Chemiker diskutieren über Multikomponentenreaktionen

Internationale Konferenz an der HHU

31.08.2018 – Rund 150 Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt trafen sich in diesem Jahr in Düsseldorf, um zum siebten Mal über Fortschritte in der Herstellung komplexer Moleküle mittels Kaskadenreaktionen zu diskutieren. Die erstmals in Deutschland stattfindende Fachtagung wurde federführend von Prof. Dr. Thomas J. J. Müller vom Institut für Organische Chemie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) organisiert.

Die Natur ist Vorbild für diese komplexen Reaktionen im „Ein-Topf-Verfahren“; Reaktionen also, die in einem einzigen Gefäß ablaufen. Denn schließlich finden auch in jeder Zelle alle Reaktionen, die zu komplexen Biomolekülen führen, innerhalb des Zellvolumens statt.

Neben den grundlegenden Fragestellungen, wie komplizierte Kaskadenreaktionen entworfen werden können, konzentrierten sich die Wissenschaftler in 60 Vorträgen auf praktische Anwendungsaspekte. Es ging unter anderem um die rasche, umweltschonende Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen und von intelligenten Materialien. „Die Teilnehmer tauschten sich in den vergangenen Tagen über neue Reaktionen, komplexe Moleküle mit neuen Eigenschaften und auch die Anwendung von nachwachsenden Rohstoffen aus“, so Prof. Müller, und weiter: „Im Fokus standen sowohl die Verbesserung von Herstellungsverfahren für wichtige Wirk- und Effektstoffmoleküle als auch neue, bisher unbekannte Synthesen und deren mögliche Einsatzfelder.“

So wird beispielsweise der in blutdrucksenkenden Medikamenten eingesetzte Wirkstoff Nifedipin über eine Vierkomponentenreaktion synthetisiert. Die stetig wachsende Anforderung an noch effektivere Wirkstoffe macht das rasche Auffinden und Optimieren von sogenannten Leitstrukturen durch die Chemiker immer wichtiger. Gerade hier leistet das elegante Konzept der Multikomponentenreaktionen wertvolle Dienste. Die Tagung an der HHU wurde hauptsächlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem Fonds der Chemischen Industrie und der Dr. Jost-Henkel-Stiftung Düsseldorf gefördert.

Dr.rer.nat. Arne Claussen
Stabsstelle Presse und Kommunikation

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