Vor 30 Jahren wurde die Universität Düsseldorf nach Heinrich Heine benannt

Interview mit Altrektor und Rektorin zum 30-jährigen Jubiläum

20.12.2018 – Vor 30 Jahren endete ein jahrzehntelanger Streit an der Universität Düsseldorf: Soll sie den Namen von Heinrich Heine tragen, dem berühmten Sohn der Stadt Düsseldorf? Der damalige Rektor Prof. Dr. Dres. h.c. Gert Kaiser löste den Streit mit einem geschickten Schachzug. Am 20.12.1988 entschied der Senat, dass die Universität zukünftig „Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf“ (HHU) heißen solle. In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Kaiser und Rektorin Prof. Dr. Anja Steinbeck erörtern beide die damaligen Ereignisse und heutigen Implikationen der Entscheidung.

„Es waren diese Plagegeister“ erinnert sich Altrektor Gert Kaiser an die Jahrzehnte des Namensstreits. Er meint die Studierenden und nutzt den Begriff als ungewöhnliches Kompliment. Denn nur die Studierendenschaft war Willens, über einen langen Zeitraum für die Benennung der Universität Düsseldorf nach Heinrich Heine einzustehen. Letztlich setzte sich Prof. Kaiser aber mit einem gewagten Schritt selbst durch und sagt rückblickend: „Heine würde sich amüsieren darüber, dass die Namensgebung vollständig gesetzeswidrig stattfand.“

Für Rektorin Anja Steinbeck sind die Heine zugeschriebenen Werte Toleranz, Wahrheitsliebe und Weltoffenheit für die HHU eine Verpflichtung „gerade heute, in Zeiten, in denen wir mit Unwahrheiten konfrontiert werden, die zu alternativen Fakten beschönigt werden“. Prof. Steinbeck ist von Heines aktueller Relevanz überzeugt: „Wir haben ihn neben der profilgebenden Forschung und Lehre heranziehen können, um im Rahmen der Bürgeruniversität unserem Auftrag, aus dem Elfenbeinturm herauszutreten, gerecht werden zu können. Wir wollen so das Vertrauen in und das Interesse an unserer Forschung steigern.“

Diese und viele weitere Statements zur turbulenten Geschichte der Namensgebung und zur Aktualität Heines sind Teil eines neuen, zum 30. Jahrestag der Entscheidung produzierten Kurzfilms. Den Rahmen bildet ein gemeinsames Gespräch zwischen Gert Kaiser, der die historischen Fakten einordnet, und Anja Steinbeck, die erklärt, wie die Präsenz und Zukunft Heinrich Heines in seinem Sinne – an „seiner“ Universität – gestaltet sein soll. Das 8-minütige Video ist ab sofort im YouTube-Kanal der HHU abrufbar.

Weitere Informationen

Film bei YouTube: https://youtu.be/uYuGJvMTi8Y

Das Heine-Zitat des Jahres 2018: https://www.uni-duesseldorf.de/home/startseite/news-detailansicht-inkl-gb/article/hhu-mitglieder-waehlen-ihr-liebstes-heine-zitat-2018.html?cHash=2a84683977027f7a497b221e7a33a528

Achim Zolke
Stabsstelle Presse und Kommunikation
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Die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist seit 1965 die Universität der Nordrhein-Westfälischen Landeshauptstadt. Die HHU begreift sich als Bürgeruniversität, die ihr Wissen kontinuierlich mit der Gesellschaft im Großraum Düsseldorf teilt. Ihre Verankerung in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft ist ebenso profilgebend wie ihre Ausrichtung als interdisziplinär agierende deutsche Volluniversität.

An ihrer Medizinischen, Mathematisch-Naturwissenschaftlichen, Philosophischen, Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät studieren rund 35.000 Studierende. Im Fokus der Forschung stehen traditionell die Lebenswissenschaften, ergänzt unter anderem durch Schwerpunkte wie Wettbewerbsforschung, Internet und Demokratie, Algebra und Geometrie sowie Sprache – Wissen – Kognition. 2018 wurde der seit 2012 bestehende HHU-Exzellenzcluster CEPLAS, der die künftige Welternährung durch Nutzpflanzen erforscht, im Rahmen der „Exzellenzstrategie“ von Bund und Ländern bestätigt.

Mehr zur HHU im Internet unter www.hhu.de.

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