Felix Schoeller Photo Award 2021: Auszeichnung "Beste Nachwuchsarbeit" für Shirin Abedi

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Mit dem Nachwuchspreis zeichnet die Felix Schoeller Group fotografische Nachwuchstalente aus, die sich in Studium, Berufsausbildung oder Fotoassistenz befinden. Die in dieser Kategorie eingereichten Arbeiten sind thematisch offen. 

Über den Titel ‚Beste Nachwuchsarbeit‘ darf sich dieses Jahr die in Teheran geborene Shirin Abedi mit ihrer Arbeit ‚May I Have This Dance?’ freuen. Sie erhält ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro. Zusätzlich erhalten alle fünf Nominierten in der Nachwuchskategorie eine exklusive Online-Session mit einem Jury-Mitglied zur Diskussion ihrer Arbeiten (Mappenpräsentation).

Der Nachwuchspreis wird in diesem Jahr unterstützt durch Capture X, einer Fine Art-Marke der Felix Schoeller Group, die für hochwertige Papiere, aber auch für den engen Dialog mit Profi- und Amateur-Fotografen steht.

Ausstellung „Winners & Nominees“ vom 03.10.2021 bis 06.03.2022

Am 3. Oktober 2021 wird die Ausstellung „Winners & Nominees 2021“ im Kulturgeschichtlichen Museum, Osnabrück, eröffnet. Die Arbeiten des Siegers und der Nominierten sind dort bis zum 06.03.2022 zu sehen.
Alle Werke wurden auf hochwertigen Digitaldruck-Papieren der Fine Art-Papiermarke CAPTURE X aus dem Haus der Felix Schoeller Group gedruckt.

Die Preisträgerin:

Den Titel „Beste Nachwuchsarbeit 2021“ vergibt die Jury an Shirin Abedi. Die im Jahr 1996 im Iran geborene und im Alter von sieben Jahren nach Deutschland migrierte Fotografin widmet sich mit ihrer poetischen Bildserie „May I Have This Dance?“ der iranischen Ballettszene, die sich für die Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit einsetzt - in einem Land, in dem laut iranischem Gesetz Unmoral und Unzucht die Folge von sinnlichem Tanz sind.  Während die Abschaffung des Balletts zu Zeiten der Revolution die Unabhängigkeit vom Westen symbolisierte, steht der Tanz heute für die Sehnsucht einer Generation nach westlicher Freiheit. 

Konzept:

Nona (18), Mojdeh (21), Reyhaneh (22) und Yasamin (22) gehörten bis 2020 der Ballettgruppe "Alternative" in Teheran an. Sie sind Teil der iranischen Nachkriegsgeneration, die sich für Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit einsetzt. 1958 wurde das iranische Nationalballett gegründet und produzierte bis zur Revolution über 50 Aufführungen. Laut iranischem Gesetz sind Unmoral und Unzucht die Folge von sinnlichem Tanz, weshalb 1979 alle Tanzeinrichtungen aufgelöst und der Tanz aus der iranischen Öffentlichkeit verbannt wurde. Dennoch tanzen heute immer mehr Iraner und versuchen, dies zu ihrem Beruf zu machen, wobei sie mit Repressalien zu kämpfen haben: Bereits genehmigte Stücke werden abgesagt, das Licht wird während der Aufführung ausgeschaltet und zu viel öffentliche Aufmerksamkeit, wie zum Beispiel auf Instagram, kann zur Verhaftung der beteiligten Künstler führen. Während die Abschaffung des Balletts während der Revolution die Unabhängigkeit vom Westen symbolisierte, steht der Tanz heute für die Sehnsucht einer Generation nach westlicher Freiheit.

Die Begründung der Jury:

„Mit ihrer Arbeit „May I Have This Dance“ zeigt uns Shirin Abedi ein Stück verbotener Kunst ihres Heimatlandes Iran. In lebendigen und einfühlsamen Bildern erzählt Shirin Abedi von der Leidenschaft zum Tanz, der im Iran auch als Symbol für den friedlichen Widerstand gegen die traditionell islamische Gesellschaft steht. Ein fotografischer Essay über die Sehnsucht nach Freiheit, die sich in der Kunstform des Tanzes ausdrückt. Auch wenn jedes einzelne Foto für sich stehen kann, wird besonders in der Reihe die Geschichte hinter den Fotos lesbar. Die Tanzsäle sind geschlossen. Doch der Tanz geht weiter, versteckt in privaten Räumen. Die poetischen Bilder erzählen vielschichtig und kraftvoll von der Sehnsucht einer jungen Generation nach Freiheit und nach kreativer Selbstverwirklichung. Diese kluge Gesamtdramaturgie der ausgewählten Bilder vermittelt das Konzept in seinen wesentlichen Punkten und macht es visuell erfahrbar. Shirin Abedis „May I Have This Dance“ ist eine berührende und großartige Arbeit.“                                                                            

Persönliches

Shirin Abedi wurde 1996 in Teheran geboren und migrierte im Alter von sieben Jahren nach Deutschland. Seitdem lebt sie eine parallele Existenz zwischen zwei Kulturen. Ihr Interesse am Fotojournalismus wuchs während ihrer frühen Teenagerjahre und wurde noch deutlicher, als sie 2011 ihren ersten Fotografiekurs belegte. Seit 2014 studiert Shirin Abedi Fotojournalismus und Dokumentarfotografie in Hannover mit einem Austauschsemester 2019 bei DMJX in Aarhus, Dänemark.

2016 zog sie für ein Jahr nach Teheran, um ihr Herkunftsland zu verstehen. Sie interessiert sich vor allem für Themen rund um Emanzipation, Identität und Alltagshelden und ihre Kämpfe. Shirin Abedi ist Mitglied von Fotobus Society, Diversify Photo, Deutsche Journalisten Union und Versager Kollektiv. Für ihre Arbeiten erhielt Shirin Abedi bereits eine Reihe von Auszeichnungen und Stipendien.

https://shirinabedi.visura.co/

Susanne Schniepp
Senior Manager Corporate Communications & Marketing

Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG
Burg Gretesch
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