Felix Schoeller Photo Award 2025” und „Deutscher Friedenspreis für Fotografie 2025” bekannt gegeben und geehrt
Ausstellungseröffnung im Museumsquartier Osnabrück
Am Donnerstagabend, den 25.09.2025, wurden die Sieger der beiden Fotopreise „Felix Schoeller Photo Award“ und „Deutscher Friedenspreis für Fotografie“ bekannt gegeben und in einer feierlichen Zeremonie geehrt. Der Fotograf Maximilian Mann (Deutschland) erhielt aus der Hand der Osnabrücker Oberbürgermeisterin Katharina Pötter den Siegerscheck über 10.000 € für den „Deutschen Friedenspreis für Fotografie 2025“, verliehen von der Stadt Osnabrück und dem ortsansässigen Papierhersteller Felix Schoeller. Maximilian Mann setzte sich gegen eine hochkarätige internationale Konkurrenz aus 88 Ländern mit seiner Arbeit ‚Letzte Station Oberhausen‘ durch.
Der „Felix Schoeller Photo Award“ wurde in diesem Jahr in zwei Kategorien mit einem Preisgeld von je 5.000 € ausgeschrieben. In der Kategorie „Nachhaltigkeit“ wurde der Preis an Axel Javier Sulzbacher vergeben. Sulzbacher ist ein deutsch-mexikanischer Fotojournalist, geboren 1992 in Hannover, und beeindruckte die Jury mit seiner Serie „Green Dystopia“. Der Felix Schoeller Photo Award in der Kategorie „Nachwuchs“ ging an Verdiana Albano, eine afroeuropäische Künstlerin, die in Frankfurt und Berlin lebt, für ihre Arbeit „i ain’t from no east coast“. Der Nachwuchspreis würdigt talentierte junge Fotografinnen und Fotografen, die vielversprechende Nachwuchsarbeit leisten.
Nachwuchsförderung im Fokus des Felix Schoeller Photo Award
Anlässlich der siebten Ausgabe des Felix Schoeller Photo Award blickte Hans Christoph Gallenkamp, CEO der Felix Schoeller Holding GmbH & Co. KG, in die Zukunft und betonte: „Die Talentförderung liegt uns als Pionier der Herstellung von Fotopapieren besonders am Herzen. Als nachhaltig agierendes Unternehmen werden wir auch zukünftig verstärkt den Fokus darauf legen, dass weltweit junge Nachwuchsfotografen mit dem Felix Schoeller Photo Award eine Plattform erhalten. Hier sollen sie ihrem Talent, ihrer Fantasie, aber auch ihren Überzeugungen durch fotografische Leistungen Ausdruck verleihen und ihre Arbeiten zeigen können.“Zudem betonte Gallenkamp, dass das Thema Nachhaltigkeit nicht nur als Ausschreibungskategorie eine wichtige Funktion habe: „Nachhaltiges Wirtschaften, nachhaltige Produktentwicklung, aber auch soziale Nachhaltigkeit im Umgang mit Mitarbeitern, Partnern und Kunden sind in unserem Familienunternehmen Bestandteil der DNA.“
Die Siegerserien wie auch die Arbeiten der Nominierten der beiden Preise werden in einer Ausstellung im Museumsquartier Osnabrück bis zum 22. Februar 2026 präsentiert.
Felix Schoeller Photo Award
Kategoriesieger „Nachhaltigkeit“
Axel Javier Sulzbacher: Green Dystopia
Die Avocado hat einen Hype ausgelöst, wie man ihn in den letzten Jahrzehnten selten gesehen hat. Die Last der steigenden Nachfrage ist vor allem im mexikanischen Bundesstaat Michoacán zu spüren. Dort werden Wälder illegal durch Brandrodung gerodet, um Avocado-Plantagen anzulegen. Die hohe internationale Nachfrage hat zu immer größeren und zahlreicheren Plantagen geführt. Über 300.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Produktion und dem Handel mit Avocados in der Region ab, die einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Dollar generiert. Im Jahr 2021 produzierte allein Michoacán rund 1,8 Millionen Tonnen der grünen Frucht. Im andauernden Drogenkrieg sind die Kartelle auf das Umsatzpotenzial des Avocadohandels aufmerksam geworden. Schutzgelderpressungen und die allgemeine Präsenz der Kartelle haben enormen Druck auf den bis vor kurzem einzigen Bundesstaat Mexikos mit einer Exportlizenz ausgeübt. Angesichts der eskalierenden Gewalt musste die Regierung das Militär einschalten, um die Ordnung aufrechtzuerhalten.
