Felix Schoeller Photo Award: Neue Sichtweisen für die Modefotografie gewünscht

Interview mit dem Juryvorsitzenden Michael Dannenmann

Schon bei den ersten konzeptionellen Überlegungen zum Felix Schoeller Photo Award stand fest, dass im Laufe der Zeit die eine oder andere Kategorie ersetzt oder ergänzt werden wird, um den Wettbewerb dauerhaft interessant zu gestalten. Für Dr. Friederike Texter, Senior Vice President Corporate Communication der Felix Schoeller Group, ist die aktuelle Entscheidung für den Austausch der Kategorie Architektur / Industrie gegen die neue Kategorie Modefotografie aber auch eine Maßnahme zur Erweiterung der Zielgruppe: „Nach drei erfolgreichen Ausschreibungen haben wir uns gefragt, wie können wir eine neue Zielgruppe unter den Fotografen erreichen. Welche Fotografen sprechen wir noch nicht an? Unser Juryvorsitzender Michael Dannenmann hatte dann die Idee, den internationalen Modefotografen eine Plattform innerhalb des Felix Schoeller Photo Award zu geben. Das hat mich sehr überzeugt, da die Modefotografie einen sehr wichtigen Anteil an der globalen Fotografie einnimmt und im Zusammenspiel mit den Modedesignern immer wieder starke visuelle Impulse setzt.“ Michael Dannenmann nimmt zum Thema Modefotografie im folgenden Interview Stellung.

Herr Dannenmann, welche Gründe gibt es, Modefotografie als neue Kategorie in den Felix Schoeller Photo Award aufzunehmen?

Michael Dannenmann:

Seit Beginn der Fotografie haben Fotografen die Mode als Ausdruck ihrer Zeit und des Zeitgefühls abgelichtet – von Edward Steichen über Horst P. Horst, Nick Knight und vielen anderen. Mir geht es in unserer neuen Kategorie Modefotografie um eben diesen Zeitgeist, der zwischen Alltag, Politik, Kommerz und Kunst die Strömungen unseres Lebens prägt und darum, wie sich die Mode dieser Strömungen bedient. Mode ist damit ein Spiegel unserer Gesellschaft, egal, ob wir uns die Fünfziger, Achtziger oder nur das Jahr 2018 anschauen. Die Modefotografie hält diese Impulse fest.

Die historische Leistung als Inszenierung der Kulturgeschichte ist unbestritten. Was leistet Modefotografie heute?

MD:

Mode ist immer und überall auf der Welt ein Zeichen kultureller Entwicklung und wirtschaftlicher Veränderungen. Die Modefotografie erhöht diesen Ausdruck, indem sie inszeniert: Sie verleiht der Mode und ihrer kulturellen Aussage einen eigenen, individuellen Blick. Sie übertreibt und überzeichnet, um differenzierte Wahrnehmung und neue Sichtweisen zu erzeugen. Modefotografen haben mit ihrer Arbeit gesellschaftliche Trends gesetzt. So verlegten Fotografen wie David Bailey oder Helmut Newton den Aufnahmeort vom Studio in die Außenwelt, und Peter Lindberg fokussierte sich auf den Ausdruck der Modelle und schuf so die Supermodels der 90er. Modefotografen können einen enormen Einfluss auf die gesellschaftliche Wahrnehmung von Mode ausüben. Auch im Digitalen Zeitalter. Wir wollen junge wie erfahrene Modefotografen ansprechen, damit sie uns ihre neuen Sichtweisen übermitteln.

Die angesprochenen Fotografen haben sich eher in der westlichen Wahrnehmung durchgesetzt. Wie sieht es im östlichen Teil des Globus aus?

MD:

In unserer – westlichen – Wahrnehmung haben wir natürlich in erster Linie auch die Modezentren des Westens im Blick: New York, Paris, London, Mailand oder Berlin. In Asien sind es Städte wie Seoul, Tokio, Hongkong oder Shanghai. Auch die dort ansässigen Fotografen wollen wir ansprechen, uns ihre Sicht der Mode vorzustellen und sie auf eine Weltbühne zu heben. Diese Strömungen der globalen Modefotografie möchten wir in der neuen Kategorie aufspüren und zeigen.

