Klinikverbund MEDICLIN: Politische Forderungen für die akute Gesundheitsversorgung

Der MEDICLIN-Vorstand appelliert an die Politik, die Strukturen des Gesundheitswesens umzudenken



Offenburg, 03. September 2021. „Es ist an der Zeit, die aktuellen Strukturen unserer Gesundheitsversorgung neu zu denken“, sagt MEDICLIN-Vorstand Dr. York Dhein. Dr. Joachim Ramming, Vorstandsvorsitzender der MEDICLIN, ergänzt: „Gerade im Akut-Bereich hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass die bestehenden Strukturen nicht effizient sind. Ich halte es für sinnvoll, unter anderem zentrale Verantwortung zu fördern und aufwendige bürokratische Prozesse zu vereinfachen beziehungsweise zu reduzieren.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September 2021 stellt sich MEDICLIN hinter die gesundheitspolitischen Positionen des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken e. V. (BDPK).

Für den Akut-Bereich fordert MEDICLIN konkret:

1. zukunftssichere Krankenhausstrukturen sicherzustellen:

„Die aktuelle Krankenhausstruktur ist ineffizient und muss dringend zukunftssicher umgebaut werden“, betont Ramming. Auch die Finanzierung von Kliniken müsse verbessert werden. „Statt der aktuell hohen Zahl an Krankenhäusern kann ich mir für die Zukunft Folgendes vorstellen: Weniger, aber gut ausgestattete Kliniken, neue, sektorenübergreifende Versorgungsformen und die Nutzung innovativer, digitaler Möglichkeiten wie Telemedizin.“ So ließe sich auch auf dem Land eine hochwertige Gesundheitsversorgung sicherstellen – und der Fachkräftemangel mindern.

2. den Bund als zentrales Organ der Krankenhausplanung zu bestimmen:

Bisher ist die Krankenhausplanung Ländersache. Das bedeutet, die Bundesländer bestimmen, wo Krankenhäuser stehen und welche Fachgebiete und Bettenanzahl sie haben. Gleichzeitig sind sie für die Finanzierung der Kliniken zuständig. „Die Politik der Länder wird jedoch von regionalen Interessen und der Haushaltslage bestimmt“, merkt Ramming an. „Das hat weder zu einer angemessenen Finanzierung noch zu einer sinnvollen Krankenhausstruktur geführt.“

Ramming zieht daraus Konsequenzen und fordert, in Zukunft dem Bund sowohl die Planung als auch die Finanzierung der Kliniken zu überlassen. „Dann wird auch die dringend erforderliche Verbesserung der Versorgungsstruktur möglich“, argumentiert der Vorstandsvorsitzende.

3. Sektorengrenzen im Gesundheitswesen abzubauen:

Schon lange werden die fixen Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen der Gesundheitsversorgung kritisiert, denn sie verhindern einen ganzheitlichen Versorgungsansatz. Das zieht neben vermeidbaren Kosten zahlreiche Nachteile für Patientinnen und Patienten nach sich, wie zum Beispiel lange Wartezeiten auf Termine und unkoordinierte Behandlungen mit überflüssigen Doppeluntersuchungen.

„Für mehr Gerechtigkeit, weniger Kosten und eine besser verzahnte Versorgung sollten wir die Sektorengrenzen zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung abschaffen“, fasst Dhein zusammen. Der Bund solle die Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung und die Organisation der ambulanten medizinischen Strukturen übernehmen.

4. den bürokratischen Aufwand im Gesundheitswesen einzudämmen:

„Aufwändige bürokratische Strukturen tragen erheblich zur Arbeitsbelastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei“, erläutert Dhein. „Hier muss sich etwas tun!“

Mit dem COVID19-Krankenhausentlastungsgesetz wurde 2020 ein Schritt in diese Richtung gemacht. So wurde dadurch zum Beispiel die Anzahl der Prüfungen durch den Medizinischen Dienst verringert. Der Medizinische Dienst erstellt im Auftrag der gesetzlichen Pflege- und Krankenkassen unter anderem Gutachten zur Pflegebedürftigkeit.

Ramming stellt fest: „Dieser Ansatz schont nicht nur Klinikressourcen, sondern führt auch zu geringeren Verwaltungskosten der Krankenkassen und sollte fortgesetzt werden. Um einerseits die Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen steigern und andererseits Ressourcen schonen, sollten wir auch die Möglichkeit einer verkleinerten Anzahl der Krankenkassen diskutieren.“

Pressekontakt:
Silvia Schilling

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