Überwinden tut gut

Wer wie Irene Schuh eine schwere Krebserkrankung durchgemacht hat, möchte sich oft einfach ausruhen. Eine onkologische Reha ist die sinnvollere Variante, um neue Kraft zu tanken.

Horn-Bad Meinberg, 5. September 2019. Wer Irene Schuh mit ihrem lebensfrohen Lachen und ihren langen blonden Haaren zum ersten Mal trifft, ahnt nicht, dass sie in den vergangenen Monaten eine schwere Krebserkrankung überwunden hat. Nach zwei erfolgreichen Operationen wollte sie eigentlich nur eins: sich zu Hause ausruhen. Aber ihre Verwandten ließen nicht locker und überredeten sie zu einer Rehabilitation in der MEDICLIN Rose Klinik in Horn-Bad Meinberg. „Das hat mir total gut getan“, sagt die 42-jährige Detmolderin rückblickend und möchte damit auch anderen Patienten Mut machen, in die Reha zu gehen.

Eigentlich begann für Irene Schuh alles mit einer guten Nachricht: Sie war schwanger und glücklich darüber. Doch die Freude währte nicht lange. In der 9. Woche erlitt sie eine Fehlgeburt. „Die Wochen danach waren schlimm, nicht wegen der psychischen Belastung, sondern weil ich mich in einer Tour übergeben musste und starke Bauchschmerzen hatte“, berichtet sie. „Ich habe in der Zeit 13 Kilogramm abgenommen und mir ging es irgendwann so schlecht, dass mein Mann mich ins Krankenhaus gebracht hat.“ Dort kam sie direkt auf die Intensivstation. Ihre Nieren drohten zu versagen, die Ärzte stabilisierten die Patientin und arbeiteten mit Hochdruck daran, die Ursache für ihre Beschwerden herauszufinden.

Nach zwei Wochen kam die Diagnose: Irene Schuh hatte zwei Tumore, einen in der Leber und einen in der Bauchspeicheldrüse, beide bösartig. „Aber ich hatte Glück im Unglück“, erzählt sie. „Der Krebs konnte in zwei großen Operationen entfernt werden.“ Die Eingriffe verliefen gut. Durch das viele Liegen schmerzte Irene Schuh allerdings der Rücken. Nach acht Wochen Krankenhaus durfte sie Weihnachten zwar zu Hause verbringen, war aber noch sehr schwach. „Meine Familie ließ nicht locker, bis ich endlich eine Reha beantragte“, sagt sie. „Eigentlich hatte ich nach dem langen Krankenhausaufenthalt überhaupt keine Lust dazu. Ich hätte mich lieber zu Hause eingeigelt.“ Dr. Jan Hinnerk Stange, Chefarzt der Onkologie in der MEDICLIN Rose Klinik überrascht dieser Wunsch nach Schonung nicht. „An dieser Stelle lässt uns oft unsere Intuition im Stich, indem wir bei schweren Erkrankungen oft zu körperlicher Schonung und Ruhe tendieren, obwohl das Gegenteil richtig wäre“, sagt er. „Heute ist aber wissenschaftlich anerkannt, dass körperliche Bewegung eine schnellere Erholung nach großen Eingriffen bewirkt und das Rückfallrisiko nach Krebserkrankungen deutlich senken kann.“

Auch für Irene Schuh entpuppte sich die Entscheidung, der eigenen Genesung auf die Sprünge zu helfen, als richtig. „Mir hat es sehr gutgetan, den inneren Schweinehund zu überwinden und mich aktiv um meine Gesundheit zu kümmern. Es hat mir außerdem sehr geholfen, mich selbst nicht mehr als krank wahrzunehmen. Innerhalb von vier Wochen hat sich meine Fitness enorm gesteigert. Ich habe wieder Muskeln aufgebaut und keine Rückenschmerzen mehr.“ Wichtig war ihr auch, dass sie zeitnah einen der betreuenden Ärzte fragen konnte, um abzuschätzen, ob Schmerzen nach dem Training ein einfacher Muskelkater sind oder sie sich Sorgen machen muss. Besonders genossen hat Irene Schuh es, für sich allein bewusst etwas zu machen, ohne nebenbei Verpflichtungen wie Haushalt und Arbeit zu haben.

Neben den Erfolgen für die körperliche Gesundheit weiß Irene Schuh auch den Austausch mit den anderen Patienten zu schätzen. „In der Reha ist man offener“, findet sie. „Zuhause möchte man kein Mitleid haben. Hier konnte ich mich offen mit den anderen austauschen.“ An der Rose Klinik hat Irene Schuh vor allem das Bewegungsbad gefallen, denn Wasser ist ihr Element. „Auch jetzt gehen wir als Familie einmal die Woche schwimmen“, erzählt sie. Den bewussten Umgang mit ihrem Körper will sie gern weiterführen. Der nächste Schritt ist nun, die Arbeit als Erzieherin wieder aufzunehmen.

Bewegung gegen Krebs

Zahlreiche Studien weisen nach, dass Bewegung das Rückfallrisiko nach einer Krebserkrankung um bis zu 50 Prozent senken kann. Die MEDICLIN Rose Klinik war eine der ersten Rehakliniken in Deutschland, die ein Programm zur Bewegungsförderung nach Krebs im Klinikalltag etabliert hat. Dabei geht es darum, dass Krebspatienten mit einem bestimmten Maß an wöchentlicher Bewegung ihr eigenes Rückfallrisiko selbst positiv beeinflussen können. Gemessen wird die Bewegung in sogenannten Metabolischen Einheiten (MET). Jeder Bewegung wird dabei ein Wert in MET pro Stunde zugerechnet. Spazieren gehen beispielsweise hat einen Wert von 3 MET, Bügeln von 2 MET, Schwimmen oder Joggen entsprechend mehr. Das Ziel ist, mindestens 25 MET pro Woche zu erreichen, um das Rückfallrisiko deutlich zu senken. Körperliche Bewegung heißt dabei nicht zwingend Sport oder Fitnessstudio: Auch Tätigkeiten im Haushalt können eingerechnet werden.

Pressekontakt:
Anja Frohloff 
Pressereferentin
MEDICLIN Rose Klinik
Parkstr. 45-47
32805 Horn-Bad Meinberg
E-Mail: anja.frohloff@mediclin.de

Über die MEDICLIN Rose Klinik
Die MEDICLIN Rose Klinik in Horn-Bad Meinberg ist ein Fachzentrum für onkologische, orthopädische, neurologische und geriatrische Rehabilitation. Insgesamt verfügt die Klinik über 230 Betten und beschäftigt rund 150 Mitarbeiter.
Zum MEDICLIN-Standort Horn-Bad Meinberg gehören auch die MEDICLIN Seniorenresidenz Am Rosengarten und der MEDICLIN Ambulante Pflegedienst Am Rosengarten.

Über MEDICLIN
Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 36 Kliniken, sieben Pflegeeinrichtungen, ein ambulanter Pflegedienst und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über knapp 8.300 Betten und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter.
In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN dem Patienten die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf.
MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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Über uns

In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf. MEDICLIN ist ein großer Anbieter in den Bereichen Neurologie, Herzmedizin, Psychosomatik, Psychiatrie, Orthopädie sowie Geriatrie und bietet darüber hinaus hochspezialisierte Therapien, beispielsweise zur Behandlung von Patienten mit Adipositas, Diabetes oder Hörschädigungen.

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