An der HHU trifft Wissenschaft auf Kunst

Heine Research Academies präsentieren pART of Research-Kalender 2020

15.10.2019 – Heute präsentierten die Heine Research Academies (HeRA) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) den neuen „pART of Research“-Kalender 2020. Die Motive der einzelnen Monate stammen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Universität. Die zwölf Monatsblätter wurden aus insgesamt 19 Einsendungen mittels einer Abstimmung ausgewählt, an der sich 1.000 HHU-Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit beteiligten.

In den zwölf Bildern erzählen die prämierten Nachwuchswissenschaftler visuell von ihren Forschungsthemen und geben so einen anderen Zugang zu den zum Teil sehr komplexen und abstrakten Fragestellungen und Konzepten, an denen sie arbeiten. „Dies gelingt bildlich manchmal deutlich besser als mit Worten, darum habe ich mich auch an dem Wettbewerb beteiligt“, so eine der Prämierten. Bei der offiziellen Vorstellung des Kalenders beschrieben die ausgewählten Kalenderblattmacher aber auch die Hintergründe und Geschichten hinter den Bildern.

Das Kalenderblatt von Julia Sanwald, Doktorandin am Institut für Physikalische Biologie, heißt ‚Celly Warhol‘. Das Bild zeigt humane embryonale Nierenzellen (HEK293-Zellen), die das sogenannte Nef-Protein aus dem HIV-Virus herstellen. Das Protein leuchtet rot, weil es an das Fluoreszenzprotein DsRed gekoppelt ist und mit Laserstrahlung angeregt wurde. „Ich habe den Effekt, den man auf dem Bild sieht, zufällig erhalten“, so Sanwald. Sie hat viele Nef-Bilder am Mikroskop aufgenommen und wollte mehrere Bilder derselben Zellen übereinander stapeln, um die Verteilung des Proteins im kompletten Zellvolumen zu analysieren.

Sie hatte nicht bedacht, dass die Zellen während der Aufnahme noch lebten und sich bewegten, daher passten die Schichten nicht genau aufeinander. „Die Auswertung konnte ich nicht wie geplant durchführen, aber mir gefiel der visuelle Effekt“, freut sich Julia Sanwald. Sie hat sich über vier Jahre mit dem Thema beschäftigt und war überrascht, dass ihre Bilder neben dem wissenschaftlichen auch unter einem künstlerischen Aspekt betrachtet werden können. „So können auch Wissenschaftler aus ganz anderen Gebieten an meiner Forschung teilhaben.“

Dr. Andreas Sebastian Klein vom Institut für Bioorganische Chemie gehört schon zu den Veteranen beim pART of Research-Wettbewerb, dessen Einsendung bereits zum vierten Mal ein Kalenderblatt ziert. Klein: „Mich reizt besonders die Herausforderung, für die Öffentlichkeit über unsere Wissenschaft kreativ und plakativ zu erzählen.“ Mit seinem diesjährigen Beitrag ‚Biologie trifft Chemie‘ will er den interdisziplinären Aspekt seiner Arbeit darstellen.

In seinem HHU-Institut, das auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich liegt, arbeiten Forscher beider Disziplinen zusammen an der nachhaltigen Produktion und Erforschung neuer Moleküle, zum Beispiel für den pharmazeutischen Einsatz. Er selbst hat an neuen, biologisch aktiven Naturstoffen gearbeitet. „Durch Teamwork zwischen Biologie und Chemie kommen wir dem Ziel einer bioökonomischen Produktion neuer Moleküle einen Schritt näher.“ Dies symbolisiert der gemeinsame Abzug, in dem die typischen gemeinsamen Arbeitsmaterialien und Geräte stehen.

Sara Ipakchis Blatt stellt ‚Einen völlig normalen Tag‘ im Leben einer Philosophiedoktorandin vor. Sie untersucht ‚Widerlegungen‘, insbesondere Widerlegungen in philosophischen Kontexten. „Auf meinem Blatt sieht man die vorläufige Gliederung meines Dissertationsprojektes auf einem Whiteboard“, erklärt Ipakchi. „Sie hat sich im Laufe der Zeit stark verändert.“

Das Tafelbild ist nach einer Woche Arbeit im November 2018 entstanden. Es war, wie Ipakchi betont, nicht für den Wettbewerb gedacht: „Ich arbeite gerne klassisch, schreibe in mein Notizbuch und nicht in meinen PC.“ Wenn das Notizbuch zu klein ist, um den Überblick über die Gedanken zu bekommen, nutzt sie die Tafel. Ipakchi: „Ich genieße es, wenn meine Tafel sehr voll wird. Vielleicht, weil dann mein Kopf sehr leer wird und ich zur Ruhe komme.“

Der „pART of Research“-Kalenderwettbewerb

Die Aktion „pART of Research“ fand zum nunmehr vierten Mal statt. Die Kalender sind für alle HHU-Angehörigen und Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger bei HeRA (den Büros der einzelnen Graduiertenakademien iGRAD, medRSD, philGRAD und JUNO), der Koordinierungsstelle Diversity sowie im Haus der Universität kostenlos erhältlich – solange der Vorrat reicht.

Dr.rer.nat. Arne Claussen
Stabsstelle Presse und Kommunikation

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Universitätsstraße 1
40225 Düsseldorf
Tel.:   49 211 81-10896
Fax:   49 211 81-15279
arne.claussen@hhu.de
www.hhu.de

Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt. Die HHU begreift sich als Bürgeruniversität, die ihr Wissen kontinuierlich mit der Gesellschaft im Großraum Düsseldorf teilt. Ihre Verankerung in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist ebenso profilgebend wie ihre Ausrichtung als interdisziplinär agierende deutsche Volluniversität.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 35.000 Studierende. Im Fokus der Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften, ergänzt unter anderem durch Schwerpunkte wie Wettbewerbsforschung, Internet und Demokratie, Algebra und Geometrie sowie Sprache – Wissen – Kognition. 2018 wurde der seit 2012 bestehende HHU-Exzellenzcluster CEPLAS, der die künftige Welternährung durch Nutzpflanzen erforscht, im Rahmen der „Exzellenzstrategie“ von Bund und Ländern bestätigt.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

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