Wenn Lamas trauern – und heilen helfen

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In der MEDICLIN Klinik am Vogelsang und im Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen sind Lamas Teil der tiergestützten Therapie bei psychosomatischen Erkrankungen. Durch den Tod des Rudelführers ist ihr Gruppenverhalten derzeit im Umbruch – und genau wie viele Rehabilitand*innen und Patient*innen durchleben die Lamas nun Verlust, Neuanfang und Weiterentwicklung.

v.l.n.r: Die Lamas Fridolin, Alois und Karl

Donaueschingen, 12. Juni 2025. Auf einer Wiese neben der MEDICLIN Klinik am Vogelsang stehen sie: wachsam und neugierig, aber gleichzeitig unaufgeregt und ruhig. Die Lamas Karl, Fridolin und Alois verbringen jede Woche von Montag bis Donnerstag hier. Sie helfen Rehabilitand*innen und Patient*innen der Klinik am Vogelsang und des Zentrums für psychische Gesundheit bei ihrer Therapie. Die Wochenenden verbringen sie bei ihren Besitzern, den Geländespielern, einer Freizeitfirma in Bräunlingen.

Bis vor kurzem waren sie noch zu viert: Der ehemalige Rudelführer Emil ist nach einem emotionalen letzten Heimweg altersbedingt im Kreise seiner Herde und seiner liebsten Menschen verstorben. Der Verlust von Emil hat bei den Tieren Spuren hinterlassen – und bietet gleichzeitig einen tiefen Einblick in das soziale Verhalten von Lamas. Denn, wie wir Menschen es tun, mussten auch sie Abschied nehmen und auch sie müssen sich neu finden.

Diese Phase der Neuorientierung ist ganz besonders bei den Wanderungen und Spaziergängen spürbar, die Teil der Therapie sind. „Bisher ging immer Emil voraus. Nun herrscht Unsicherheit, da immer wieder ein anderes Lama vorausgeht und sich ausprobiert“, berichtet Larissa Bär, Psychologische Psychotherapeutin und Therapeutin für tiergestützte Therapie. „Wir können die Entwicklung der Herde auf den gemeinsamen Spaziergängen beobachten und finden immer wieder Parallelen zu den Rehabilitand*innen und Patient*innen. Die Lamas machen momentan einen Prozess durch, der vielen von uns vertraut ist: Sie suchen nach neuer Stabilität, probieren Neues aus, scheitern dabei manchmal, aber blicken dennoch nach vorne.“

Bisher war Fridolin der Ruhepol der Gruppe, Karl der Aufpasser und Beschützer. Das jüngste Lama, Alois, war der Wirbelwind – und hat nun das Potenzial, neuer Rudelführer zu werden. Seit Emils Tod ist er sehr mutig geworden und testet seine Grenzen, was auch für die Rehabilitand*innen und Patient*innen herausfordernd sein kann.

Lamatherapie – wie funktioniert das?

Lamas haben eine ruhige Präsenz, gehen unaufgeregt auf Menschen zu und können schnell eine Bindung zu ihnen aufbauen, da sie sensibel auf Gefühle und Stimmungen reagieren. Besteht Harmonie zwischen Mensch und Lama, beginnt das Tier beispielsweise zu summen. „Wer ein Lama führt, erhält direktes und ehrliches Feedback“, berichtet Bär. „Das ist für viele eine sehr wertvolle Erfahrung und unterstützt die eigene Selbstwahrnehmung.“

„Gemeinsam mit den Hunden der Mitarbeitenden und Rehabilitand*innen schaffen die Lamas eine angenehme und entspannte Atmosphäre“, sagt Chefarzt Gregor Schmid. „Sie bringen Abwechslung in den Klinikalltag und lockern ihn auf − so entsteht ein besonderer therapeutischer Raum.“

An der MEDICLIN Klinik am Vogelsang und am Zentrum für Psychische Gesundheit gibt es die tiergestützte Therapie mit Lamas seit 2019. Ganzjährig werden die die morgendliche Lama-Versorgung, Lama-Spaziergänge und Lama-Wanderung angeboten. Weitere Infos gibt es auf der Website der MEDICLIN Klinik am Vogelsang.

Silvia Schilling
Pressereferentin
+49 781 488 189
presse@mediclin.de

Über die MEDICLIN Klinik am Vogelsang
Die MEDICLIN Klinik am Vogelsang in Donaueschingen ist eine Fachklinik für Psychosomatik und Verhaltensmedizin. Die Schwerpunkte der Einrichtung liegen in der Behandlung von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, funktionellen Störungen, Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen, nichtorganischen Schlafstörungen sowie Anpassungsstörungen im beruflichen und sozialen Bereich. Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist die transkulturelle psychosomatische Rehabilitationsbehandlung in der Muttersprache der Patient*innen, in der kulturspezifische Aspekte von Krankheitsverständnis und Krankheitsverarbeitung Berücksichtigung finden. Die Klinik verfügt über 126 Betten und beschäftigt rund 90 Mitarbeiter*innen.
Am MEDICLIN-Standort Donaueschingen befinden sich neben der Klinik am Vogelsang auch das MEDICLIN Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen.

Über das MEDICLIN Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen
Das Zentrum für Psychische Gesundheit Donaueschingen ist eine private Akutklinik für Psychosomatik, Psychiatrie und Psychotherapie. Die stationäre Aufnahme von gesetzlich versicherten Patient*innen ist nach Einzelfallbewilligung der jeweiligen Krankenkasse möglich. Eine Besonderheit der Akutklinik ist ein durchgängig installiertes sogenanntes „circadianes Lichtsystem“. Dieses unterstützt den Biorhythmus, welcher bei Menschen mit psychischen Erkrankungen häufig gestört ist.

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Über MEDICLIN
Zu MEDICLIN gehören deutschlandweit 31 Kliniken, sechs Pflegeeinrichtungen und zehn Medizinische Versorgungszentren. MEDICLIN verfügt über rund 8.200 Betten/Pflegeplätze und beschäftigt rund 9.900 Mitarbeiter*innen.
In einem starken Netzwerk bietet MEDICLIN den Patient*innen die integrative Versorgung vom ersten Arztbesuch über die Operation und die anschließende Rehabilitation bis hin zur ambulanten Nachsorge. Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräfte arbeiten dabei sorgfältig abgestimmt zusammen. Die Pflege und Betreuung pflegebedürftiger Menschen gestaltet MEDICLIN nach deren individuellen Bedürfnissen und persönlichem Bedarf.
MEDICLIN – ein Unternehmen der Asklepios-Gruppe.

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