Dieser Anspruch spiegelt sich wahrscheinlich auch in der Jury wider, oder?

MD:

Definitiv. Es war unser Anspruch, für das Thema Modefotografie auch spezielle Kompetenz in die Jury zu holen. Wir freuen uns, dass Andrea Vollmer-Hess Teil der diesjährigen Jury ist. Andrea verantwortet seit 26 Jahren als Photo Editor das visuelle Gesicht der Vogue in Deutschland. Und wer dieses Modemagazin kennt, weiß, dass Vogue immer die Trendsetter im Magazin hatte. „Before it’s fashion, it’s in Vogue!“ heißt der Slogan des Magazins, und der beschreibt die Historie ebenso wie die Zukunft der Vogue. Andrea Vollmer-Hess wird gerade für das Thema Mode eine wichtige Stimme in der neuen Jury sein. Aber es geht ja nicht ausschließlich um Mode bei der Juryarbeit. Wir haben ja noch vier weitere Kategorien und die Sonderkategorie Nachwuchspreis zu beurteilen. Und das bei international steigenden Einreicherzahlen. Mit Clare Freestone von der National Portrait Gallery in London konnten wir eine international erfahrene Jurorin gewinnen. Seit dem Jahrtausendwechsel ist Clare in verschiedenen Funktionen verantwortlich für die Sammlung und berät bei Zukäufen dieses weltweit renommierten Kunstmuseums. Es freut mich sehr, dass Clares tiefes Kunst- und Fotoverständnis, das sich auch in etlichen kuratierten bzw. begleiteten Ausstellungen widerspiegelt, demnächst unsere Juryarbeit bereichert.


Neue Jurymitglieder beim Felix Schoeller Photo Award 2019

Clare Freestone studierte Kunst an der Wimbledon School of Art und begann ihre Arbeit in der National Portrait Gallery, London, im Jahr 2000 als „Assistant Curator“. Clare betreut die Sammlung der National Portrait Gallery und berät bei Zukäufen. Sie hat zudem zahlreiche Ausstellungen selbst kuratiert bzw. begleitet. Dazu zählen Ausstellungen wie Seizing an Instant: Photographs by Roger Mayne (2004), John Gay: Portraits in Print (2006), Private View: British Pop and the 60s Art Scene (2007), Famous in the Fifties: Photographs by Daniel Farson (2012), Illuminating Women: Photographs by Mayotte Magnus (2018). Im Jahr 2009 war sie Kuratorin der Ausstellung und Mitherausgeberin der Buchveröffentlichung Ida Kar: Bohemian Photographer (2011).

Andrea Vollmer-Hess wurde in London geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Studium der Wirtschaft und Sprachen am English Chamber of Commerce in London, studierte sie am Central Saint Martins College for Art and Design, London. Andrea Vollmer-Hess arbeitete zunächst für das Magazin Miss Vogue, bevor sie als Photo Editor des Harper‘s Bazaar tätig wurde. Seit 1992 ist sie Photo Editorin der deutschen VOGUE und verantwortet zusätzlich das Syndication-Management sowie den Aufbau des Digitalarchivs. In ihrer täglichen Arbeit sichtet sie hunderte von Fotos, hält Kontakt zu Fotoagenturen und -agenten und ist permanent auf der Suche nach dem Schönen und Neuen in den zahlreichen Bildern der Fotografen.


Der Felix Schoeller Photo Award

Der internationale Felix Schoeller Photo Award ist seit 2013 einer der höchstdotierten Fotowettbewerbe im deutschsprachigen Raum. Er richtet sich alle zwei Jahre ausschließlich an Profifotografen und den fotografischen Berufsnachwuchs in aller Welt.

