Arthrose: Nicht nur ältere Menschen sind betroffen

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Wenn Gelenke verschleißen – und was dann wirklich hilft

Essen-Kettwig, 4. März 2026. Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung – und: Sie kann auch junge Menschen treffen. Dabei beginnt der Verschleiß oft schleichend und bleibt lange unbemerkt. Dr. Jörg Harkener, Leitender Oberarzt der Fachklinik für Orthopädie an der MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr, klärt über Risikofaktoren, Warnzeichen und Behandlungsmöglichkeiten bei Arthrose auf und gibt Alltagstipps.

„Einfach gesagt ist Arthrose ein Verschleiß eines Gelenkes“, erklärt Harkener. „Normalerweise sorgt eine glatte Knorpelschicht dafür, dass Gelenke wie geschmiert laufen.“ Wird dieser Knorpel dünner oder fasert auf, kann es bei fortschreitender Krankheit bis zum Aufbrechen des Knorpels kommen. „Irgendwann liegt der Knochen darunter frei, dann trifft nicht mehr Knorpel auf Knorpel, sondern Knochen auf Knochen.“

Warum entsteht Arthrose?
Neben dem natürlichen Alterungsprozess spielen Fehlstellungen (wie O- oder X-Beine), ältere Verletzungen oder zurückliegende Operationen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder auch dauerhafte Gelenküberlastung eine Rolle. Besonders häufig betroffen sind Knie und Hüfte – also die Gelenke, die das Köpergewicht täglich tragen. Aber auch andere Gelenke, wie etwa das Handgelenk, können durchaus vorzeitig verschleißen.

Welche Warnzeichen gibt es?
Arthrose beginnt oft zunächst ohne damit einhergehende Beschwerden. Die ersten Beschwerden sind dann klassischerweise eher unspezifisch: ein Steifigkeitsgefühl, ein kurzer Schmerz nach längerem Sitzen (Anlaufschmerz) oder ein Kraftverlust beim Greifen. „Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz“, berichtet Harkener. „Das Gelenk muss erst wieder in Schwung kommen. Das heißt, es muss Gelenkflüssigkeit produziert werden. Bis das passiert ist, drückt Knorpel auf Knorpel und das verursacht dann Beschwerden.“

Kommt eine Entzündung hinzu, sprechen Mediziner*innen von einer sogenannten aktivierten Arthrose. Dann können die Schmerzen auch in Ruhephasen auftreten.

Was hilft bei Arthrose?
Das wichtigste Rezept ist ebenso simpel wie wirksam: regelmäßige, gelenkschonende Bewegung. Ideal sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Aqua-Fitness oder Nordic Walking. Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie Tennis oder Fußball sind dagegen weniger geeignet.

Bei akuten Beschwerden können Wärme (bei nicht aktivierter Arthrose) oder Kälte (bei entzündlich aktivierter Arthrose) Linderung verschaffen. Reicht das nicht aus, kommen entzündungshemmende Medikamente infrage. In frühen Stadien kann auch eine Hyaluronsäure-Injektion sinnvoll sein – „aber man darf keine Wunder erwarten“, stellt Harkener klar. „Zum Zeitpunkt der Injektion darf noch kein Knorpelschaden in größerem Ausmaß vorliegen, sonst hat die Hyaluronsäure nur noch eine vorübergehend schmierende Wirkung und das ist nicht der Sinn dahinter. Hyaluronsäure ist eigentlich eine knorpelaufbauende Substanz.“

Wann brauchen Betroffene ein künstliches Gelenk?
Wenn konservative Maßnahmen ausgeschöpft sind und die Lebensqualität stark leidet, kann auch ein künstliches Gelenk eine Option sein. „Ob ich mir ein künstliches Gelenk einsetzen lasse, ist letztlich meine eigene Entscheidung – natürlich in enger Abstimmung mit den behandelnden Ärzt*innen“, sagt Harkener. „Man muss dabei immer abwägen, wie hoch der eigene Leidensdruck ist.“

Frühzeitig informieren
Wer unter anhaltenden Gelenkschmerzen leidet, sollte sich frühzeitig über Behandlungsoptionen informieren. „Eine rechtzeitige Behandlung und eine Änderung des Lebensstils können den Verlauf durchaus positiv beeinflussen“, erklärt Harkener.

Noch mehr Informationen zum Thema Arthrose gibt’s im Experten-Video mit Dr. Jörg Harkener.

Pressekontakt:
Jelina Baumert

Pressereferentin
MEDICLIN Unternehmenskommunikation
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Über die MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr
Die MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr vereint vier Fachgebiete unter einem Dach: die Kardiologie, die Neurologie, die Orthopädie und die Geriatrie. Die Klinik bietet eine interdisziplinäre Post-Covid-Rehabilitation zur Behandlung von Patient*innen mit Langzeitfolgen von Covid-19 an. Die MEDICLIN Fachklinik Rhein/Ruhr ist mit 460 Betten eine der größten Einrichtungen ihrer Art in Nordrhein-Westfalen. Jährlich werden über 5.500 Patient*innen hier behandelt. Rund 395 Mitarbeiter*innen sind hier beschäftigt.

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