer Energien, Energiespeicher und Motorenkraftwerke ermöglicht“, erklärt Kruisdijk.

KWK-Anlagen werden weiter eine Rolle spielen und könnten mit Wasserstoff oder Gasen wie synthetischem Methan klimaneutral betrieben werden. Durch „Power-to-X“-Technologie erzeugte synthetische flüssige und gasförmige Brennstoffe könnten verwendet werden und so ein künftiges emissionsfreies Stromsystem ermöglichen.

Flexibilität durch intelligente Kraftwerke und fortschrittliche Energiespeichertechnologien wird eine Schlüsselrolle spielen, den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen. Deutschland hat eine führende Position eingenommen und vielleicht werden andere europäische Länder in den kommenden Jahren sich Deutschlands Beispiel anschließen.

Foto 123RF

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Valtteri Rantalainen | tuotanto(a)editorhelsinki.fi I www.editorhelsinki.fi

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