Finnischer Wind ist mehr als heiße Luft

Für die Windenergie in Deutschland herrscht derzeit Flaute. Staatliche Förderungen werden nach unten geschraubt und der Ausbau der nötigen Stromtrassen stockt. In Finnland finden Unternehmen vergleichsweise ideale Voraussetzungen für den Bau neuer Windkraftanlagen. 

Dies erkennt man nicht nur an den natürlichen Voraussetzungen: Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit in 1000m Höhe beträgt in Finnland relativ schnelle neun Meter pro Sekunde. An den Küsten und in den Bergen Lapplands bestehen Spitzennutzungszeiten von rund 3.000 Stunden pro Jahr. Auch die Bedingungen für Offshore-Windparks sind sehr gut, vor allem aufgrund der im europäischen Vergleich flachen Gewässer und der langen Küstenlinie. 

Rückenwind im wirtschaftlichen Umfeld

Im Offshore-Bereich gibt es derzeit kaum Wettbewerb. Erfolg versprechende Geschäftschancen warten auf spezialisierte Zulieferer, Technologieanbieter, Turbinenhersteller, Ingenieurfirmen sowie Dienstleister. Allerdings sind manche Küstengebiete wegen militärischer Nutzung gesperrt. Dort braucht man Lösungen, die Störungen des Radars durch Windanlagen verhindern. 

Aus Deutschland ist unter anderem bereits das Bremer Windenergieunternehmen WPD auf dem finnischen Markt aktiv. WPD baut eine Offshore-Anlage in Suurhiekka, an der finnischen Nordküste, mit 80 Turbinen und einer Leistung von jeweils bis zu 9 Megawatt. Und ein weiterer WPD-Windpark wird entstehen. 

WPD schloss auch einen Vertrag zur Direktvermarktung mit Google, um deren finnisches Rechenzentrum mit Strom zu versorgen. Solche „Power Purchase Agreements“ werden derzeit immer wichtiger, denn die zukünftige Fördersituation für Windkraft ist auch in Finnland unklar. Viele finnische Direktvermarktungsprojekte beweisen, dass Windenergie sich auch ohne staatliche Förderung rechnen kann.

von Christina Zänker, Senior Advisor, Market Entry & Business Development, AHK Finnland

Mehr Informationen unter: www.ahkfinnland.de

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Editor Helsinki
Valtteri Rantalainen | tuotanto(a)editorhelsinki.fi I www.editorhelsinki.fi

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