Herzzentrum Lahr implantiert erstmals erfolgreich TricValve-System

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Neue Perspektive für Menschen mit schwerer Herzklappeninsuffizienz

Lahr, 24. September 2025. Ärzt*innen des MEDICLIN Herzzentrums Lahr haben erstmals ein sogenanntes TricValve-System implantiert. Mit diesem neuen, schonenden Verfahren können auch schwerkranke Patient*innen mit einer Trikuspidalklappeninsuffizienz behandelt werden, für die eine klassische Operation zu riskant wäre. Im August kam die neue Methode bei zwei Patienten erfolgreich zum Einsatz.

Bisherige Verfahren nicht immer geeignet
Bei einer Trikuspidalklappeninsuffizienz schließt die Herzklappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer nicht mehr richtig. Das Blut staut sich zurück, häufige Folgen sind Atemnot und Wasseransammlungen, etwa in Beinen und Bauch. Die Erkrankung schränkt die Lebensqualität massiv ein.

Die Standardtherapie ist bisher eine Operation am offenen Herzen mit Herz-Lungen-Maschine. Viele Betroffene sind aber zu krank oder insgesamt zu gebrechlich für einen solchen Eingriff. Es gibt zwar ein Katheterverfahren als mögliche Alternative zu einer offenen Operation: Dabei werden die Klappensegel mit einem Clip zusammengeführt. Das funktioniert aber nur, wenn die Klappensegel nicht zu weit auseinanderstehen und kommt daher nicht immer infrage.

Chance für bislang austherapierte Patient*innen
„Mit dem TricValve-System erweitern wir unser Behandlungsspektrum um eine wichtige Option für schwerkranke Menschen mit einer Trikuspidalklappeninsuffizienz, die bisher keine Therapiechance mehr hatten“, erklärt Prof. Dr. Ralf Sodian, Chefarzt der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie am MEDICLIN Herzzentrum Lahr. Zum ärztlichen Operationsteam bei den beiden Eingriffen gehörten neben Sodian der Oberarzt Dr. Holger Schröfel, Leiter des Bereichs strukturelle Herzerkrankungen, sowie Dr. Sven Moos, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie.

Das Verfahren setzt nicht an der geschädigten Klappe selbst an, sondern am Blutfluss: Über einen kleinen Zugang in der Leiste führen die Ärzt*innen Katheter bis in die obere und untere Hohlvene; das sind die großen Venen, die das Blut aus dem Körper zum Herzen leiten. Dort werden zwei selbstexpandierende Klappen platziert, die sich nach dem Einsetzen von selbst entfalten und fest an der Gefäßwand verankern. Diese Klappen verhindern, dass Blut zurück in den Körperkreislauf gedrückt wird und entlasten so Herz und Organe. „Das ist ein minimalinvasiver Eingriff, ohne Operation am offenen Herzen und ohne Herz-Lungen-Maschine. Damit können wir nun auch einigen Patientinnen und Patienten helfen, für die eine klassische Operation zu belastend ist. Studien zeigen, dass die Behandlung in den meisten Fällen die Lebensqualität deutlich verbessert. Das sehen wir auch bei unseren beiden Patienten, die wir damit behandelt haben“, sagt Sodian.

Teamarbeit von Chirurgie und Kardiologie
„Die erfolgreiche Einführung war nur durch die Erfahrung und die eingespielte Zusammenarbeit unserer Teams möglich“, sagt Prof. Dr. Kambis Mashayekhi, Chefarzt der Kardiologie am Herzzentrum. „Wir verfügen in Lahr über das nötige Know-how, um neue Verfahren sicher umzusetzen. Das erfordert aber auch Offenheit für Innovationen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.“

Die Entwicklung in der Herzmedizin gehe insgesamt in Richtung immer schonenderer, kathetergestützter Verfahren, die eine feinere Anpassung an die individuellen Voraussetzungen der Patient* innen erlauben, so Sodian. „Unser Ziel ist es, hier in der Region solche modernen Behandlungsoptionen zugänglich zu machen. Die Einführung des TricValve-Systems ist dafür, zusammen mit weiteren schonenden Verfahren, ein wichtiger Baustein.“

Pressekontakt:
Jelina Baumert

Pressereferentin
MEDICLIN Unternehmenskommunikation
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Über das MEDICLIN Herzzentrum Lahr
Das MEDICLIN Herzzentrum Lahr vereint unter einem Dach die Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie sowie die Klinik für Innere Medizin und Kardiologie und die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Das 1994 eröffnete Herzzentrum verfügt über 75 Betten. Hier sind rund 335 Mitarbeiter*innen beschäftigt.
Zum MEDICLIN-Standort Lahr gehört neben dem MEDICLIN Herzzentrum Lahr auch das MEDICLIN MVZ Lahr/Baden.

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Über MEDICLIN
Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 31 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über rund 8.200 Betten/Pflegeplätze und beschäftigt rund 9.900 Mitarbeiter*innen.
In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN den Patient*innen die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf.
MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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