Axel Javier Sulzbacher, geboren 1992 in Hannover, ist ein deutsch-mexikanischer Fotojournalist. Er lebt und arbeitet als freiberuflicher Fotograf in Hannover und Berlin.
Sulzbachers Arbeiten wurden in zahlreichen renommierten Magazinen veröffentlicht, darunter Stern, Geo, Das Magazin, Zenith und The Washington Post. Darüber hinaus wurde er für mehrere internationale Fotografiepreise nominiert und stellte seine Werke sowohl in Deutschland als auch im Ausland aus.
Felix Schoeller Photo Award
Kategoriesiegerin „Nachwuchs“
Verdiana Albano: i ain’t from no east coast
Wenn man ständig gefragt wird, woher man kommt, denkt man tiefer darüber nach. Es war die Zeit, es war der Ort. Ein Paar in einer sächsischen Bar, zwischen Kalter Krieg und Bürgerkrieg, zwischen Ethnien und Ethik, zwischen Plänen und Wirtschaft, zwischen Träumen und Versprechen. Ich habe einen Traum mit der Mauer abgebaut: Versprechen, Normen, Muster.
Und dann – wie geht es weiter? Die Show ist vorbei. Der Traum bleibt. Gehen wir nach Hause. Erlebt Generationen. Ich befinde mich am Ende zweier Kulturen.
Nicht negativ, neutral und identitätslos, auf der Suche nach etwas Neuem, etwas Ungewissem.
„Anhand der Stasi-Akten ihrer Eltern sowie persönlicher und institutioneller Bildarchive erforscht Verdiana Albano ihre eigene fragmentierte und geheimnisumwitterte afro-europäische Geschichte.“ – Dr. Franziska Kunze
Verdiana Albano (1993) ist eine afroeuropäische Künstlerin, die in Frankfurt und Berlin lebt. Sie studierte bis 2021 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach mit den Schwerpunkten Fotografie und Installationskunst. Derzeit studiert sie an der Ostkreuzschule für Fotografie im Rahmen der Master Class.
Albanos Kunst und ihr Engagement wurden mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Young Art and New Ways of Bayern Innovativ, das Neustart Kultur-Stipendium 2022 und das Neustart Plus-Stipendium 2023 der Stiftung Kunstfonds.
Deutscher Friedenspreis für Fotografie für Maximilian Mann
In seiner Arbeit „Letzte Rettung Oberhausen“ berichtet Maximilian Mann über einen besonderen Ort im Ruhrgebiet, an dem die globalen Krisen und Konflikte dieser Welt eine erschreckende Nähe gewinnen: das Friedensdorf Oberhausen. Hier manifestieren sich die Folgen von Krieg und Gewalt in Gesichtern – gezeichnet von Brandnarben, Verletzungen und Schmerz. Es sind die Gesichter von Kindern, die noch keine Jugendlichen sind und doch bereits das Schlimmste durchlebt haben. Doch dieser Ort ist keiner der Resignation, sondern einer des Neuanfangs. Durch medizinische Versorgung und das Engagement ehrenamtlicher Ärztinnen und Ärzte erhalten die Kinder nicht nur körperliche Heilung, sondern auch eine Perspektive – einen Moment des unbeschwerten Lachens, einen Schritt zurück ins Leben.
Maximilian Mann, Jahrgang 1992, ist ein deutscher Fotograf mit einem Master-Abschluss in Fotografie von der Fachhochschule Dortmund. Er hat sich auf Dokumentar- und Porträtfotografie spezialisiert und konzentriert sich auf Geschichten, die sich mit sozialen und ökologischen Veränderungen sowie mit breiteren gesellschaftlichen Themen befassen. Er wurde mit dem World Press Photo Award 2020 ausgezeichnet. Er ist Gründungsmitglied des DOCKS-Kollektivs, vertreten durch die LAIF Agency und ernanntes Mitglied der DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie).
Bildnachweise
© Maximilian Mann, Preisträger „Deutscher Friedenspreis für Fotografie“, „Letzte Rettung Oberhausen“
© Axel Javier Sulzbacher, Preisträger Felix Schoeller Photo Award, Kategorie Nachwuchs, „Green Dystopia“
© Verdiana Albano, Preisträgerin Felix Schoeller Photo Award, Kategorie Nachwuchs, „i ain’t from no east coast“
Weitere Informationen sowie alle weiteren Preisträgerinnen und Preisträger und die Nominierten finden Sie unter
www.felix-schoeller-photoaward.com
Museumsquartier Osnabrück
Lotter Straße 2, 49078 Osnabrück
www.museumsquartier-osnabrueck.de
Öffnungszeiten:
Di - Fr 11-18 Uhr, Sa/So 10-18 Uhr
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