Der Wettbewerb wird 2019 in fünf thematischen Kategorien und einer Sonderkategorie ausgeschrieben: Porträt, Landschaft/Natur, Mode, Fotojournalismus/Editorial und freie/konzeptionelle Fotografie. Zudem können in der Sonderkategorie „Beste Nachwuchsarbeit“ Fotografen in Ausbildung ihre Arbeiten einreichen. 2017 wurden ca. 2.400 Arbeiten aus 92 Ländern eingereicht. Der internationale Beitrag lag mit über 72 % deutlich über den Vorjahren.

Unternehmensprofil Felix Schoeller Group, Osnabrück

Die Felix Schoeller Group mit Sitz in Osnabrück ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, das 1895 gegründet wurde und Spezialpapiere herstellt. Mit ca. 2.315 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten im Jahr 2017 annähernd 323.000 Tonnen Spezialpapiere produziert und vermarktet werden. Der Umsatz des renommierten Osnabrücker Unternehmens betrug insgesamt 747 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017. Die Felix Schoeller Group entwickelt, produziert und vermarktet Spezialpapiere für fotografische Anwendungen, für Digitaldrucksysteme, für den Verpackungsmarkt, für selbstklebende Anwendungen sowie für die Möbel- und Holzwerkstoff- sowie die Tapetenindustrie.

Neben dem Standort Osnabrück (Hauptsitz) fertigt die Felix Schoeller Group an vier weiteren deutschen Standorten in Weißenborn und Penig (Sachsen) sowie in Titisee-Neustadt (Baden-Württemberg) und Günzach (Bayern). Darüber hinaus ist die Felix Schoeller Group mit Produktionsstandorten in den USA, Kanada sowie mit Joint-Ventures in der Russischen Föderation sowie der Volksrepublik China vertreten. Hinzu kommen Repräsentanzen in Los Angeles, Sao Paulo, Tokyo, Shanghai, Kuala Lumpur, Mumbai, Melbourne, Moskau und Prag.

Die Felix Schoeller Group steht für kompromisslose Qualität, einzigartige Flexibilität und echte Partnerschaft – Best Performing Papers. Worldwide. Seit Juli 2013 ist die Felix Schoeller Group offizieller Premiumpapier-Partner der Deutschen Olympiamannschaft.

www.felix-schoeller.com 

Graef Advertising GmbH | Kollegienwall 3-4 | 49074 Osnabrück
Telefon 0541 580548-0 | Telefax 0541 580548-99
www.graef-advertising.com | info@graef-advertising.com

Amtsgericht Osnabrück HRB 201542 | Ust.-IdNr. DE257274254
Geschäftsführender Gesellschafter Hans-Joachim Graef

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Über uns

Der Felix Schoeller Photo Award ist einer der höchstdotierten Fotowettbewerbe im deutschsprachigen Raum. Der Preis ehrt Arbeiten, die Liebe zur Fotografie und höchste Ansprüche an die Qualität der Bilder erkennen lassen. Als Hersteller von Spezialpapieren für größtmögliche Ausdrucke möchten wir mit dem Preis Fotografen auszeichnen und unterstützen, die unsere Leidenschaft für kompromisslos gute Bilder teilen. Der Felix Schoeller Photo Award wird alle zwei Jahre vergeben. Jeder, der die Fotografie liebt oder zeitgemäßes Foto-Design schätzt und sich beruflich damit auseinandersetzt, ist herzlich eingeladen, am Wettbewerb teilzunehmen: Berufsfotografen, Fotodesigner und Fotokünstler, national und international, sowie der fotografische Nachwuchs. Also Fotografen im Studium, in der Berufsausbildung oder im Praktikum. Was zählt, ist allein das Bild. Wir möchten allen Teilnehmern die Möglichkeit geben, ihre Arbeit einem internationalen Publikum zu präsentieren – und erstklassige Arbeiten mit einer Auszeichnung fördern. Und wir möchten hoffnungsvolle Nachwuchstalente entdecken, die wir mit einem eigenen Nachwuchsförderpreis auf ihrem Weg in der Fotografie unterstützen wollen.